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Ortenburg: So will der Kreis das Parkverbot durchsetzen

Gäste und Bewohner der Bautzener Altstadt stellen nachts ihr Auto auf dem Hof ab – trotz Verbot. Jetzt greift die Behörde durch.

Parken verboten: Auf dem Hof der Ortenburg dürfen Touristen und Anwohner der Stadt eigentlich nicht ihr Auto abstellen. Doch an die Regel halten sich nicht alle. Das Landratsamt will die Falschparker nun nicht länger dulden.
Parken verboten: Auf dem Hof der Ortenburg dürfen Touristen und Anwohner der Stadt eigentlich nicht ihr Auto abstellen. Doch an die Regel halten sich nicht alle. Das Landratsamt will die Falschparker nun nicht länger dulden. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Tagsüber hält sich die Zahl der Autos auf dem Hof der Bautzener Ortenburg noch in Grenzen. Doch am frühen Abend füllt sich der Platz. Immer mehr Fahrzeuge kommen hinzu. 

Touristen und Anwohner der Altstadt nutzen den Hof, um ihr Fahrzeug über Nacht abzustellen. Dabei ist das Parken dort verboten. Ein kleines Schild vor dem Eingangstor macht darauf aufmerksam. Die Botschaft darauf ist unmissverständlich: Fahrzeuge, die dort nichts zu suchen haben, werden abgeschleppt.

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Dass viele Autofahrer diese Drohung bislang nicht ernst nehmen, hat wohl vor allem damit etwas zu tun, dass auf dem Hof nur selten kontrolliert wird. Die Mitarbeiter vom Ordnungsamt der Stadt Bautzen machen um den Platz einen großen Bogen, weil sie dafür nicht zuständig sind. Pächter des Hofes ist der Landkreis. Die Behörde hat die Falschparker bisher ignoriert. Doch jetzt will das Landratsamt durchgreifen.

„Jahrelang hat die Kreisverwaltung die Entwicklung des zunehmenden Parkens auf dem Hof in den Abendstunden beobachtet“, erklärt Kreissprecherin Frances Lein. Die Situation sei allerdings nun so prekär geworden, dass der Landkreis handeln müsse. Mit „handeln“ meint die Behörde „warnen“. Ab dem 19. August und in den darauffolgenden Wochen sollen die Parkenden von einem Wachdienst darüber informiert werden, dass das Parken auf dem Hof ab Mitte September nicht mehr möglich ist. Wer danach immer noch sein Auto auf dem Platz am Rande der Altstadt abstellt, der muss mit einem Knöllchen rechnen. „Sollte die Feuerwehrzufahrt nicht gewährleistet sein, dann droht auch das Abschleppen“, erklärt Frances Lein. Laut dem Bautzener Landratsamt wird ein Wachdienst dauerhaft vor Ort sein und die Situation im Blick behalten.

Angespannte Situation in der Altstadt

Es gibt allerdings Ausnahmen. Nicht betroffen von der Regelung sind alle Inhaber eines Berechtigungsscheins. Damit sind die Mitarbeiter des Oberverwaltungsgerichtes, des Theaters und des Museums gemeint. Auch die Gäste der Gaststätte Burghof dürfen für die Zeit ihres Restaurantbesuches ihr Auto auf dem Platz abstellen. „Es ist gut, dass das Landratsamt handelt“, sagt Lisa Güngör, die in der Gaststätte Burghof arbeitet. Manche Autofahrer übersehen das Verbotsschild einfach, meint sie.

Die Restaurant-Mitarbeiterin kann sich jedoch noch nicht vorstellen, wie der Wachdienst erkennen will, welches Auto zu einem Besucher der Gaststätte gehört. Das müsse man gut regeln. Bisher, so meint sie, habe es bei ihren Gästen selten Probleme mit fehlenden Stellplätzen gegeben. Nur bei größeren Gesellschaften sei es schon eng geworden. An eine Hochzeit in der Gaststätte kann sie sich noch erinnern. Mitglieder der Gesellschaft mussten außerhalb des Hofes parken, weil die Stellplätze schon von Touristen belegt waren. „Das war für unsere Gäste natürlich ärgerlich“, sagt sie. Gleichzeitig äußert sie Verständnis für jene, die froh sind, wenn sie auf dem Hof eine Lücke finden. „Außer auf dem Schützenplatz gibt es dort ja nirgends Stellflächen“, sagt sie. Tatsächlich ist die Parkplatzsituation in der Altstadt angespannt. 

Die Stadt hat etwa 600 Anwohnerparkkarten für das Zentrum ausgeteilt. Nicht einmal halb so viele Bewohnerparkplätze gibt es. Mittlerweile habe man als Berufstätiger keine Chance mehr, nach 16 Uhr einen Platz zu finden. So beschreibt ein Anwohner der Altstadt die Lage. Seit vorigem Jahr sei die Suche nach einer Lücke besonders schwierig, weil durch Baumaßnahmen von den wenigen Parkplätzen noch Stellplätze weggefallen sind. So gab es auf dem Grundstück am Burglehn, wo nun der Neubau für Betreutes Wohnen entsteht, 39 vermietete Stellflächen. Außerdem führen aktuelle Bauarbeiten dazu, dass an einigen Stellen, an denen sonst geparkt werden durfte, seit Monaten Park- beziehungsweise Halteverbot gilt. Zuletzt gab die Stadtverwaltung an, dass am Burgplatz und Burglehn, in der Mönchs- und der Großen Brüdergasse insgesamt 20 Stellflächen vorübergehend nicht zur Verfügung stehen.

Die Stadt hat mit zwei Maßnahmen reagiert. Im Mai regelte die Verwaltung, dass die Bewohner der Altstadt während der Baumaßnahmen kostenfrei und zeitlich unbegrenzt auf dem Fleischmarkt parken dürfen. Außerdem wurde die Hälfte der Stellflächen auf dem Parkplatz unten an der Spree für Altstadtbewohner reserviert. Gelöst ist das Problem damit aber noch nicht, sagen die Anwohner. Eine junge Familie hat aufgrund der Parkplatznot der Stadt Bautzen bereits den Rücken gekehrt.

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