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Sebnitz

Schulleiter sieht sozialen Frieden in Gefahr

Die Kindereinrichtungen in Neustadt haben wieder geöffnet, jedoch eingeschränkt. Hinter den Kulissen gibt es heftige Kritik. Schulleiter Klaus Anders macht sich Luft.

Stadtrat Klaus Anders ärgert sich über den Alleingang bei Kita-Öffnungszeiten.
Stadtrat Klaus Anders ärgert sich über den Alleingang bei Kita-Öffnungszeiten. © Archivfoto: Dirk Zschiedrich

Auch in Neustadt gehen Einwohner auf die Straße, um gegen die Corona-Beschränkungen, gegen die Politik in Deutschland und in Sachsen und alles andere, was ihnen nicht gefällt,  zu demonstrieren. Die Stimmung ist gereizt. Und mitten hinein platzt nun ein Streit der Träger von Kindereinrichtungen und der betroffenen Eltern. Was ist der Grund? 

Die Stadtverwaltung Neustadt hatte alle Träger an einen Tisch geladen, um eine einheitliche Lösung für die verringerten Öffnungszeiten im eingeschränkten Regelbetrieb zu finden. Man hatte sich auf die Zeitspanne zwischen 7 und 16.30 Uhr geeinigt. 

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Bislang begann die bei den meisten schon 6 Uhr. "Ein Träger hat am anderen Tag eine andere Entscheidung getroffen", bestätigte Neustadts Hauptamtsleiterin Anja Schneider in der Stadtratssitzung. Besagter Träger hat sich trotz vorheriger Absprachen entschlossen, seine Einrichtungen früher als die anderen zu öffnen. Das sorgte wiederum bei den Eltern der anderen Kindereinrichtungen für Diskussionen und hat die Stimmung in Neustadt weiter angeheizt. 

Inzwischen ist auch bekannt, dass es sich hier um die beiden Einrichtungen des ASB-Ortsverbandes Neustadt handelt. In der Begründung für diesen Schritt heißt es, so war zu erfahren, dass 7 Uhr zu spät für die meisten Eltern sei. 

Der Alleingang des ASB kam aber offenbar nicht gut in Neustadt an und wurde deshalb auch im Stadtrat thematisiert. Klaus Anders (NfN), zugleich Leiter der Schiller-Oberschule Neustadt, platzte der Kragen. "Der Unmut der Bürger wächst. Das geht in den Schulen und Kitas weiter. Wir müssen mit einigen Eltern sehr sensibel umgehen. Das verlangt uns allen viel Kraft ab", sagt er. Deshalb sei er auch froh gewesen, dass sich alle Kindereinrichtungen auf einheitliche Öffnungszeiten geeinigt haben. "Der ASB hält sich nicht dran und schafft damit eine Stimmung in der Bevölkerung, wie wir sie nicht brauchen", kritisiert er. Er könne die Entscheidung nicht nachvollziehen. Dem sozialen Frieden in Neustadt sei dies nicht dienlich.

Christian Kowalow (FDP),  zugleich Leiter des ASB-Pflegeheimes in Neustadt, verteidigte zuvor die Entscheidung des Ortsverbandes. Es habe Proteste von Mitarbeitern aus Pflegeberufen gegeben. Die hätten die Öffnungszeiten ab 7 Uhr nicht akzeptieren können, weil das zu spät sei.  Kathrin Vogel (NfN), Chefin der gleichnamigen häuslichen Krankenpflege und Betreiberin der Kindertageseinrichtung "Vogelnest" in Neustadt kann das Argument nicht nachvollziehen. Ihr Pflegepersonal hätte zum Beispiel auch damit klar kommen müssen. "Wir fanden das nicht in Ordnung, dass ein Träger einen Tag nach der Abmachung aus der Reihe schert", kritisiert sie.

Inzwischen wurde nochmal neu abgestimmt. Demnach öffnen nun zum Beispiel auch die städtischen Kindereinrichtungen 6.30 Uhr.  "Eine Reduzierung der Öffnungszeiten ist notwendig, da es keinen Normalbetrieb, sondern einen eingeschränkten Regelbetrieb gibt", sagt Anja Schneider. Man werde sich auf einen sehr langen Zeitraum einstellen müssen. Deshalb brauche man auch die vorhandene Personaldecke, um die Vorgaben und Anforderungen zu erfüllen. So darf es zum Beispiel keine gemischten Gruppen geben. Laut Internet öffnen nun alle Kindereinrichtungen in Neustadt von 6.30 Uhr bis 15.30 Uhr.

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