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Neue Notaufnahme für die Kamenzer Klinik

Kurze Wege, mehr Plätze, weniger Wartezeiten: Die Versorgung wird optimiert - und dafür auch in anderen Häusern abgeguckt.

Soll optimiert werden: Die Notaufnahme am Kamenzer Malteser Krankenhaus wird umgebaut und auf die andere Seite der Klinik verlegt.
Soll optimiert werden: Die Notaufnahme am Kamenzer Malteser Krankenhaus wird umgebaut und auf die andere Seite der Klinik verlegt. © René Plaul

Kamenz. Es ist ruhig am Freitag in der Notfallaufnahme des Kamenzer Malteser Krankenhauses St. Johannes. Nur drei Patienten warten auf den Arzt. Das kann hier schnell aber auch ganz anders aussehen. Deshalb plant das Krankenhaus einen Komplett-Umbau im Ostflügel.

Das Projekt wird derzeit vorangetrieben. Entstehen soll eine größere und vor allem zentral erreichbare Aufnahme zur Notfallversorgung für die Region um Kamenz. Die gibt es bisher noch nicht. Fünf Millionen Euro investieren der Freistaat Sachsen und die Malteser in den Umbau.

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Dazu nutzt das Krankenhaus die Räume der früheren Radiologie, ergänzt durch einen Vorbau, der entstehen wird. Die komplette Notfallambulanz mit Eingang wird von der Rückseite des Gebäudes auf die Vorderseite unweit des Haupteinganges verlegt.

Damit bekommt das Krankenhaus zugleich eine geschlossene Einfahrt für den Rettungsdienst mit überwachter Schleuse. So sind die Patienten, wenn sie in die Klinik gebracht werden, künftig nicht mehr Wind und Wetter ausgesetzt. Daneben wird es einen Eingang für Patienten geben, die nicht mit dem Rettungsdienst ankommen.

Alles wird zentraler

Zentralität gewinnt beim Versorgungskonzept eine besondere Bedeutung. Alle Notfallpatienten kommen direkt an einen neuen, zentralen Empfangstresen. Dort wird die Aufnahme nicht nur für die Notfallaufnahme gesteuert, sondern auch für die Praxis des Bereitschaftsdienstes der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), die im Frühjahr ihre Arbeit aufgenommen hat. Die Patienten müssen sich dann nicht mehr durch den Haupteingang und mehrere Türen und Flure bis zur Bereitschaftspraxis bewegen. 

Am Zentral-Tresen entscheide dann Fachpersonal, wo der Patient am besten aufgehoben ist, erklärt Klinik-Geschäftsführer Sven Heise. Qualifizierte Mitarbeiter der Notfallaufnahme und der Bereitschaftspraxis arbeiten dabei zusammen. Bei Atemnot oder einem offenen Bruch zum Beispiel geht es direkt in die Notfallambulanz, bei leichteren Fällen zur KV-Bereitschaftspraxis.

Mehr Behandlungsplätze

Zwölf Behandlungsplätze wird die neue Notfallambulanz haben, vier bis fünf mehr als bisher. Damit werde auch mehr Personal gebraucht, und die Aufnahmekapazität steige deutlich. Momentan kann es auch mal eng werden in der Ambulanz, dann müssen Patienten kurzzeitig auf dem Gang warten.

Künftig sollen mehr Patienten schneller versorgt werden.  Mit über 1.000 Quadratmeter wird die neue Notfallambulanz auch  erheblich größer. Zum erweiterten Angebot gehören vier stationäre Kurzzeitplätze. Sie dienen der Überwachung von Patienten, die die Klinik nach einigen Stunden voraussichtlich wieder verlassen können.

In Zeiten von Corona ist es für die Krankenhausleitung naheliegend, dass Planer  gleich noch Erkenntnisse der Mediziner aus der Epidemie einfließen lassen. So werden zwei Isolierzimmer mit Zugang von außen vorgesehen, eins mit Schleuse.  Die zentrale Notfallaufnahme soll modernsten Standards entsprechen und vor allem eine effiziente Arbeit ermöglichen.

Dabei können sich die Planer auf die Vorarbeit von Fachleuten bei den Maltesern stützen. Die haben mit Stoppuhren und GPS-Trackern Laufwege von Mitarbeitern an anderen Kliniken analysiert und daraus ein optimales Konzept für den Umbau erarbeitet. Kamenz soll jetzt von den Erkenntnissen profitieren.

Muster für andere Kliniken

Geschäftsführer Sven Heise ist sich sicher: „Mit der neuen Notaufnahme wird in Kamenz eine derzeit in der Region einzigartige Struktur zur Notfallversorgung geschaffen.“ Sie könne ein Muster für Kliniken im ländlichen Raum werden. Schnell und effizient soll Notversorgung ablaufen. Dem seien alle Funktionen untergeordnet. „Wir wollen unsere Ressourcen noch besser nutzen“, so Heise.

Kurze Wege gehören dazu, keine Unterbrechungen von Arbeitsabläufen, wenig Wartezeiten. Dafür würden nicht nur Wände weggerissen oder versetzt, sondern sogar abgerundet, damit Betten schneller um die Ecken gefahren werden können.

Bis zum Bau ist es aber noch ein weiter Weg. Die fertigen Pläne müssen noch zur Prüfung ins Gesundheitsministerium. Der Klinikchef rechnet mit dem Start der Umbauten im ersten Halbjahr 2021.

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