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Radebeuler wird im Tatort gemeuchelt

Promi-Wirt Gerd Kastenmeier hatte dramatische Erlebnisse, die diesen Sonntag zu sehen sind.

Alles voller Blut – Promi-Wirt und Neu-Radebeuler Gerd Kastenmeier hat es arg erwischt.
Alles voller Blut – Promi-Wirt und Neu-Radebeuler Gerd Kastenmeier hat es arg erwischt. © Sabine Mutschke

Radebeul. Der nächste Dresden-Tatort wird gerade noch gedreht. Auch in Moritzburg, Großenhain und bei Riesa. Der aktuelle, aufgenommen im vorigen Jahr, läuft diesen Sonntag zur üblichen 20.15 Uhr Bestzeit. Der Tatort aus Dresden mit Martin Brambach, der den Ermittlerchef Schnabel spielt, mit Karin Hanczewski (Karin Gorniak) und Cornelia Gröschel als Leonie Winkler und mit einem, der seit einigen Jahren in Radebeul eher unauffällig lebt. 

Gerd Kastenmeier, Promi-Wirt in der Landeshauptstadt – bekannt geworden mit seinem Fischrestaurant, dem Restaurant im Kurländer Palais, jetzt im Taschenbergpalais, und eben immer wieder prominenten Gästen wie Schauspielern und Politikern.

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Im neuen Tatort geht es ums Gastrogewerbe. Genauer, um die dunklen Seiten im Gewerbe, um Schutzgelderpressung. Ein Wirt, der offenbar den Ganoven im Wege ist, wird brutal umgebracht. Gerd Kastenmeier: „Die Filmleute vom Tatort waren schon vor zwei Jahren bei mir und haben gedreht. Die Regie hat mich vor den Aufnahmen im November 2018 gefragt, ob ich diesmal nicht als Leiche im Krimi mitspielen würde.“

Der Promi-Koch als Leiche auf dem Seziertisch in der Pathologie im Uniklinikum Dresden. 
Der Promi-Koch als Leiche auf dem Seziertisch in der Pathologie im Uniklinikum Dresden.  © Sabine Mutschke

Gerd Kastenmeier ist bekannt dafür, keiner Sache aus dem Weg zu gehen, die zum einen interessant und zum anderen Aufsehen erregt. Also willigte er ein.

Aber Leiche und nur so daliegen, das kann ja jeder. Mit Kastenmeier, der im Tatort Joachim Benda heißt, wird brutal umgegangen. Fünf Schüsse in den Körper, einen in den Kopf. Das Präparieren und Schminken dafür war für den Radebeuler neu. Von Einschusslöchern aus Silikon, die aufgeklebt werden, von auslaufender Hirnmasse, die aus Puffreis zusammengerührt wird, erzählt er quicklebendig.

Die Maskenbildnerin, eine Expertin aus Wien, mit Ausbildung in den USA, habe das auf den Körper lebensecht, oder treffender todesecht, gezaubert. Das Blut sei das bessere Filmblut gewesen, habe man ihn informiert. „Schmeckt süßlich“, sagt die Filmleiche und schmunzelt im Rückblick auf das vier Stunden lange Geschehen um diese eine Filmszene.

Wohl etwa 20 Einstellungen seien gedreht worden. Für das viele Blut gab es Hemden von den Ausstattern. Zwanzigmal musste die Putzfrau einen gellenden Schrei ausstoßen, als sie den Erschossenen im Zimmer auf dem Schreibtisch liegend blutüberströmt entdeckte. „Mir schmerzten noch am Abend die Ohren“, erinnert sich Kastenmeier an den aufwendigen Dreh vom vorigen Jahr.

Den Drehort hat er übrigens auch dem MDR-Team vermittelt. Das Büro der Finanzkanzlei von Udo Wittig, einem Stammgast des Wirtes, nur wenige Schritte vom Kurländer Palais entfernt. Dort mussten für drei Tage alle ausziehen. Die Filmhandwerker haben schwer umgebaut – extra Wände wurden eingezogen für die Einschüsse. Ein Filmschreibtisch musste her, damit man da hinein ebenfalls Löcher, von Pistolenkugeln verursacht, bohren konnte.

In Wirklichkeit ist Kastenmeier quicklebendig und betreibt das Kastenmeiers im Taschenbergpalais.
In Wirklichkeit ist Kastenmeier quicklebendig und betreibt das Kastenmeiers im Taschenbergpalais. © Michael Schmidt

In zwei längeren Einstellungen war Kastenmeier dabei. In der zweiten dann aber doch als herumliegende Leiche. Diese Szene spielte nämlich in der Pathologie vom Dresdner Uniklinikum. „Harter Stahltisch, mit Stahlkopfkissen und Abflussrinne fürs Blut. Mit zugenähter Schnittnaht, aufgeklebt auf dem Bauch. Das dauerte alles fünf Stunden“, berichtet die Filmleiche.

Im Nachhinein sagt der gelernte Koch: „Erst mal machst du ja einfach den makabren Spaß mit. Doch später geistert einem dann doch manches durch den Kopf, wenn du dich an die vielen Gläser mit inneren Organen in der Pathologie erinnerst oder an den kalten Stahltisch.“ Doch letztlich lacht Kaste die trüben Gedanken weg. So was macht man eben einmal, ein zweites Mal muss es nicht sein. Seine Lebensgefährtin hat zur grusligen Erinnerung immerhin ein paar Fotos mit dem Handy geschossen.

Dass Gerd Kastenmeier im Dresden-Tatort die erschossene Leiche spielt, hat sich inzwischen deutschlandweit bei Freunden und Stammgästen herumgesprochen. Mails mit, wann es denn den Leichenschmaus geben würde, oder ob am 18. August noch ein Tisch bei ihm im Taschenbergpalais frei sei, kommen jetzt bei ihm an. Doch ausgerechnet am 18. August fliegt Gerd Kastenmeier nach Kroatien. Dort hat er sich schon einen guten Platz vor einem Fernseher organisiert, um Tatort zu schauen. „Was ich sonst nicht mache. Ich glaube, es ist überhaupt mein Erster, den ich mir ansehe“, so der Neu-Radebeuler.

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