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Baufinale an Dresdner Altstadt-Promenade

Bald fallen die Zäune vorm Schauspielhaus. Dann muss nur noch die Promenaden-Lücke geschlossen werden, auf der sich aktuell ein Riesenrad dreht.

Bauüberwacher Erik Lorenz (l.) und Polier Ingo Sparmann auf dem Platz vor dem Schauspielhaus, wo derzeit die Promenade gestaltet wird.
Bauüberwacher Erik Lorenz (l.) und Polier Ingo Sparmann auf dem Platz vor dem Schauspielhaus, wo derzeit die Promenade gestaltet wird. © René Meinig

Dresden. Jahrelang war die Altstadt-Promenade zwischen Postplatz und Dippoldiswalder Platz nur eine Vision. Doch bereits seit zwei Jahren wird gebaut. Der 340 Meter lange Abschnitt von der Annenstraße bis zur Centrum-Galerie konnte im Juni vergangenen Jahres übergeben werden. Jetzt stehen die Arbeiten in zwei weiteren Bereichen des insgesamt 5,3 Millionen Euro teuren Großprojekts kurz vor dem Abschluss.

Ein Blick auf den vor einem guten Jahr fertiggestellten Promenaden-Abschnitt entlang der Marienstraße.
Ein Blick auf den vor einem guten Jahr fertiggestellten Promenaden-Abschnitt entlang der Marienstraße. © René Meinig

Der Postplatz: Letzte Betonelemente für Pflanzbeete

Polier Ingo Sparmann steht mit Bauüberwacher Erik Lorenz vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft vor dem Schauspielhaus. Gerade angerollt ist ein Transporter mit den letzten Betonelementen, die die neuen Pflanzbeete umschließen. Die Arbeiten auf der markanten Fläche am Postplatz hatten im April begonnen. Zuerst waren die desolaten Holzbeete am Wasservorhang abgerissen worden. Jetzt sind die Arbeiten weit fortgeschritten.

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Die letzten Betonelemente für die Beete vorm Schauspielhaus sind eingetroffen.
Die letzten Betonelemente für die Beete vorm Schauspielhaus sind eingetroffen. © René Meinig

„Heute ist die Lieferung mit den letzten Betonelementen gekommen“, sagt Bauüberwacher Lorenz. Die Steine werden jetzt versetzt. „Das Versetzen ist schon eine Herausforderung“, erklärt Polier Sparmann. „Dabei kommt es auf den Zentimeter an.“ Schließlich müsse alles gut ins Bild an diesem besonderen Platz passen. Da komme es auch genau auf den Blickwinkel an, der sich in die Straßenfluchten am Postplatz einfügen soll. Der 55-jährige Fachmann vom Hoch- und Tiefbau Dresden hat schon auf vielen Baustellen gearbeitet, so bei der Sanierung des einstigen Tagebaus Berzdorf bei Görlitz. „Aber diese Baustelle ist schon eine Hausnummer, da wir so in der Öffentlichkeit stehen“, sagt er. Denn hier kommen nicht nur Dresdner, sondern auch viele Touristen vorbei.

Das ist eines der Beete, auf dem es im kommenden Frühjahr bereits farbenprächtig blühen soll.
Das ist eines der Beete, auf dem es im kommenden Frühjahr bereits farbenprächtig blühen soll. © René Meinig

Bauüberwacher Lorenz verweist auf die Anthrazitfarbe der Betonteile an den Beeten. Die sei das verbindende Element des gesamten westlichen Promenadenrings. Auf die Betonränder der Beete werden derzeit die letzten hölzernen Sitzauflagen und Bänke montiert, sodass Spaziergänger sich dort künftig ausruhen können.

Roland Streit montiert eine der Sitzbänke am Rand der Beete.
Roland Streit montiert eine der Sitzbänke am Rand der Beete. © René Meinig

„Ich bin mit dem Baufortschritt zufrieden“, sagt Lorenz. Noch in diesem Monat werden die Bauzäune fallen, sodass der Platz freigegeben wird. Im Herbst werden die Beete bepflanzt. Auf die Beete kommen ein Baum, neun große Sträucher sowie 8.500 Stauden und Gräser. Zudem werden 31.000 Zwiebeln für Frühblüher gesteckt, unter anderem von Tulpen und anderen prächtigen Frühjahrsblühern.

Der Dippoldiswalder Platz: Im Herbst soll Brunnen sprudeln

Die Promenade am Dippoldiswalder Platz ist gestaltet. Grünanlagen sind angelegt und Bänke aufgestellt. Die Arbeiten hatten dort Mitte des vergangenen Jahres begonnen. Sie konnten 2019 weitgehend fertiggestellt werden. Geprägt wird das Bild vom wiederaufgebauten Schalenbrunnen von Leonie Wirth. Die Anlage hatte bis 2004 vor dem Hotel Bastei auf der Prager Straße gestanden. In einer Dresdner Stahlbaufirma wurden die Edelstahlschalen des Brunnens gerichtet und aufpoliert. Jetzt ragen die in der Sommersonne silbern glänzenden Brunnenschalen an der Promenade empor.

Der Brunnen, der einst auf der Prager Straße stand, wurde auf der Promenade am Dippoldiswalder Platz aufgestellt.
Der Brunnen, der einst auf der Prager Straße stand, wurde auf der Promenade am Dippoldiswalder Platz aufgestellt. © René Meinig

Allerdings umschließen noch Bauzäune den Brunnen. „Jetzt muss die letzte Kunststoffschicht zur Abdichtung in den Brunnenbecken aufgetragen werden“, erklärt Lorenz. Noch in diesem Monat wird die Brunnentechnik komplettiert, unter anderem mit Bodenstrahlern in den Becken, Düsen und Abläufen. Der Brunnenrand erhält zudem Abdeckplatten. Die Anlage wird elektronisch gesteuert. Nötig ist auch die Feineinstellung der Bauteile.

Im Frühjahr habe es Verzögerungen gegeben. Um die Beschichtung aufbringen zu können, muss die Temperatur über längere Zeit bei 15 bis 20 Grad liegen. Was jedoch nicht so war. Die letzten Arbeiten sollen Ende September abgeschlossen werden, kündigt Lorenz an. „Der genaue Termin der Inbetriebnahme des Brunnens steht aber noch nicht fest.“

Die letzte westliche Lücke: Bastionsmauer nachempfunden

Wo sich derzeit zwischen der Freiberger und der Annenstraße noch das Riesenrad dreht, wird nächstes Jahr der letzte Abschnitt der westlichen Altstadt-Promenade gestaltet.
Wo sich derzeit zwischen der Freiberger und der Annenstraße noch das Riesenrad dreht, wird nächstes Jahr der letzte Abschnitt der westlichen Altstadt-Promenade gestaltet. © René Meinig

Im kommenden Jahr gestalten die Landschaftsbauer das letzte Stück der westlichen Promenade zwischen Freiberger und Annenstraße. Das ist erst dann möglich, weil auf der Fläche noch eine Baustelle ist. Die Consus RE AG baut dort die Mary-Ann Apartments. In dem Neubau enstehen191 Wohnungen auf fünf Etagen. Dort sind ein weiterer Brunnen, Bäume und Bänke geplant.

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Im Frühjahr beginnt der Ausbau der Annenstraße mit einem Fußweg in dem Bereich. Ab Juli soll der Platz gestaltet werden, erläutert Lorenz. Der große Brunnen wird ein Gegenpart zu dem am Dippoldiswalder Platz am anderen Ende der Promenade. Am Brunnenrand wird der Verlauf der einstigen Bastionsmauer der Stadtbefestigung in dem Bereich nachempfunden.

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