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Das ist der Garten für die Sternenkinder

Mütter und Väter, die ihr Ungeborenes verloren haben, können in Neustadt jetzt ungestört trauern. Auch Partnergräber sind neu hinzugekommen.

Ein Embryo aus Eichenholz: Auf dem Evangelischen Friedhof in Neustadt ist der Bereich für die "Sternkinder" neu gestaltet worden.
Ein Embryo aus Eichenholz: Auf dem Evangelischen Friedhof in Neustadt ist der Bereich für die "Sternkinder" neu gestaltet worden. © Daniel Schäfer

Auf dem Neustädter Evangelisch-Lutherischen Friedhof sind jetzt mehrere geplante neue Bestattungsangebote umgesetzt worden. Der Bereich für das Ungeborene Leben wurde komplett neu gestaltet, sagt Pfarrer Sören Schellenberger: "Das ist ein besonderer Platz für Eltern, die ihr Kind noch vor der Geburt verloren haben. Wir wollen ihnen die Möglichkeit geben, ungestört und unbeobachtet trauern zu können." In diesem Bereich liegen derzeit sechs Babys, auch Kinder, die leichter als 500 Gramm waren und nicht der Bestattungspflicht unterliegen, sagt Schellenberger: "Viele wissen nicht, dass sie ihre Embryos bestatten lassen können oder vergessen dies in der schlimmen, aufwühlenden Zeit, wenn sie erfahren, dass ihr Kind wohl nicht zur Welt kommen wird."

Der kleine "Sternenkinder"-Garten wurde jetzt mit Stauden umrandet, die als Sichtschutz dienen sollen. Pastellfarbene Rosen sollen die Zartheit der winzigen Menschen symbolisieren und die beiden Birken sowie eine Blühwiese Ruhe für die Trauernden bieten. Zeitnah soll noch eine Bank aufgestellt werden.

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Neben dem Sternenkinder-Friedhofsbereich sind auch  die Partnergräber-Flächen fertiggestellt worden. Insgesamt wurden 30 Partnergräber-Ruhestätten, in kleinen in sich geschlossenen und begehbaren Gärten, geschaffen. In je einem Gartenbereich können fünf Paare beerdigt werden. Drei Gräber seinen bereits belegt, die Nachfrage nach dieser Bestattungsform groß, sagt der Pfarrer: "Dadurch, dass man nie weiß, wann der Partner folgen wird, ist es schwer, die Kosten mit der Grab-Pflege auf 20 Jahre zu kalkulieren. Ein Friedhof darf ja keinen Gewinn erwirtschaften." Dennoch sei die neue Friedhofsgebührenordnung jetzt fertiggestellt und dem Regionalkirchenamt Dresden zur Prüfung vorgelegt worden. "Anfang September rechnen wir damit, die Gebühren veröffentlichen zu können", sagt Schellenberger. Diese seien für den Neustädter Friedhof seit 2012 nicht mehr angehoben worden. 

Als nächstes Projekt stünde nun die Umsetzung des Birkenwäldchens im hinteren Teil des Friedhofes auf der Tagesordnung. Dort können Menschen dann naturnah, unter den weiß-stämmigen Bäumen ihre letzte Ruhe finden, ähnlich einem Bestattungswald.

Der Friedhof plant, beim Tag der offenen Tür am 12. September, zwischen 9 und 12 Uhr, Gäste über die neuen Bestattungsformen zu informieren.

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