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Nahverkehr startet wieder für Touristen

Tschechien wirbt für einen Besuch. Dafür gibt es ab Montag auch Verbindungen mit Bus und Bahn.

Nach über drei Monaten fährt ab Montag die Nationalparkbahn wieder auf der Strecke Decin – Bad Schandau – Sebnitz – Rumburk. Auch der übrige Regionalverkehr über die Grenze läuft wieder an. Fotos: Steffen Neumann
Nach über drei Monaten fährt ab Montag die Nationalparkbahn wieder auf der Strecke Decin – Bad Schandau – Sebnitz – Rumburk. Auch der übrige Regionalverkehr über die Grenze läuft wieder an. Fotos: Steffen Neumann © Steffen Neumann

Robert Mareš ist zufrieden. „Seit die Grenze offen ist, haben wir wieder mehr Besucher“, sagt der Vizebürgermeister von Hřensko (Herrnskretschen). Zählbar ist das vor allem an den Klammen, die von der Gemeinde betrieben werden und jedes Jahr einen beachtlichen Anteil am Gemeindehaushalt ausmachen. Zwar durften die Boote in Edmundsklamm und Wilder Klamm schon seit Mitte Mai wieder fahren. Doch damit fuhren nur tschechische Touristen und das auch nur mit Abstand und Mundschutz.

„Die Zeiten sind vorbei. Die Boote fahren jetzt so wie vorher, völlig ohne Einschränkungen“, fährt Mareš fort. Allerdings ist es nicht so, dass der Grenzort wieder so voll ist wie noch in den letzten Jahren. Und das hat seinen Vorteil für die Besucher. „Einen Parkplatz finden Sie derzeit ohne Probleme“, sagt Mareš. An normalen Wochenenden war häufig schon morgens 10 Uhr kein Stellplatz mehr zu finden. Von den Parkplätzen starten die Touristen nämlich nicht nur in die Klammen, sondern auch zur Wanderung auf das Prebischtor oder nach Janov (Jonsdorf).

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Auch am kommenden Wochenende wird das Auto für die Fahrt über die Grenze das Hauptverkehrsmittel bleiben. Denn noch sind die grenzüberschreitenden Verbindungen mit Bus und Bahn nicht vollständig wieder hergestellt. Am schnellsten klappte wieder der Busverkehr von Dresden über Altenberg nach Teplice (Teplitz), der noch am 5. Juni in Betrieb ging. Bis 27. Juni bleibt es aber bei der Notlösung mit Umstieg in Zinnwald in einen anderen Bus. Auch die Fähre Schöna – Hřensko fährt wieder. Und die Buslinie 217 nach Petrovice (Peterswald) und Tisá (Tyssa) ist auch schon in Betrieb.

So richtig geht es aber erst am 15 Juni wieder los. Dann starten nahezu alle regionalen grenzüberschreitenden Verbindungen mit Bus und Bahn, welche die Verkehrsverbünde VVO und DÚK sowie ZVON und des Bezirks Liberec vertraglich vereinbart haben. Das heißt, ab Montag fährt die Nationalparkbahn wieder in voller Länge. Dann kann man auch wieder mit dem Zug von Dresden nach Liberec (Reichenberg) fahren. Der Wanderexpress von Dresden über Ústí nad Labem (Aussig) nach Litoměřice (Leitmeritz) nimmt seinen Betrieb als reine Wochenendverbindung am 20. Juni wieder auf. Gedulden müssen sich noch Freunde vom Nationalparkexpress von Frank Nuhn. Dort ist der Start der Busverbindung von Königstein über Hřensko nach Mezní Louka (Rainwiese) erst am 1. Juli geplant.

Schon an diesem Sonntag stockt aber die Tschechische Eisenbahn (České dráhy) die Zahl der Eurocity-Verbindungen wieder auf Normalbetrieb auf. Dann werden die internationalen Züge zwischen Prag und Dresden wieder im Zweistundentakt fahren. Am Montag startet zudem die neue Direktverbindung nach Wien. Der neue Vindobona fährt morgens von Berlin über Dresden nach Prag und weiter nach Wien und Graz. „Alle Züge sind wie gehabt mit kostenlosem Internet und Speisewagen ausgestattet“, sagt der Vizechef von České dráhy Jiří Ješeta. Einzige Einschränkung bei den Fernzügen bleibt der Hungaria, der noch nicht nach Budapest fährt, sondern im slowakischen Nové Zámky endet. Wie in Deutschland gilt auch in allen tschechischen Zügen und Bussen weiterhin die Mundschutz-Pflicht.

Die gilt dafür bei Frei- und Hallenbädern nicht mehr. Seit Montag dürfen nun auch 500 statt 300 Personen in Bäder. Das gilt auch für Veranstaltungen, wo inzwischen maximal 500 Besucher erlaubt sind. Außerdem dürfen Biergärten wieder länger öffnen, wenn dies kommunale Bestimmungen erlauben. Bisher galt eine Schließzeit für Restaurants von 23 bis 6 Uhr. Kinos, Theater und Konzertsäle können wieder alle Plätze besetzen.

© Steffen Neumann

Eine Fahrt ins Nachbarland lohnt sich gerade gleich mehrfach. Erstens ist der Wechselkurs günstiger als vor der Grenzschließung. Lag er damals bei 1:25 oder sogar drunter, bekommt man jetzt für einen Euro sogar über 26 Kronen. Zweitens locken vor allem die Hauptstadt Prag und das Bäderdreieck mit günstigen Angeboten. „Diese Urlaubsziele sind von der Corona-Pandemie besonders betroffen“, sagt Markéta Chaloupková von der deutschen Filiale der tschechischen Tourismuszentrale CzechTourism. Während Riesengebirge oder Böhmerwald klassische Ziele auch für tschechische Urlauber sind, gehört Prag vor allem den ausländischen Touristen. Von ihnen kehrt aber derzeit nur ein Teil zurück. Gerade die Deutschen gehören zu den ersten, die wieder nach Tschechien dürfen. Für die meisten europäischen Länder bietet sich diese Gelegenheit erst ab dem 15. Juni. Eine Einreise macht Tschechien von der epidemiologischen Situation abhängig.

Dagegen fehlen Touristen aus Asien und Amerika, die sonst einen guten Teil der Prag-Urlauber ausmachten, völlig. „Ich glaube, nur in diesem Sommer werden wir die einmalige Gelegenheit haben, Tschechien und Prag wie nie zuvor zu erleben - entspannter, ohne Touristenmassen, dafür gemeinsam mit den Einheimischen“, empfiehlt Chaloupková gerade jetzt eine Reise ins Nachbarland. Auch die Schlösser und Burgen im Bezirk Ústí rechnen damit, dass im Sommer nur die Hälfte der sonst üblichen Besucherzahlen erreicht wird.

Für Hřensko und die Klammen rechnet Vizebürgermeister Robert Mareš allerdings damit, dass die Parkplätze im Sommer wieder voller werden. „Dieses Jahr machen Tschechen eher im Inland Urlaub. Auch bei unseren Hotels und Pensionen gingen die Buchungen aus dem Inland bereits nach oben“, sagt er.

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