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Hoyerswerda

Mit Abstand und Halbe-halbe-Zeiten

Der Unterricht begann in Hoyerswerda mit neuen Regeln – wir schauten uns in der Oberschule „Am Stadtrand“ um.

Schulleiter Joachim Glücklich in einem Klassenraum der Hoyerswerdaer Oberschule „Am Stadtrand“, in dem Abstandsregeln eingehalten werden. Das Foto entstand durch ein geöffnetes Fenster, weil auch Journalisten eine Schule jetzt nicht betreten dürfen.
Schulleiter Joachim Glücklich in einem Klassenraum der Hoyerswerdaer Oberschule „Am Stadtrand“, in dem Abstandsregeln eingehalten werden. Das Foto entstand durch ein geöffnetes Fenster, weil auch Journalisten eine Schule jetzt nicht betreten dürfen. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Nach einer gefühlten Ewigkeit von acht Wochen Corona-Pause dürfen seit gestern alle Erst- bis Drittklässler, Förderschüler, Oberschüler der Klassen 5 bis 8 und Gymnasiasten der Klassen 5 bis 10 wieder in ihre Schulen. Die nichtgenannten Klassenstufen haben schon seit einigen Tagen Unterricht – wenngleich Grundschüler nunmehr freiwillig laut der 3. Kammer des Verwaltungsgerichts Leipzig mit Beschlüssen vom 15. Mai 2020.

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Damit sich Schüler, Lehrer und Schulmitarbeiter nicht gegenseitig mit dem Virus anstecken, sind nach den Vorgaben der Corona-Schutz-Verordnung des Freistaates viele Maßnahmen umzusetzen. Jede Schulleitung darf zur Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln ein eigenes Konzept entwerfen, das sich an den räumlichen Gegebenheiten und der Personalsituation orientiert, sagte der Leiter der Hoyerswerdaer Oberschule (OS) „Am Stadtrand“, Joachim Glücklich. In seinem Haus sind alle Klassen in zwei Gruppen geteilt, und jeder Schüler hat binnen zwei Wochen fünf Tage Präsenzunterricht und fünf Tage Lernzeit zu Hause mit vielen verpflichtend zu lösenden Aufgaben. Es kommen täglich nur jene Pädagogen und Schüler in die Einrichtung, die Unterricht haben, und zusätzlich Mitarbeiter wie die Schulsozialarbeiterin oder die Schulsachbearbeiterin. Wer die Schule betritt, darf keine Erkältungssymptome zeigen, desinfiziert sich sofort die Hände und trägt eine Mund-Nase-Bedeckung, erklärte Joachim Glücklich. Plastikkegel und Tische teilen Treppen und Flure in Laufwege, damit sich nach links und rechts gehende Personen nicht nähern können. Um den Verkehr auf den Gängen einzudämmen, wird jede Klasse ganztägig in einem Raum unterrichtet. Dort hat jeder Schüler einen festen Tisch. Lehrerbesprechungen finden im Speiseraum statt, wo die Abstandsregeln leicht einzuhalten sind.

„Lernsax“ hat sich schon bewährt

Die Nutzung der interaktiven Lernplattform des Sächsischen Kultusministeriums („Lernsax“) hat sich schon in der Corona-Pause gut entwickelt und wird deshalb fortgesetzt. Viele Funktionen der App wurden erschlossen und Formen der Arbeit entwickelt, die Lehrern und Schülern ein immer besseres Miteinander ohne physischen Kontakt ermöglichen, erläuterte der Schulleiter. Die Jugendlichen nehmen Schulaufgaben zu Hause über Lernsax entgegen und können individuelle Fragen direkt an den Fachlehrer oder an ihre Mitschüler stellen. Das Problem ist, dass nicht jeder Jugendliche zu Hause einen Laptop oder ein Tablet nutzen kann. „Die Arbeit an den kleinen Smartphone-Bildschirmen ist für Schüler schwierig“, weiß Joachim Glücklich. „Für die Lehrer ist die tägliche Kontrolle aller Hausaufgaben ein Riesenaufwand, aber jetzt weiß jeder Kollege genau, was der einzelne Schüler noch nicht so gut kann.“

Da sich die OS „Am Stadtrand“ mit dem Schuljahresende auflöst und die Schüler ab August den entstehenden Neubau im Wohnkomplex I besuchen, begann in den letzten ruhigen Wochen auch das Kistenpacken für den großen Umzug. Der Fünftklässler Paul, der dem Schulleiter vor der Schuleingangstür seine Hausaugaben der vergangenen Woche übergab, freut sich aber erst mal, wieder Unterricht zu haben und die Freunde wiederzusehen. Mit dem Homeschooling komme er ganz gut zurecht, meint der Junge.