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Porsche will grünen Kraftstoff entwickeln

Der Autobauer baut sein Leipziger Werk für die Produktion des E-Macan um, will aber auch seine Bestandsflotte klimaschonender machen.

Matthias Hankel (3.v.l.), Trainer für elektrische Inbetriebnahme im Porsche Werk Leipzig, schult Mitarbeiter an einem Schulungsmotor.
Matthias Hankel (3.v.l.), Trainer für elektrische Inbetriebnahme im Porsche Werk Leipzig, schult Mitarbeiter an einem Schulungsmotor. © dpa/Jam Woitas

Porsche steigt baut den Standort Leipzig weiter aus. Über den aktuellen Stand das inzwischen fünften Werkserweiterung verschaffte sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Mittwoch selbst einen Eindruck vor Ort. Gemeinsam mit dem Werkleiter Gerd Rupp besichtigte er die neue Montagehalle. „Wir sind in Sachsen im Bereich Elektromobilität sehr gut aufgestellt und haben die Chance, weiter zu wachsen und bei der Entwicklung ganz vorn mit dabei zu sein“, hat auch Kretschmer erkannt, der sich sonst als begeisterten Dieselfahrer gibt. Er versprach in Leipzig, der Freistaat werde die Entwicklung zu mehr klimafreundlicher Mobilität kontinuierlich unterstützen.

Vor gut einem Jahr feierte Porsche die Weltpremiere seines ersten rein elektrisch angetriebenen Sportswagens, dem Taycan. Das Fahrzeug, das trotz leisem E-Antrieb „ein echter Porsche“, werden sollte, scheint bei den Kunden gut anzukommen. „Wir werden die angestrebten 20 000 Fahrzeuge pro Jahr in der Produktion definitiv erreichen“, sagte Baureihenleiter Stefan Weckbach . am vergangenen Dienstag in einem Online-Pressegespräch. Derzeit würden rund 150 Taycans pro Tag gebaut werden, hieß es weiter. Nach eigenen Angaben ist bisher jeder dritte Taycan-Käufer ein Neukunde. Porsche ist es gelungen, mit dem Modell „etwas jünger und weiblicher zu werden“, was den typischen Porsche-Kunden betrifft.

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Derweil bereitet sich das Leipziger Werk auf die Produktion der elektrischen Variante des Macan vor. Der elektrische Kompakt-SUV soll ab kommendem Jahr vom Band laufen. Während des Betriebsurlaubs im Sommer wurden dafür zahlreiche Umbau- und Instandhaltungsarbeiten umgesetzt. Insbesondere die Montage hat sich dabei wesentlich verändert: So wurde die bestehende Produktionslinie erweitert, um künftig drei verschiedene Antriebsformen – Benzin-, Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge – auf einer Linie zu fertigen.

„Wir starten bereits jetzt, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Fertigung von vollelektrischen Fahrzeugen vorzubereiten und zu schulen“, erläuterte Gerd Rupp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche Leipzig GmbH, dem Ministerpräsidenten. Der Autobauer, der zum Volkswagen-Konzern gehört, investiert rund 600 Millionen Euro in seinen sächsischen Standort. Da sich die Weltregionen in Bezug auf die Elektromobilität sehr unterschiedlich entwickeln, wird Porsche auch weiterhin Macan-Modelle mit Verbrennungsmotor parallel anbieten.

Weil der Verbrennungsmotor die Autowelt noch viele Jahre dominieren wird, steigt Porsche in die E-Fuels-Entwicklung ein. „Wenn man die Bestandsflotte perspektivisch nachhaltig betreiben will, dann sind E-Fuels ein elementarer Bestandteil“, betonte Entwicklungsvorstand Michael Steiner in dem Online-Pressetalk. E-Fuels ist ein synthetischer Kraftstoff, der mit Hilfe erneuerbarer Energie aus C02 und Wasserstoff hergestellt wird. Sie unterscheiden sich in ihren Grundeigenschaften nicht von Diesel oder Benzin aus Erdöl, sind aber im Idealfall ein klimaneutraler Treibstoff. Porsche hat ein Team aufgebaut, das nach geeigneten Partnern sucht, „die mit uns Pilotanlagen bauen und den Nachweis führen wollen, dass die gesamte Prozesskette funktioniert und industrialisierbar ist“, sagte Steiner. Man wollle diese Prozesskette mitgestalten, aber nicht bis ins kleinste Detail allein definieren, versicherte er.

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Porsche glaubt an den Dreiklang „unserer Antriebsstrategie“ aus Verbrennerautos, Hybridfahrzeugen und Elektroautos. Wenn es E-Fuels gäbe, könnte man auch lange Strecken klimaschonend fahren und Porsche könnte schneller seinen C02-Fußabdruck reduzieren, so Steiner. Noch ist der synthetische Kraftstoff erheblich teurer als normales Benzin oder Diesel. Aber der Entwicklungschef von Porsche sieht durchaus Chancen, dass E-Fuels noch in diesem Jahrzehnt wettbewerbsfähig werden könnte. Wie schnell das der Fall ist, hänge maßgeblich davon ab, „welche CO2-Bepreisung wir uns zumuten, die fossile Kraftstoffe teurer macht“, so Steiner. Der Volkswagen-Konzern und damit auch Porsche wollen bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden. 

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