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Monarchs schicken Spielmacher heim

Der Dresdner Football-Klub trennt sich von einem US-Amerikaner. Für die Play-offs lässt er sich aber eine Hintertür offen.

Von Alexander Hiller
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Zack Greenlee bleibt bei den Dresden Monarchs. Sein Landsmann Glen Cuiellette muss wieder gehen.
Zack Greenlee bleibt bei den Dresden Monarchs. Sein Landsmann Glen Cuiellette muss wieder gehen. © dpa/Daniel Schäfer

Dresden. Noch in der Sommerpause hat der Vorstand der Dresden Monarchs geklärt, wie die Mannschaft von Trainer Ulrich Däuber in der zuletzt offenen Quarterback-Frage weiter verfährt. Nachdem sich Stamm-Spielmacher Zack Greenlee Anfang Juni im Spitzenspiel gegen Braunschweig (31:34) eine Rippenprellung zugezogen hatte, verpflichteten die Sachsen einen Landsmann von Greenlee für die wichtigste Position auf dem Feld nach. Glen Cuiellette wurde zunächst mit einem Kontrakt bis zur Sommerpause ausgestattet. In den vergangenen beiden Partien erhielten die beiden ähnlich veranlagten Quarterbacks wechselseitig Spielanteile – eine Luxus-Situation.

Damit ist es nun vorerst vorbei, wobei Däuber sich durchaus ein Konstrukt mit Greenlee und Cuiellette hätte vorstellen können. „Es gibt keine offene Entscheidung, sondern es war von Anfang an klar, dass wir einen Importspieler als Quarterback haben. Das bleibt Zack Greenlee“, stellt Präsident Sören Glöckner klar. „Da waren wir schon immer konsequent und bleiben es auch – es sei denn, wir wären mit der sportlichen Leistung unzufrieden. Man kann nur einen haben. Glen hat die Option, zu den Play-offs zurückzukehren, aber das ist noch nicht abschließend geklärt“, sagt Glöckner.

Also könnten die Monarchs in den K.-o.-Partien um die deutsche Meisterschaft, den German Bowl, durchaus wieder zwei annähernd gleichstarke Spielmacher aufbieten. „Von unserer Seite gibt es das Interesse. Die Frage ist, wie Glen zwischenzeitlich plant.“ Ein Engagement bei einem anderen deutschen Football-Erstligisten ist aber ausgeschlossen. Das heißt: Der US-Amerikaner ist bereits zurück in der Heimat und hält sich dort bis auf Weiteres fit.

Vereinsboss kündigt weitere Verstärkungen an

Mit zwei US-amerikanischen Spielmachern durch die Saison zu gehen, war offenbar nie ein ernsthafter Denkansatz. „Das ist ein Luxus, den wir nicht in Betracht gezogen haben“, sagt Glöckner, und zwar aus zweierlei Gründen. Einerseits ist die Position des Quarterbacks mit Abstand die wichtigste auf dem Feld – und damit in den Verhandlungen für die Saison auch die kostspieligste. „Das auch, aber das war nicht der entscheidende Punkt“, betont der Vereinschef. „Man muss einen als Nummer eins setzen. Ansonsten funktioniert es nicht, und dann würde sich der andere automatisch langweilen“, sagt der Lausitzer.

Der 24-jährige Zack Greenlee erscheint also am 22. Juli zum Trainingsauftakt, sein Landsmann Glen Cuiellette nicht. Für alle Fälle haben die Monarchs noch Eigengewächs Ferras El-Hendi für die Position des Spiellenkers. Der 23-Jährige hat jedoch noch nicht das Leistungsniveau seiner US-amerikanischen Kollegen.

Allerdings kündigte Glöckner im Gespräch mit der Sächsischen Zeitung „noch die eine oder andere Verstärkung für die Rückrunde“ an. Das wolle man aber erst bekanntgeben, wenn alles unter Dach und Fach ist. „Das werden sicher europäische Spieler sein, von denen wir uns noch mehr Tiefe für den Kader versprechen.“ Schließlich wollen die Dresdner in der am 27. Juli startenden Rückrunde zeigen, „dass wir alle schlagen können“. Derzeit steht das Däuber-Team nach den zwei knappen und vermeidbaren Niederlagen gegen Spitzenreiter Braunschweig und Hildesheim (27:31) mit 10:4 Punkten auf Platz drei der Nordstaffel der zweigeteilten Bundesliga. „Ich gehe davon aus, dass zumindest der Kampf um Platz zwei offen ist. Wir schlagen Hildesheim im Rückspiel“, glaubt Glöckner. Dieser Rang würde den Elbestädtern Ende September ein Heimspiel im Play-off-Viertelfinale garantieren. Ob dann wieder zwei US-Quarterbacks im Dresdner Aufgebot stehen?