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Wie gefährlich ist das Öllager in Heidenau?

Öl ist brennbar. Trotzdem gehört das Lager zur niedrigsten Gefahrenklasse. Für den Notfall steht eine Kanone bereit.

Einer der drei Behälter, die seit 1998 in Heidenau an der Siegfried-Rädel-Straße stehen.
Einer der drei Behälter, die seit 1998 in Heidenau an der Siegfried-Rädel-Straße stehen. © PR

Ein Tanklager mitten in der Stadt: Wie gefährlich ist das? Das fragte Stadtrat Michael Schürer (Heidenauer Bürgerinitiative/Linksbündnis) im Stadtrat. Immerhin befindet sich unweit das Wohngebiet Mügeln, auch in der Nachbarschaft gibt es Wohnhäuser, ein Hotel sowie weitere öffentliche Einrichtungen. 

Seit Eröffnung des Lagers 1998 gab es keinen meldepflichtigen Unfall, sagt Marc Deisenhofer, der Geschäftsführer der Elaskon Dresden GmbH. Sie betreibt das Lager in Heidenau und ist eine Tochter-Gesellschaft der Präg-Gruppe, die ihren Sitz in Kempten hat. Da in Heidenau statt riskantem Benzin "nur" Heizöl und Dieselkraftstoff gelagert werden, sei das Risiko, dass etwas passiert, gering. Das Schlimmste, was bisher geschah, war, dass beim Umfüllen maximal fünf Liter Öl nicht in den neuen Behälter, sondern auf den Erdboden flossen. 

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Großes und trotzdem kleines Lager

Die Präg Mineralöl GmbH gehört zur unteren Gefahrenklasse, sagt das Landratsamt. Anders als die Fluorchemie Dohna, die zur oberen und damit höchsten Klasse gehört. Davon gibt es im Kreis aktuell nur zwei, neben dem Dohnaer Betrieb ist es die Firma Beiselen in Wilsdruff. Ein dritter Betrieb der oberen Gefahrenklasse entsteht derzeit ebenfalls in Wilsdruff – das Gefahrstofflager der Firma Wackler. 

In Heidenau werden Öl und Kraftstoff gelagert, die in Kesselwagen per Schiene aus verschiedenen Raffinieren nach Heidenau transportiert und  von dort mit Tanklastern in Sachsen verteilt werden. Die drei Heidenauer Behälter fassen 26 Millionen Liter. Damit sind sie zwar die größten der drei Standorte der Präg-Gruppe, vergleichbar mit anderen Lagern ist das aber eher klein, sagt Deisenhofer.

Historischer Standort

Ganz ohne Risiko ist natürlich kein Betrieb, nirgendwo. So muss verhindert werden, dass auslaufendes Öl in Böden und Gewässer dringt. Ölabscheider und Auffangbehälter sind installiert. Regelmäßig wird die ganze Anlage gewartet, werden poröse Schläuche ausgetauscht. Besondere Anforderung gelten für den Brandschutz. Schaumkanonen stehen für den Notfall  bereit, sagt Deisenhofer. 

Das Heidenauer Lager entstand auf historischem Gelände. Es gehörte zum Elaskonwerk Dresden, das Präg 1993 übernahm. In Heidenau arbeiten heute 25 Personen. 

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