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Sieht historisch aus, ist hochmodern gedämmt

Neue Balkone, neue Fenster: Die Umbauarbeiten im Triebischtal-Quartier gehen sichtbar voran. Nicht alles ist im Sinne des Investors.

Innerhalb von fünf Tagen wurden 57 Fenster auf der Rauhentalstraße eingebaut.
Innerhalb von fünf Tagen wurden 57 Fenster auf der Rauhentalstraße eingebaut. © Claudia Hübschmann

Meißen. Kaum zu glauben, doch die neuen Fenster im Triebischtal-Quartier sind dieselben wie zum Baubeginn - vor über 100 Jahren. Vor sechs Monaten wurden die zerklüfteten Fenster auf der Rauhentalstraße ganz vorsichtig ausgebaut und von einer Firma aus Pirna nachgebaut. "Das war schon aufwendig genug", erklärt Investor Corte Harmjanz. Doch für zwölf Fenster wurde ein noch größerer Aufwand betriebenen und diese von Grund auf restauriert. Mehre Monate wurde das Holz an den Fenstern mit Grünstich ausgetauscht, danach gedrechselt und eine stilechte Bleiverglasung eingelassen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Fenster sind nicht nur originalgetreu, sondern auch nach heutigen Energiestandards gedämmt.

Vor 100 Jahren soll die Bleiverglasung nicht anders ausgesehen haben.
Vor 100 Jahren soll die Bleiverglasung nicht anders ausgesehen haben. © Claudia Hübschmann

Es ist erst ein Jahr her, dass sich der Investor aus Pirna dazu entschieden hat, das „Palais am Steinberg“ vor dem Verfall zu retten, und liegt nun wieder voll im Zeitplan. Harmjanz geht sogar davon aus, das selbst gesetzt Enddatum übertreffen zu können und vor September 2021 fertig zu werden. Pünktlich zum nächsten Weinfest. Aktuell werden die letzten Leitungen verlegt und Wände verputzt - am Freitag die letzten Fenster eingesetzt. Noch könnten die künftigen Mieter der Geschäftsräume oder Wohnungen auf die Ausstattung der Räume Einfluss nehmen. Denn Harmjanz möchte dieses sowieso schon "einzigartige Haus" durch kleine Details noch außergewöhnlicher machen: Den großen Lichtschacht sollen zum Beispiel bald riesige Fotofliesen der ersten Hausbewohner zieren.

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Harmjanz Begeisterung für die Häuserreihe hat ihm bisher noch nicht dabei geholfen, einen Pächter oder Mieter zu finden. Gleichzeitig führt die Detailverliebtheit und Vorgaben des Denkmalamts - wie der Einbau der originalgetreuen Fenster - dazu, dass er doch mehr als die anfangs geplanten fünf Millionen Euro investieren möchte.

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Damit sich das später auszahlt, ist Harmjanz mindestens drei Mal die Woche auf der Baustelle unterwegs. Diesesmal bleibt er auf der anderen Straßenseite bei der Porzellanmanufaktur stehen und lässt einen skeptischen Blick über die neu angebrachten Balkone schweifen. Etwas scheint ihm nicht zu gefallen: "Mich stören die Schrauben, die aus den Balkonen herausschauen. Die passen da wirklich nicht hin", ärgert sich Harmjanz  "Schließlich ist das hier ein Denkmal." Dass er sich ärgert kommt selten vor: "Überwiegend bin ich begeistert", erzählt der Investor: "Als die ersten Fenster eingesetzt worden sind, ist mir das Herz richtig aufgegangen."

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