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Meißen

Lange Wege zum nächsten Fernbahnhof

Die Riesaer haben den ICE-Halt direkt vor der Tür, andere Menschen im Kreis brauchen fast 40 Minuten bis zum nächsten Fernzug.

Wer vom Cottbusser Bahnhof in Großenhain in die Ferne reisen will, braucht bis zum nächsten Fernzug fast 40 Minuten.
Wer vom Cottbusser Bahnhof in Großenhain in die Ferne reisen will, braucht bis zum nächsten Fernzug fast 40 Minuten. © Kristin Richter

Landkreis. Wer von Riesa aus mit dem Zug in die Ferne reisen möchte, hat Glück: Die Elbestadt verfügt schon seit Jahren über einen IC- und ICE-Halt. Die Wege zum nächsten Fernzug sind deshalb kurz. Stündlich besteht die Möglichkeit, von Riesa aus Richtung Köln, Wiesbaden oder Dresden zu reisen.

In einer Studie des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) landet die Elbestadt deshalb in der bestmöglichen Kategorie. In dieser befinden sich lediglich solche Regionen, in denen die Menschen bis zum nächsten Fernzughalt weniger als 15 Minuten brauchen. In Riesa wird der theoretische Wert gar mit null Minuten angegeben, da die Fernzüge direkt in der Stadt halten. Die tatsächliche Anreisezeit hängt letztendlich aber vom jeweiligen Wohnort des Reisenden ab.

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Deutlich schlechter als in Riesa sieht es in der Region rund um Meißen aus. Laut Untersuchungen des BBSR brauchen die Menschen dort 31 Minuten, um mit einem Zug zum nächstgelegenen Fernzughalt zu gelangen. Die Zeit entspricht in etwa der Fahrtzeit der S-Bahn vom Haltepunkt Meißen Triebischtal bis zum Bahnhof Dresden-Neustadt. Meißen landet damit in der drittbesten von insgesamt fünf Kategorien. Und auch die Region rund um Großenhain findet sich in dieser Kategorie wieder. Die Großenhainer brauchen laut Angaben des BBSR etwa 38 Minuten bis zum nächsten Fernverkehrsbahnhof.

Zweieinhalb Stunden bis zum Zug

Doch auch wenn die Meißner und Großenhainer mehr als eine halbe Stunde bis zum nächsten Halt eines Fernzuges brauchen, gelten die beiden Regionen trotzdem als vergleichsweise gut angebunden. Ein sogenanntes Erreichbarkeitsdefizit liegt laut Auffassung des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung erst vor, wenn ein Fahrgast von seinem Wohnort bis zum nächsten Fernverkehrsbahnhof länger als 60 Minuten benötigt. Dies trifft auf zwölf Prozent aller betrachteten Regionen in Deutschland zu. Im Osten findet man solche Gegenden im Vogtland, in der Lausitz oder im Harz. Den traurigen Spitzenwert in Deutschland stellt die Stadt Auerbach im Vogtland. Die Menschen dort brauchen bis zum nächsten Fernbahnhof in Leipzig insgesamt zweieinhalb Stunden.

Vor allem „grenznahe und ländlich geprägte Regionen“ seien von den Anbindungsproblemen betroffen, schreibt das BBSR in seiner Analyse. Eine Untersuchung des Magazins Der Spiegel hat zudem gezeigt, dass 73 Prozent der deutschen Städte heute weniger Fernverkehrsabfahrten haben als noch vor 30 Jahren. Im Osten sind es gar 95 Prozent aller Städte.

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