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Neues Feuerwehrhaus für Skerbersdorf

Die Gemeinde Krauschwitz hat erste Planungen für das Gerätehaus vergeben. Dabei regiert der Rotstift kräftig mit.

Das fast 50 Jahre alte Gerätehaus der Feuerwehr Skerbersdorf wird durch einen Neubau ersetzt. Noch laufen die Planungen. Klar ist schon, dass aus Kostengründen das alte Depot vorerst nicht abgerissen wird. Wie es künftig genutzt wird, ist noch offen.
Das fast 50 Jahre alte Gerätehaus der Feuerwehr Skerbersdorf wird durch einen Neubau ersetzt. Noch laufen die Planungen. Klar ist schon, dass aus Kostengründen das alte Depot vorerst nicht abgerissen wird. Wie es künftig genutzt wird, ist noch offen. © Joachim Rehle

Fast 50 Jahre ist es her, dass das Gerätehaus eingeweiht wurde. Nun ist die 1963 in Betrieb genommene Immobilie sanierungsbedürftig, die Ausstattung samt Raumkonzept überaltert und längst nicht mehr ausreichend. Besonders seit die Kameraden von Skerbersdorf im Zuge des Katastrophenschutzes ein neues Löschfahrzeug vom Freistaat erhielten. Das steht, weil das Gerätehaus viel zu klein ist, nun in einem Provisorium.

Um den unhaltbaren Zustand zu beenden, nutzten Verwaltung und Gemeinderat von Krauschwitz die sitzungsfreie Corona-Zeit, um den Neubau eines Gerätehauses voranzutreiben. Mit Umlaufbeschlüssen wurden Planer mit der Vorstudie des Projekts beauftragt. Feuerwehr, Landkreis Görlitz und Gemeinde erstellten parallel und gemeinsam ein Raumkonzept. Laut dem ist nun klar, dass die Fahrzeughalle zwei Stellplätze für die Einsatzfahrzeuge haben muss; eine getrennte Ein- und Ausfahrt sowie Umkleiden, Duschen, Büro und ein Schulungsraum für die Kameraden vorhanden sein müssen. All dies basiere, so Marcell Hänchen vom Bauwesen der Gemeinde Krauschwitz, auf den Vorgaben der Deutschen Industrienorm (DIN); nach denen Gerätehäuser gebaut werden müssen.

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Parkplätze wurden zuhauf gestrichen

Trotz der Vorgaben muss Krauschwitz beim Bauprojekt den Rotstift mit regieren lassen. Die Kostenschätzung für das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Skerbersdorf geht von rund 1,05 Millionen Euro Baukosten aus. Zu viel für die verschuldete Gemeinde, die beim Neubau mit nur rund 873.000 Euro rechnete. „Wie haben bereits etwas an Fläche gekürzt und beispielsweise, in Absprache mit Landkreis und Feuerwehr, den Bereitschaftsraum, eine Fußbodenheizung oder jede Menge Parkplätze gestrichen, um die Kosten anzupassen“, erklärte Hänchen in der Ratssitzung Ende Juni.

Auch Bürgermeister Tristan Mühl stellte dort klar, dass der mit 430.000 Euro vom Kreis geförderte Neubau nicht mehr als insgesamt 900.000 Euro kosten darf. „Selbst dabei wird die Haushaltsplanung für die Jahre 2021/22 spannend, da wir 200.000 Euro über dem angedachten Etat liegen“, so der Orts-Chef mit Blick auf die Finanzlage der Kommune. Wie er weiter erklärte, gehe man derzeit aber bei der Elektroplanung und auch bei den Baukosten von einem Einsparpotenzial aus. Beispielsweise habe man sich für eine herkömmliche Schalter-Steckdosen-Variante statt einer elektronischen Anlage entschieden. Bei Heizung-Lüftung-Sanitär werde auf eine Heizungsanlage gesetzt, die eine Kombination von einem Gasbrennwertgerät und einer Luftwärmepumpe sei. Dafür werden im gesamten Depot Heizkörper installiert. Auch eine Abgas-Absauganlage in der Fahrzeughalle sowie eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung in Umkleiden und Duschen sind vorgesehen.

Ob das Geld am Ende reicht?

Außerdem helfen die Kameraden beim Abriss des Nebenanbaus, der momentan ihre Umkleidebaracke ist, sowie bei den Außenanlagen. „Wir machen beim Neubau des Gerätehauses Skerbersdorf, was wir machen müssen, aber aus Kostengründen auch nicht mehr“, erklärte Bürgermeister Tristan Mühl den Sparkurs. Ob all diese Festlegungen ausreichen, um im gewünschten Finanzrahmen zu bleiben, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Dann erst liegen alle wichtigen und nötigen von Fachplanern zusammengetragenen Daten und Kosten vor. Doch die Zeit drängt. Die Abgabe der kompletten Unterlagen zur Fördermittelbeantragung muss bis 20. Oktober 2020 erfolgen. Daher vergab der Gemeinderat im Juni einstimmig die Gebäudeplanung an das Planungsbüro Rauh, Damm und Stiller aus Weißwasser, die Planungen für die Elektro- und Fernmeldeanlage inklusive Photovoltaikanlage auf dem Dach an das Ingenieurbüro für Gebäudemanagement Krauschwitz sowie für Heizungs- und Lüftungsanlage an das Ingenieurbüro Lehmann aus Weißwasser.
Förderung bei langem Leerstand

„Was aber wird aus dem alten Gerätehaus?“, wollte Gemeinderat Mario Mackowiak nach den Informationen rund um die Vergaben für den Neubau wissen. „Ein Abriss ist noch nicht geplant. Ob das Gebäude verpachtet oder einer anderen Nutzung zugeführt wird, steht auch in den Sternen“, antwortete Marcell Hänchen vom Bauamt. Wie er weiter informierte, sei ein Abriss zwar möglich und sogar zu 90 Prozent förderbar. Dafür müsste das Depot jedoch zehn Jahre leer gestanden haben, was in Skerbersdorf nicht der Fall sei, Da zudem der vorhandene Platz ausreiche, werde der Neubau deshalb hinter dem Altbau errichtet.

Auf Grund dieser Aussagen und der bereits gefassten sowie notwendigerweise noch folgenden vielen Einzelbeschlüsse rund um das Gerätehaus forderte Mario Mackowiak für das Objekt eine Statusliste und, zur Kostenkontrolle, kontinuierliche Informationen der Verwaltung im Gemeinderat. Bürgermeister Tristan Mühl sicherte dies zu. „Sobald die Kosten inklusive Zeitrahmen feststehen, informieren wir regelmäßig über den Soll- und den Ist-Stand.“

Apropos Zeit: Noch ist unklar, wann der Neubau starten kann. Marcell Hänchen vom Bauamt rechnet nicht vor Frühjahr 2021 mit einem Zuwendungsbescheid, also einer Bewilligung, für die beantragten Fördermittel. Erst dann sind weitere Ausschreibungen und die Aufstellung eines Zeitplans für den Bauablauf möglich. Aber vielleicht können die Skerbersdorfer Kameraden das 60-jährige Bestehen des alten Gerätehauses mit der Einweihung des neuen Depots feiern. Ein würdiges Datum wäre der August 2027. Da wird die Skerbersdorfer Wehr 100 Jahre alt. Andererseits sollte die Inbetriebnahme doch lieber nicht solange auf sich warten lassen.

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