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Prinovis macht jetzt mit Offset Druck – auch auf die Konkurrenz

Der Konzern investiert Millionen in zwei neue Maschinen. Dresden wird zum ersten Hybridstandort.

© Robert Michael

Von Michael Rothe

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Der Spiegel ist weg, die Tränen sind getrocknet. Nach dem Verlust des millionenschweren Druckauftrags für das Nachrichtenmagazin nach zwölf Jahren schaut Europas größter Druckereikonzern Prinovis nach vorn und weiht heute am Standort Dresden zwei neue Offsetmaschinen ein.

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Der Tiefdruckkonzern Prinovis baut Kapazitäten ab. Doch nicht der Standort in Dresden wird geschlossen, sondern der größere in Nürnberg. Dort verlieren fast 1.000 Leute ihre Jobs.

Mit der Investition reagiert Prinovis auf schrumpfende Auflagen und Anzeigenaufkommen. „Einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“ lässt sich die Bertelsmann-Tochter den Ausbau des Portfolios kosten – auch Geburtstagsgeschenk zum 20. Jubiläum des Betriebs im Dresdner Norden. Dort hat Prinovis 400 seiner 2 700 Mitarbeiter an sechs Adressen in Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Neun kommen nun mit den Maschinen hinzu.

Seine Bewährungsprobe hatte das Maschinenduo über Wochen im Testbetrieb bestanden: unter anderem mit einem Prospekt des Versenders Klingel in 509 000 Exemplaren. Für die tonnenschweren Druck-Kolosse wurde extra eine neue Halle gebaut: 70 Meter lang und 36 Meter breit.

„Damit ist Dresden unser erster Standort mit Tiefdruck- und Offset-Technologie. So sind wir künftig flexibler und können für unsere Kunden von hier aus erstmals Kombinations-Produkte beider Technologien fertigen und aus einer Hand ausliefern“, sagt Prinovis-Chef Bertram Stausberg. Die Druckerei sei „ein Herzstück unseres Verbunds in Deutschland“. Am Heller werden im Tiefdruck Zeitschriften wie Gala, Grazia, OK und Chefkoch produziert. 2014 wurden in gut 2 700 Aufträgen für namhafte Verlage und Handelsunternehmen 126 800 Tonnen Papier bedruckt.

Produktionsleiter Hauke Knafla ist „stolz, dass in Dresden der erste Hybrid-Standort von Prinovis entsteht“. Nun könne die Druckerei auch Kundenwünschen nach kleineren Auflagen und kürzeren Vorlaufzeiten entsprechen und sei auch bei den Formaten flexibler als zuvor.

Tiefdruck gilt zwar als hochwertigeres Verfahren, dafür ist der Offset-Druck billiger und rechnet sich schon bei geringerer Stückzahl. Nun bietet Prinovis Kombinations-Produkte an: etwa als Heft im Heft oder den Umschlag einer Zeitschrift im Tiefdruck mit UV-Lack, den Inhalt im Offset.

Prinovis, ein Kunstwort aus „Print“ (für Druck) und Vision, war 2005 als Joint Venture der Medienkonzerne Gruner+Jahr, zu dem auch SZ-Herausgeber DD+V gehört, Axel Springer und Arvato (Bertelsmann) gegründet worden. Mittlerweile besitzt Bertelsmann drei Viertel der Anteile, ist Prinovis Teil seiner Be Printers Group. Springer ist mit gut 25 Prozent weiter mit im Boot.

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