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An Dresdens Ostumfahrung geht es weiter

Die Baufahrzeuge rollen an. In den nächsten Monaten entstehen zwischen Wünschendorf und Eschdorf zwei Regenrückhaltebecken.

Es ist schon sichtbar: So geht es an der Ostumfahrung Dresden bei Wünschendorf weiter.
Es ist schon sichtbar: So geht es an der Ostumfahrung Dresden bei Wünschendorf weiter. © Daniel Schäfer

Für die verkehrsgeplagten Einwohner von Wünschendorf, einem Ortsteil von Dürrröhrsdorf-Dittersbach, ist es die nächste gute Nachricht: Für den Bau der S177 – Ortsumgehung Wünschendorf/Eschdorf und damit der Ostumfahrung von Dresden zwischen der A 4 und der A 17 – gehen die vorbereitenden Arbeiten in die nächste Runde. Der Bau der Rückhaltebecken hat begonnen. Zwischen Wünschendorf und Eschdorf werden insgesamt zwei dieser Becken gebaut. 

Darüber hinaus wurden auch die Aufträge für eine unterirdische Dichtwand an der Anschlussstelle Eschdorf vergeben.Für die Wünschendorfer ist es ein gutes Zeichen. Denn was sie täglich ertragen müssen, ist der Horror. Nur jetzt, da viele im Homeoffice arbeiten, spüren sie etwas weniger Verkehr, schildern Anlieger. Doch die Lkws und Sattelzüge schieben sich nach wie vor dicht an den Häusern vorbei. Für Fußgänger ist da kein Platz, obwohl diese ebenfalls die Straße nutzen müssen. Gehwege gibt es nicht. Es gleicht schier einem Wunder, dass es noch nicht zu schweren Unfällen gekommen ist. Zum Glück.

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Die Ortsumgehung ist der einzige Ausweg, um beide Orte zu entlasten. Doch schon länger wird darüber diskutiert und gestritten. Die Wünschendorfer hatten in ihrer Not eine Petition gestartet, damit sie mit ihren Sorgen und Nöten nicht vergessen werden.Das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr hat unterdessen im vergangenen Jahr mit den vorbereitenden Maßnahmen begonnen. Zunächst wurden auf einigen Abschnitten Erdschichten abgetragen. Archäologen untersuchten die Flächen. Es wurde aber offenbar nichts Nennenswertes gefunden. Danach wurden an der alten S177 einige Bäume gefällt. Auch der künftige Verlauf der Ortsumgehung ist schon erkennbar. Sie wird künftig auf etwas mehr als fünf Kilometern an Wünschendorf und Eschdorf vorbeigeführt. 

Und nun der nächste Schritt, der Bau der Regenrückhaltebecken. Auch die nächsten Bauarbeiten sind bereits terminiert. So soll voraussichtlich ab Juni eine Brücke zwischen Eschdorf und Rossendorf nahe der Kiesgrube gebaut werden. Die Kosten hierfür belaufen sich auf vier Millionen Euro. Genau an dieser Stelle wird die neue S177 die alte Straße queren. Und auch die Planung geht weiter. Immerhin müssen 14 Brücken, Dämme und andere Bauwerke errichtet werden. Die Brücken selbst werden aber nicht alle einzeln gebaut. Einige werden im Zuge des Straßenbaus errichtet.

Bis es soweit ist, muss allerdings noch das größte Problem geklärt werden: Noch immer läuft eine Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). Der fordert eine Tunnellösung für den Doberberg bei Wünschendorf. Dort ist eine zehn Meter tiefe Wanne für die Trasse bereits genehmigt. Dagegen klagt der BUND. Außerdem fordert er, dass aus Umweltschutzgründen höhere und längere Brücken gebaut werden. Außerdem wollen die Naturschützer, dass die Trasse in Eschdorf näher an den Häusern vorbeiführen soll. 

Robert Bendner, Sprecher des Verwaltungsgerichts Dresden, sagt zu dem Verfahrensstand: „Seitens der Beteiligten stehen noch weitere Unterlagen und Stellungnahmen aus; ein Termin zur mündlichen Verhandlung wurde noch nicht bestimmt. Nähere Angaben zum Abschluss des Verfahrens können derzeit nicht gemacht werden.“ Das habe auch etwas mit der Corona-Krise zu tun.

Derzeit bereits im Bau ist das Stück der Ortsumfahrung Dresden zwischen Leppersdorf und Radeberg. In einigen Jahren soll die neue S177 die A4 im Norden durchgängig und kreuzungsfrei mit der A17 im Süden verbinden.

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