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Zuwachs beim Reitverein Taucherwald

Eine Spendenaktion brachte 3.500 Euro für ein neues Ausbildungspferd. Der Verein suchte deutschlandweit nach einem Tier. Fündig wurde er dann ganz in der Nähe.

Stute Rieke - links im Bild - ist das neue Ausbildungspferd beim Reitverein Taucherwald in Großhänchen. Es löst Colorado ab. Geführt werden die Pferde von Marie Gnauck, der Vereinsvorsitzenden Katrin Hasler und Anna-Lena Gnauck (v.l.).
Stute Rieke - links im Bild - ist das neue Ausbildungspferd beim Reitverein Taucherwald in Großhänchen. Es löst Colorado ab. Geführt werden die Pferde von Marie Gnauck, der Vereinsvorsitzenden Katrin Hasler und Anna-Lena Gnauck (v.l.). © SZ/Uwe Soeder

Großhänchen. Marie und Anna-Lena striegeln liebevoll Ulrike. Die sieben Jahre alte Stute, die alle nur Rike nennen, steht brav da und lässt sich die Pflegeeinheiten gefallen. Sie lebt erst seit einigen Wochen auf dem Hof des Reitvereins Taucherwald im Burkauer Ortsteil Großhänchen. 

Das Tier ist noch in der Eingewöhnungsphase. Der Verein bereitet es für seine neue Aufgabe als Voltigierpferd vor. Künftig wird er es für den Reitunterricht der Kinder und Jugendlichen nutzen. 

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Dank der Spendenaktion der Kreissparkasse Bautzen "99 Funken" konnte der Reitverein das Pferd kaufen, berichtet die Vereinsvorsitzende Katrin Hasler. 3.500 Euro kamen im vergangenen Jahr innerhalb weniger Wochen zusammen. Doch damit war nur die erste Hürde genommen. 

Hohe Anforderungen an ein Ausbildungspferd

Denn wo bekommt man ein gutes Pferd her, das ausgeglichen,  kinderlieb und für den Unterricht geeignet ist?  Der Verein suchte ein Jahr lang deutschlandweit, unter anderem auf einschlägigen Internetseiten und bei Ebay-Kleinanzeigen. Vereinsmitglieder schauten sich einige Pferde in Ostsachsen an. Das Passende war nicht darunter. 

Schließlich wurden die Großhänchener aber doch fündig -  im Nachbarort Uhyst. Dort gab ein Eigentümer den Deutschen Kaltblüter, eine selten gewordene Rasse, ab.  

Der muskulösen "Rike" wäre möglicherweise ein Leben als Zugpferd beschieden gewesen, zum Beispiel um im Wald Holzstämme zu transportieren. Jetzt wird  Reitlehrerin Claudia Pohle sie für den Unterricht einsetzen. Zehn Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahren werden künftig auf diesem Pferd ausgebildet. 

Veteran Colorado genießt jetzt den Ruhestand

Marie und Anna-Lena, neun und zwölf Jahre jung, sind mit Pferden vertraut. Die beiden Mädchen, die Nachbarn sind und zufällig den gleichen Familiennamen Gnauck tragen, waren mit ihren Eltern schon auf dem Reiterhof, als sie noch ganz klein waren. In den Sommerferien kamen sie fast jeden Tag, um ihre Lieblinge zu sehen und auf der Anlage zu helfen.  Sie freuen sich schon auf die ersten Übungsstunden mit Ulrike. 

Bisher war der Schimmel Colorado ihr Ausbildungspferd. Der hat mittlerweile mit 26 Jahren ein stattliches Pferdealter erreicht. Jetzt  darf er auf dem Reiterhof seinen  Ruhestand genießen.   

Der Verein verkaufte ihn für einen symbolischen Euro an eines seiner Mitglieder, Enrico Truhöl. Der Demitzer übernimmt im Gegenzug die Kosten fürs Pferd und kümmert sich ums Tier. Am Nachmittag unseres Besuches führt er den Veteran am Zügel ein paar Runden rund um den Stall, damit das Tier etwas Auslauf hat. Gelegentlich reitet er mit ihm in den nahen Taucherwald  - gemächlich, dem Alter des Tieres angepasst.

Privatleute lassen ihre Pferde hier pflegen

Im Stall und auf den Koppeln stehen zurzeit 23 Pferde. Drei gehören dem Verein, 20 sind Pensionspferde, die Privatleute beim Reitverein einstellen. Der Verein übernimmt auch die Pflege der Tiere.  Mit dieser Dienstleistung und den Einnahmen aus dem Reitunterricht finanziert der Verein den Reiterhof, den der Unternehmer Willi Wallmüller Ende der 1990er-Jahre eingerichtet hatte. Claudia Pohle ist nicht nur Reitlehrerin, sondern auch die Chefin im Stall. Die ausgebildete Pferdewirtin ist beim Verein fest angestellt.

Dem Verein, der im Jahr 1998 gegründet wurde, gehören 60 Mitglieder an. Etwa die Hälfte von ihnen sind Kinder und Jugendliche, sagt Katrin Hasler. Sie übernahm schon kurze Zeit nach der Vereinsgründung den Vorsitz. "Einige Mädchen, die damals zum Reiten kamen, sind heute Mütter und bringen inzwischen schon ihre Kinder auf den Reiterhof", sagt sie. 

Die Aufgaben im Verein werden auf viele Schultern verteilt. "Sonst wäre das nicht zu schaffen", sagt die Vorsitzende, die auf vielen Gebieten zu Hause ist. Katrin Hasler, gelernte Schäferin, hat Familie. Sie geht arbeiten, betreut zu Hause etliche Tiere und ist mit Herzblut beim Reitverein dabei.  

Reiterfest unter Corona-Bedingungen

Zurzeit bündelt man im Verein die Kräfte, um das Reiterfest am 12. und 13. September  vorzubereiten. Dort sollen Colorado offiziell verabschiedet und seine Nachfolgerin Ricke begrüßt werden. Zum Programm gehören außerdem am Sonnabend ein Volleyballturnier und eine Abendparty mit Schaubild sowie ein Reitturnier am Sonntag. 

Für das Fest wurde ein Hygienekonzept erarbeitet. Denn ausfallen lassen möchte man das Fest - jedes Jahr der Höhepunkt in Großhänchen - auch in diesem Jahr nicht. 

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