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Bautzen

Rammenauer Bürgermeister aus Quarantäne zurück

Andreas Langhammer hatte sich mit dem Coronavirus infiziert. Fast vier Wochen durfte er das Haus nicht verlassen. Was er in dieser Zeit Positives gelernt hat.

Bürgermeister Andreas Langhammer ist zurück im Rammenauer Gemeindeamt - nach 26 Tagen in Quarantäne.
Bürgermeister Andreas Langhammer ist zurück im Rammenauer Gemeindeamt - nach 26 Tagen in Quarantäne. © SZ/Uwe Soeder

Rammenau. Andreas Langhammer fährt seit Freitag wieder auf Arbeit. Im Grunde genommen macht er aber nichts anderes als in den zurückliegenden vier Wochen: Er leitet als ehrenamtlicher Bürgermeister die Gemeinde Rammenau  und macht seinen Job im Fensterwerk. Und doch gibt es einen riesengroßen Unterschied: 26 Tage lang musste der 44-Jährige von zu Hause aus arbeiten, weil er nach einem positiven Corona-Test unter Quarantäne  stand.

Er hatte Glück: Die Symptome der Krankheit sind bei ihm nicht ausgebrochen. Zweimal verlängerte das Kreisgesundheitsamt die zunächst für zwei Wochen verfügte Isolation. Dreimal wurde Andreas Langhammer auf das Virus getestet. Der letzte Test am Mittwoch brachte die Gewissheit: Er ist geheilt. 

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Die Zeit ist im Rückblick schnell vergangen

Freitag früh führte sein erster Weg nach Rammenau ins Gemeindeamt. Er wollte Schriftkram aufarbeiten und mit Gewerbetreibenden darüber sprechen, wie die Gemeinde sie jetzt unterstützen kann.  Für Friseur,  Floristin, Gaststätten-Pächter und die Betreiberin eines Nagelstudios, die in gemeindeeigenen Immobilien eingemietet sind und jetzt aufgrund der Schließung ihrer Geschäfte nichts verdienen können, hatte er eine gute Botschaft: Die Gemeinde will  ihnen die Mietzahlungen erlassen, solange  der Betrieb ruhen muss.    

Außerdem  besuchte er am Freitag seine künftigen Schwiegereltern, um Danke zu sagen. Sie hatten ihn und seine künftige Frau, die ebenfalls unter Quarantäne stand, die ganze Zeit über mit dem Lebensnotwendigen versorgt und sich um den Hund gekümmert. 

Zur überstandenen Quarantäne sagt Andreas Langhammer, die Zeit sei im Rückblick schnell vergangen. Er bekennt aber auch: "So eine Situation muss so schnell nicht wiederkommen." 

Jeden Tag etwas Sinnvolles tun

Gut vernetzt, konnte er von zu Hause aus arbeiten. Durch seinen Doppel-Job bei German Windows in Rammenau und als Bürgermeister gab es viel zu tun. "Wichtig ist, dem Tag eine Struktur zu geben", sagt Andreas Langhammer. Und die sah wochentags so aus, dass er ab 8.30 Uhr am Laptop saß und arbeitete. 12 Uhr gab's Mittagessen, 15 Uhr Kaffeetrinken und 19 Uhr Abendbrot. Zu seiner Wohnung gehört eine Dachterrasse. Dort - allein - frische Luft zu tanken, war ausdrücklich erwünscht. Um körperlich fit zu bleiben, halfen kleinere Sportgeräte in der Wohnung und Online-Fitnessprogramme. Außerdem nutzte er die Zeit, um die Küche zu renovieren und die Terrasse fürs Frühjahr vorzubereiten.

Ein Patentrezept, um die Zeit einer Quarantäne gut zu überstehen, gebe es nicht, sagt Andreas Langhammer. Jeder Mensch, jede Familie habe ihre Besonderheiten. Er weiß, dass es nicht überall so problemlos läuft und wohl auch nicht laufen kann. "Wo Familien auf engem Raum wochenlang zusammenleben, wo Kinder beschäftigt werden müssen und Eltern die Zeit totschlagen, kann es schnell zu  Spannungen kommen", sagt er. 

Das nächste Vorhaben: Blut spenden

Die Zeit der Einschränkungen habe ihm und seiner Partnerin  zugleich viel Positives  gebracht:  "Diese Zeit hat uns noch enger zusammengeschweißt. Wir wissen jetzt, dass wir auch schwierige Situationen gemeinsam bewältigen können." 

Menschen wie Andreas Langhammer, die die Krankheit überstanden haben, gelten jetzt als  immun gegen das Virus. Er habe gehört, das Blut dieser Patienten sei jetzt besonders gefragt, da es bereits die Antikörper enthält.  Wenn es an dem ist, will er bei der nächsten Gelegenheit Blut spenden. 

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