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Über Umwege am Kottmar angekommen

Die Berlinerin Corinna Bäsler hat in Walddorf eine neue berufliche Herausforderung gefunden - und das große Glück. 

Corinna Bäsler eröffnet die Pension "Grandel" in Walddorf.
Corinna Bäsler eröffnet die Pension "Grandel" in Walddorf. © Matthias Weber

Eigentlich wollte Corinna Bäsler weg aus der Oberlausitz. Zurück nach Berlin, wo sie aufgewachsen ist. Etliche Jahre hatte sie jetzt in Zittau und Olbersdorf gelebt - nun war die 55-Jährige auf der Suche nach etwas Neuem. Bis in die Hauptstadt kam sie bei der Suche aber nicht, sondern fand ihre Erfüllung nur 25 Kilometer von Zittau entfernt - am Fuß des Kottmars. 

Ihre neue Leidenschaft trägt einen Anstrich in braun und grün und sieht schon auf den ersten Blick sehr gemütlich aus. "Pension Grandel" steht an der Hausfassade - so heißt das neue Lebensglück von Corinna Bäsler. Das stattliche Umgebindehaus an der Langen Gasse in Walddorf, die direkt auf den Kottmar führt, war schon vorher eine Pension. Die bisherigen Betreiber verkauften sie, gerade zu der Zeit, als Frau Bäsler auf der Suche nach einem neuen Haus war. Dabei suchte sie gar keine Pension, sondern nur etwas eigenes zum Wohnen. Trotzdem besichtigte sie die Pension in Walddorf und war sofort begeistert. Schnell reifte die Idee von einer Erlebnis-Pension. Und wenn Corinna Bäsler etwas anpackt, dann mit vollem Engagement. Innerhalb weniger Monate standen Konzept und Finanzierung, wurde der Kaufvertrag unterschrieben und im Februar zog Frau Bäsler mit ihrem kleinen Hund in das Haus in Walddorf ein. 

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Lange blieben Hund und Frauchen aber nicht allein in dem großen Haus, in dem Corinna Bäsler nun Zimmer und Ferienwohnungen vermietet. Zwölf bis vierzehn Gäste haben Platz. Das Angebot wurde schon gut genutzt. "Ich habe ein großes Netzwerk, das hilft mir jetzt sehr", sagt die Unternehmerin, die beruflich bisher hauptsächlich im Sportbereich unterwegs war. Corinna Bäsler zeigt etwa Mitarbeitern in Firmen, wie man sich fit hält - Betriebliches Gesundheitsmanagement heißt das. Und nun wird sie zusätzlich Gastgeberin. Den Namen ihrer Pension hat ihr ehemaliges Reitpferd gegeben. "Mein Pferd hieß Grandel", erzählt Corinna Bäsler, die früher auch Springreiterin war. 

Das Hauptaugenmerk ihrer "Pension Grandel" soll auf Erlebniswochen liegen. Die gibt es zu verschiedenen Themen. Die Gäste erleben dann nicht nur einen entspannten Aufenthalt in dem urigen Haus, sondern auch viel Spannendes in der Umgebung. Frau Bäsler arbeitet dafür mit verschiedenen anderen Unternehmen und Einrichtungen zusammen. "Hier gibt es so vieles, was man erleben und entdecken kann." So hat sie zum Beispiel die "Kleene Schenke" in Cunewalde als Partner gewonnen. Dort können ihre Gäste gemeinsam kochen. In der Weinscheune in Kodersdorf gibt es unter anderem Whisky- und Obstlerverkostung, Kulturtage mit Theaterbesuch sind geplant ebenso wie Bogenbauen- und -schießen. Kreativ-Schreib-Kurse mit der Autorin Martina Rellin sind für die Zukunft geplant, ebenso wie Basenfasten. 

Corinna Bäsler ist es wichtig, das Umfeld einzubeziehen. Viel zu erleben gebe es auch auf dem Kottmar, hat sie festgestellt. Wanderungen auf dem Sagenpfad sollen so zum Beispiel auch zum Programm für ihre Gäste gehören. Auch Gesundheitswandern oder Yoga gehören je nach Themenwoche dazu. Und wenn gerade keine ausgebuchten Erlebniswochen in der Pension Grandel stattfinden, steht das Haus natürlich allen als Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung. 

Seit ihrem Umzug nach Walddorf sieht sich Corinna Bäsler jeden Tag in ihrer Entscheidung für die kleine Kultur- und Erlebnispension am Kottmar bestätigt. "Ich bin hier super aufgenommen worden. Die Nachbarn sind aufgeschlossen und herzlich, alle freuen sich, dass es hier weitergeht." Das Ehepaar von nebenan hat ihr zum Einzug eine Schubkarre geschenkt. Denn oft packt die sportliche Frau selbst an auf ihrem neuen Anwesen. "Vieles hat sich schon verändert", erzählt sie. Nach und nach will sie die kleine Pension weiter renovieren. In den Zimmern soll zum Beispiel der Teppich raus, sodass der alte Holzfußboden darunter wieder zum Vorschein kommt. Denn sie will Natur und Nachhaltigkeit in den Vordergrund rücken - das soll auch das Haus ausstrahlen und ist Teil von Corinna Bäslers Konzept. So ist die Frühstücks-Pension ausgestattet mit Bettwäsche und Handtüchern aus Großschönau, Brot gibt's vom Bäcker, Wurst vom Fleischer, Gemüse vom Gärtner. Dass es in der "Pension Grandel" schön ist, hat sich schon vor der offiziellen Neueröffnung herumgesprochen. Corinna Bäsler hatte bereits etliche Gäste. Gerade sind zum Beispiel junge Leute aus Berlin abgereist. 

Corinna Bäsler steht auf dem Balkon einer ihrer Ferienwohnungen. Von dort aus fällt der Blick aufs Dorf, die niedlichen Häuschen und den Dorfteich direkt gegenüber. Dort schnattern die Enten in ihrem Häuschen. "Eine wahre Idylle", schwärmt die Wahl-Oberlausitzerin. Aus einem anderen Zimmer auf der anderen Seite des Hauses allerdings, gibt es den besten Ausblick, verrät die Pensionsbetreiberin. Tatsächlich: Die Glasfront gibt den Blick frei auf das Oberlausitzer Bergland, bis zur Lausche und ins Isergebirge kann man die grünen Hügel sehen. Und vom Nachbargrundstück winken die netten Nachbarn herauf. "Ich bin angekommen", sagt Corinna Bäsler.  

Offizielle Neueröffnung der "Pension Grandel" am 10. Mai ab 10 Uhr, Lange Gasse 33 in Walddorf. Mehr Infos über die Pension Grandel gibt es im Internet. 

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