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Meißner Schnitzelstreit

Eine Kritik von SZ-Tester Peter Braukmann stößt auf Widerspruch.

Das Genrefoto der Deutschen Presseagentur zeigt stellvertretend einen Gast beim Verzehr eines Wiener Schnitzels. Es entstand nicht in Meißen.
Das Genrefoto der Deutschen Presseagentur zeigt stellvertretend einen Gast beim Verzehr eines Wiener Schnitzels. Es entstand nicht in Meißen. © Annette Riedl/dpa (Symbolbild)

Meißen. Ein Beitrag in der losen Reihe "Braukmann testet " von Mitte Juli erregt die Gemüter in Meißen. Claudia Beyer vom Weinladen hat jetzt - stellvertretend für viele Leser - ihre Gedanken zusammengefasst. Sie schreibt:

"Ein Restaurantkritiker sollte im besten Fall eine Ausbildung zum Koch oder Restaurantfachmann absolviert haben, um sich über die fachlichen Fehltritte seiner Kollegen ein Urteil erlauben zu können. Im Falle Peter Braukmanns ist es wohl wichtiger, Journalist zu sein. Wenn Neid und Missgunst bei einer Beurteilung einfließen, kann nichts Richtiges dabei rauskommen.

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Andere Stammkunden des Gasthauses am Hundewinkel und ich haben sich über den letzten Artikel von Peter Braukmann entrüstet. Da wir seit vier Jahren dieses Lokal besuchen, haben wir natürlich schon alle Gerichte getestet und für gut bis herausragend befunden.

Es gibt auf die Saison angepasste, wechselnde Gerichte. Wir waren bisher immer zufrieden. Wenn wir etwas zu kritisieren hätte, würden wir es dem Koch persönlich sagen. Der kommt natürlich am Ende des Abends an den Tisch und fragt, ob alles in Ordnung war. Außerdem ist es nach Corona ein Unding, solch eine üble Nachrede loszulassen. Schäm' Dich Peter!

Es ist wahrscheinlich besser, Du fungierst weiter zu Hause als Hobbykoch und lässt die Gastronomen in unserem schönen Meißen in Ruhe.

Erlauben uns auch im Alltag viele Urteile

Anmerkung der Redaktion: Wir sind beim Meißner Schnitzelstreit mit einem Problem konfrontiert, welches sehr häufig bei Beurteilungen, Vergleichen oder Rezensionen in den Medien auftritt. Das Urteil ausgewiesener Fachleute wird zwar oft gerade noch akzeptiert. Wenn sich Laien äußern, werden sie auf ihren Status als Nicht-Fachleute oder Autodidakten verwiesen.

Letztlich ist es ja so, dass wir uns im Alltag als Verbraucher und Kunden sehr oft Urteile über Dinge erlauben, von denen wir eigentlich nichts verstehen. Wir beurteilen Kleider und Hosen, Einrichtungsstile, moderne Häuser und das Essen beim Italiener. Redakteure  schreiben regelmäßig Rezensionen zu Filmen, obwohl sie keine Film-Regisseure sind.

Aus unserer Erfahrung heraus kann der Leser durchaus einschätzen, dass Meinungen – wie die von Peter Braukmann – eine ganz subjektive Erfahrung wiedergeben, welche sich nicht verallgemeinern lässt. Mancher Leser mag deshalb bei der Lektüre auch mit dem Kopf geschüttelt und innerlich dem Schreiber widersprochen haben.

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