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Pirna zeigt Flagge

Nach dem Anschlag auf die Regenbogenfahne vor dem Rathaus planen die Grünen eine besondere Aktion. Auch die SPD zeigt sich solidarisch.

CSD-Verein mit Regenbogenfahnen vor dem Pirnaer Rathaus: Zeichen für Toleranz und friedliches Miteinander.
CSD-Verein mit Regenbogenfahnen vor dem Pirnaer Rathaus: Zeichen für Toleranz und friedliches Miteinander. © Daniel Förster

Der Pirnaer Stadtverband der Partei "Die Grünen" plant am 15. Juli eine ganz besondere Aktion in der Altstadt: einen sogenannten Rainbow-Flashmob. 

An bestimmten, schon im Vorfeld festgelegten Plätzen wollen die Grünen 15 Regenbogenfahnen aufstellen - das Symbol der Homosexuellen-Bewegung. Es symbolisiert die Vielfalt von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern, Intersexuellen und queeren Menschen. 

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Die Aktion läuft von 10 bis 18 Uhr, danach werden die Flaggen wieder eingesammelt. Die Grünen rufen die Pirnaer auf, auch selbst an der Aktion teilzunehmen. "Wer sich beteiligen möchte, kann gern selber eine Flagge hissen, sie ins Fenster hängen, im Schaufenster ausstellen oder dergleichen mehr", sagt Stadtverbandssprecher Jan Hamisch. 

Die Grünen reagieren mit der Aktion auf den Anschlag auf die Regenbogenfahne vor dem Pirnaer Rathaus. Weil der Verein "CSD Pirna" in diesem Jahr coronabedingt auf ein großes Fest anlässlich des Christopher Street Day verzichten muss, wurden quasi als Ersatz am 6. Juli vor dem Rathaus zwei Regenbogenfahnen sowie eine Transgender-Fahne gehisst. 

Unbekannte hatten jedoch in der Nacht zum vergangenen Sonntag einen dieser Fahnenmasten aus der Verankerung gerissen und ihn samt Flagge auf den Boden geworfen. "Das hat uns sehr wütend gemacht", sagt Hamisch. 

Fehlt eine Fahne, stellen wir eben neue auf

So entstand die Idee: wenn nun eine Fahne fehlt, stellen wir eben neue auf. Die Grünen verzichteten auf eine klassische Demonstration. Stattdessen sollen die Fahnen als Zeichen für Toleranz und ein friedliches Miteinander zu sehen sein. Und die Flaggen sollen zeigen, dass der Anschlag die Tat einzelner war - und nicht die gesellschaftliche Haltung der meisten Pirnaer widerspiegelt. 

Auch der SPD-Kreisverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat sich inzwischen mit dem Verein "CSD Pirna" solidarisiert. "Wir verurteilen die jüngsten Geschehnisse auf das 
Schärfste und fordern eine konsequente Verfolgung dieser Straftat", sagt SPD-Vizekreischef Marko Feldmann. Pirnas SPD-Ortschefin Maren Behnert sagte zudem zu, dass die Partei weiter an der Seite des CSD-Vereins stehen werde, um auch künftig für die Rechte und Freiheiten von Homosexuellen einzustehen. Als Zeichen der Solidarität wird am 15. Juli, 12 Uhr, vor dem SPD-Büro, Breite Straße 12, eine Regenbogenfahne gehisst.

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