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Hier ist Zittaus Früchte-Paradies

Die Streuobstwiese beim Ökozentrum Schülerbusch ist ein El-Dorado für Obstfans. Lange lag sie brach und verwilderte - jetzt gibt's Grund zum Feiern.

Henning Haase vom Naturschutzverein Zittauer Bergland beim Verschneiden der Obstbäume nahe des Schülerbuschs.
Henning Haase vom Naturschutzverein Zittauer Bergland beim Verschneiden der Obstbäume nahe des Schülerbuschs. © Erik-Holm Langhof

Auf dem weiten Grün logieren Prinz Albrecht von Preußen, der Schöne von Herrnhut und auch Kaiser Wilhelm. Leckere Äpfel allesamt, die sich die Streuobstwiese mit einigen Birnen, Pflaumen, Mirabellen, Quitten und Kirschen wie beispielsweise "Büttners rote Knorpel" teilen. Es ist ein Paradies für Obstfans in und um Zittau - aber perfekt ist das Paradies noch nicht. Dass das wieder wird, daran arbeitet der Naturschutzverein Zittauer Bergland nun ganz besonders. Denn die Streuobstwiese erwacht nach Jahren der Verwilderung wieder aus dem Dornröschenschlaf. Damit jeder, der Lust auf frisches Obst hat, hier ernten kann.

Franziska Kusche schaut beim Arbeitseinsatz auf der Streuobstwiese am Schülerbusch genau hin. Die Bäume werden naturnah verschnitten.
Franziska Kusche schaut beim Arbeitseinsatz auf der Streuobstwiese am Schülerbusch genau hin. Die Bäume werden naturnah verschnitten. © Erik-Holm Langhof
Vor allem Apfelbäume, aber auch Kirschen, Pflaumen, Birnen und Mirabellen gedeihen auf der Fläche südöstlich des Ökozentrums.
Vor allem Apfelbäume, aber auch Kirschen, Pflaumen, Birnen und Mirabellen gedeihen auf der Fläche südöstlich des Ökozentrums. © Erik-Holm Langhof
Der Verschnitt der teilweise inzwischen sehr hohen Bäume ist mühsam und braucht Zeit. Henning Haase bei der Arbeit.
Der Verschnitt der teilweise inzwischen sehr hohen Bäume ist mühsam und braucht Zeit. Henning Haase bei der Arbeit. © Erik-Holm Langhof
An den vergangenen Sonnabenden haben sich Helfer immer wieder zum Verschneiden eingefunden. Weitere Mitstreiter sind willkommen. Der Verein hat derzeit rund 30 Mitglieder und rund zehn befreundete Helfer.
An den vergangenen Sonnabenden haben sich Helfer immer wieder zum Verschneiden eingefunden. Weitere Mitstreiter sind willkommen. Der Verein hat derzeit rund 30 Mitglieder und rund zehn befreundete Helfer. © Erik-Holm Langhof

Dass die Streuobstwiese bis vor zwei Jahren stark zugewachsen, verbuscht war und teilweise auch brach gelegen hat, ist der Entwicklung im Verein geschuldet. Henning Haase, der seit 2018 mit dabei ist und zum Vorstand zählt, weiß von schwindenden Mitgliederzahlen in den vergangenen Jahrzehnten und immer weniger Möglichkeiten per ABM oder Ein-Euro-Jobber Hilfe bei den Aufgaben zu bekommen. Zumal die Pflege der Mitte der 90er angelegten Streuobstwiese nicht die einzige Aufgabe des Vereins war - auch das Betreiben des Ökozentrums Schülerbusch, die Pflege von Lehrpfaden und Wiesen andernorts gehörten dazu. Nun hat sich der Verein neu strukturiert und aufgestellt. "Für die Streuobstwiese haben wir ein Modellprojekt zur Biotoppflege von 2018 bis 2021 genehmigt bekommen", freut sich Haase.

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Kataster für die Bäume

So wurde das Terrain von zu viel Urwuchs befreit und nun arbeitet man sich nach und nach bei den Bäumen vor, verschneidet sie "naturgemäß, sodass sie besser durchlüftet werden, die Früchte mehr Sonne abbekommen und dadurch eine bessere Fruchtqualität erreicht wird", erklärt Henning Haase. Es geht also um Klasse - nicht so sehr um Masse. Abgesehen davon legen die Vereinsmitglieder auch ein Baum-Kataster an. "Ja, das ist nötig, damit man überhaupt den Überblick hat, was da alles wächst", sagt Henning Haase lachend. Er arbeitet hauptamtlich beim Landschaftspflegeverband und hat auch am Internationalen Hochschulinstitut in Zittau Projekte bearbeitet.

Derzeit gibt es auf dem Areal 168 Bäume, der Großteil davon - mehr als 70 - sind Apfelbäume. Bei der Baumzählung werden auch die genauen Sorten bestimmt. "Es sind zum Großteil alte Sorten", erklärt Haase. Darauf achtet der Verein auch, wenn er jetzt neue nachpflanzt, wo sich eine Lücke aufgetan hat. Auf der Streuobstwiese spazieren gehen und von den Früchten naschen, darf jeder. Und damit das auch möglichst viele Leute wissen, lädt der Verein wieder zu Streuobstwiesenfesten ein: Trotz Corona wird es auch in diesem Jahr am 26. September von 14 bis 17 Uhr ein solches Fest geben. Und so wie über Gäste freuen sich die Naturschützer auch über weitere Mitstreiter - nicht nur für das Obstwiesenprojekt.

  • Kontakt für Unterstützer des Vereins oder Interesse am Projekt über Ökozentrum Schülerbusch.

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