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Baustopp an Pulsnitzer Brücke

Weil die Arbeiten für lange Umwege durch die Stadt sorgen, hoffen die Einwohner auf einen schnellen Abschluss. Doch jetzt gibt es Verzögerungen.

Kein Bagger, keine Bauleute: An der Brückenbaustelle in Pulsnitz ruhen die Arbeiten derzeit - wegen Problemen mit dem Untergrund.
Kein Bagger, keine Bauleute: An der Brückenbaustelle in Pulsnitz ruhen die Arbeiten derzeit - wegen Problemen mit dem Untergrund. © René Plaul

Pulsnitz. Stille auf der Brückenbaustelle in Pulsnitz, keine Bagger in Aktion, keine Bauleute. Der Autoverkehr schlängelt sich vor den Sperrschildern auf die innerstädtische Umleitung, die für weite Wege sorgt. Vielleicht nicht mehr lange. Denn das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) hat den Bau überraschend gestoppt. Unvorhergesehene Schwierigkeiten bremsen die Bauarbeiten aus. Es geht um Schwingungen und vermutlich um Felsen. Es seien aber noch Untersuchungen nötigt, so Franz Grossmann, Sprecher im Lasuv in Dresden.

Seit Anfang Juli laufen die Arbeiten an dem Ersatzneubau der Brücke über die Pulsnitz im Bereich Dresdner und Robert-Koch-Straße, der Ortsdurchfahrt. Die ist deswegen voll gesperrt. Die Widerlager des alten Bauwerks seien teilweise abgebrochen und sollen erneuert werden. Außerdem werde der Überbau auf einer Länge von acht Metern neu errichtet.

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Benachbarte Häuser gefährdet

In dem Baufeld liegen auch zahlreiche Kabel und Leitungen. Die seien neu- oder umzuverlegen, erklärt Grossmann. Deshalb sei geplant gewesen, vor dem eigentlichen Brückenbau einen Kanal mit Wasser-, Gas-, Strom- und Telekom-Leitungen unter der Pulsnitz durchzuführen. Das ist nun ins Stocken geraten. Beim Einschlagen der Spundwand - zur Absicherung der Baugrube – „wurden kritische Schwingungen im Baugrund festgestellt“, so Grossmann. Zusätzlich wurden in sieben Metern Tiefe Hindernisse vorgefunden, die den Bau erschweren - vermutlich Felsen. 

Franz Grossmann: „Infolgedessen mussten die Arbeiten eingestellt werden.“ Natürlich sei der Baugrund vorab überprüft worden, stichprobenartig. So waren „im Vorfeld des Baus Felsen in elf Metern Tiefe bereits bekannt“, erklärt der Sprecher. Ein Risiko jedoch bleibe immer, so Grossmann. Die festgestellten Schwingungen des Baugrunds während der Arbeiten wirken über das Baufeld hinaus. Also auch auf umliegende Gebäude. Die seien gefährdet.  Zu deren Schutz sei keine andere Entscheidung möglich gewesen. Direkt an der Brücke steht im Übrigen auch die baufällige Sportstätte Kante.

Dieses besondere Verhalten im Untergrund sei in der Form nicht vorherzusehen gewesen, erklärt Franz Grossmann. Jetzt habe man sofort reagiert.

Wird die Strecke zwischendurch freigegeben?

Nun wird darüber beraten, wie es weitergehen soll. Die Fachleute suchen nach einer anderen Arbeitstechnologie, um den Fluss zu queren. Der Baustopp sei nötig, um „die nicht vorhersehbare Risiken im Baugrund zu betrachten und zu bewerten“. Man suche zügig nach einer Lösung, versichert das Landesamt für Straßenbau und Verkehr.

Bis die gefunden ist, dauert es vielleicht etwas länger. So spielt die Behörde mit dem Gedanken, die Fahrbahn zwischenzeitlich wieder freizugeben, damit sich der Verkehr während der Baupause nicht über die Umleitungen quälen muss. Ob und wann das sein wird, sei noch unklar. Immerhin haben sich die Bauleute schon ein ganzes Stück in die Erde gearbeitet. Da man noch am Anfang der Untersuchungen stünde, ließen sich Auswirkungen auf die Gesamtbauzeit noch nicht sagen. Ursprünglich sollte die Brücke Ende November wieder frei sein.

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