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Mehr als nur Kalorien sparen

Ran an den Speck - Teil 2: Die Brigitte-Diät wird 50 – und durch ein neues Konzept abgelöst, das nicht nur auf gesunde Ernährung Wert legt.

Von Katrin Saft
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Ein Rezept aus der Brigitte-Diät: Hähnchen-Salat mit Schafskäse.
Ein Rezept aus der Brigitte-Diät: Hähnchen-Salat mit Schafskäse. © Brigitte/Thomas Neckermann

Für viele Frauen gehört sie zum Januar wie der Dresdner Stollen zum Dezember: die Brigitte-Diät. Denn im Gegensatz zu anderen Abnehm-Programmen gilt sie als genussvoller Weg, ein paar überflüssige Pfunde loszuwerden: durch Rezepte, die zwar weniger Kalorien bedeuten, aber schmecken und satt machen. Seit 1969 entwickelt die Zeitschrift ihre Diät Jahr für Jahr weiter und lässt dabei die neuesten Erkenntnisse der Ernährungswissenschaft einfließen. Jetzt, nach 50 Jahren, soll der Begriff „Diät“ verschwinden. Denn striktes Kalorienzählen ist out.

Zum einen, weil inzwischen bewiesen ist, dass eine Kalorie aus einer Walnuss anders vom Körper verwertet wird als eine Kalorie aus Schokolade. „Und zum anderen, weil wir heute wissen, dass es mit Kaloriensparen allein nicht getan ist“, sagt Brigitte-Chefredakteurin Brigitte Huber. „Damit wir uns in unserem Körper wohlfühlen und fit bleiben, brauchen wir neben gesunden Lebensmitteln auch regelmäßige Bewegung und Entspannung.“ Insofern werde die Brigitte-Diät nun ganzheitlicher, nachhaltiger und auch individueller. Ausdruck dessen ist der neue Name: das Brigitte-Balance-Konzept. „Konzept, weil mehr drin steckt als Rezepte“, sagt Huber. Es beruhe auf drei Säulen.

© dpa/Christin Klose

Säule 1: Meditation

„Wenn wir wollen, dass Veränderungen bleiben und nicht nur einen kurzfristigen Kick bringen, müssen sie zu uns passen“, sagt der Psychologe Dr. Boris Bornemann. Denn es bringe nichts, sich etwas vorzunehmen, das utopisch und untypisch für einen sei. Bornemann sieht im Meditieren eine wunderbare Methode, sich zu spüren und nach innen zu schauen: „Was sind meine Wünsche und Bedürfnisse? Und was steckt eigentlich dahinter?“ Wer das erkenne, könne individuelle Wege finden, seine Ziele zu erreichen: mehr Entspannung, ein paar Kilogramm abnehmen, die Ernährung langfristig umstellen, mehr Sport – oder alles zusammen.

Meditieren, das ist wissenschaftlich bewiesen, hilft beim Stressabbau. „Wenn wir ständig unter Stress stehen, steigen Blutzuckerspiegel und Blutdruck, alle Sinne sind aktiviert“, so Bornemann. Das könne zu Schlafstörungen, Depressionen, einem schlappen Immunsystem und der Einlagerung von ungesundem Bauchfett führen. Der Achtsamkeits-Experte empfiehlt deshalb, tägliches Meditieren zur festen Gewohnheit zu machen. Die (kostenpflichtige) App Balloon soll dabei helfen.


© dpa/Christin Klose

Säule 2: Ernährung

Wie gewohnt hat die Brigitte-Redaktion auch diesmal 30 neue Rezepte zum Nachkochen entwickelt, die beim Abnehmen helfen sollen (siehe oben). Strenge Wochenpläne gibt es aber nicht mehr. „Stattdessen geht es darum, individuelle Schwachstellen zu erkennen und herauszufinden, wie sich die Ernährung insgesamt gesünder gestalten lässt – ohne anstrengendes Kalorienzählen und ohne Verbote“, sagt Chefredakteurin Huber: Esse ich zu viel Zucker, Weißmehl oder gesättigte Fettsäuren? Sind meine Portionen zu groß? Mindestens die Hälfte des Tellers solle mit Gemüse, Salat und Obst gefüllt sein. Ein Viertel dürfe aus eiweißhaltigen Produkten wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten und höchstens das letzte Viertel aus Sättigungsbeilagen wie Kartoffeln, Pasta und Reis bestehen. 

Die Empfehlung von Brigitte-Redakteurin Daniela Stohn, die das Balance-Konzept mit Experten entwickelt hat: drei Tage lang aufschreiben, was man isst und trinkt, dann analysieren und Maßnahmen festlegen. „Zunächst sollte man aber nur eine Sache ändern und erst nach einigen Wochen eine zweite“, rät Stohn. Dann falle das Verzichtsgefühl nicht so groß aus und man bleibe leichter dran.

© dpa/Kay Nietfeld

Säule 3: Bewegung

Dass Sport Krankheiten vorbeugen und beim Abnehmen unterstützen kann, ist nicht neu. Denn ein sportlicher Körper verbrennt auch im Ruhezustand mehr Kalorien als ein unsportlicher. Beim Balance- Konzept geht es nun darum, dass jeder den richtigen Sport für sich findet. „Der Spaß ist das Wichtigste, um nicht schnell wieder aufzugeben“, sagt Daniela Stohn. Deshalb solle man sich auf Entdeckungsreise begeben und verschiedene Dinge ausprobieren – beispielsweise Joggen, Klettern, Radfahren, Rudern, Golf, Tanz-Workouts oder Inlineskaten. In der Regel sei die Sportart geeignet, die einen Gegenpol zum Alltag biete. Schon nach vier Wochen Training gewöhne sich der Körper daran. Das neue Online-Portal „Brigitte Fitness“ (kostenpflichtig) will mit über 700 Workout-Videos für verschiedene Zielgruppen helfen, das richtige Trainingsprogramm zu finden.


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Teil 1: „Abnehmen kann man nur mit dem Kopf“