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Rothenburg muss fürs Bürgerzentrum nachsitzen

Der Standort in Rothenburg scheint eigentlich klar. Doch jetzt drängt der Stadtrat auf Alternativen.

Der alte Kindergarten in der Martin-Ulbrich-Straße ist längst abgerissen. Doch ob hier - wie angedacht - das neue Bürgerzentrum entsteht, ist noch nicht sicher.
Der alte Kindergarten in der Martin-Ulbrich-Straße ist längst abgerissen. Doch ob hier - wie angedacht - das neue Bürgerzentrum entsteht, ist noch nicht sicher. © André Schulze

In den vergangenen Monaten hatte Rothenburg mit Hochdruck auf das neue Bürgerzentrum hingearbeitet. Nach den jüngsten Entwicklungen steht nun allerdings fest: Das Projekt wird zwar weiterhin vorangetrieben. Doch inhaltlich gibt es Punkte, die gegenüber den Ursprungsvorstellungen stark abweichen.

Längst hat das Bürgerzentrum die ersten Hürden genommen. In einer sogenannten "Planungsphase Null" wurde bei sämtlichen potenziellen Nutzern der Bedarf abgefragt. Daraus ergaben sich Größe und Struktur des Baukörpers. Und sein wahrscheinlicher Standort - nachdem das anfangs mit dafür vorgesehene Areal an der Uhsmannsdorfer Straße wegen Größe und Komplexität der neuen Oberschule inklusive Sporthalle dafür ausgeschieden war. Seit Wochen ist deshalb das Areal der früheren Kita - gleich neben der aktuellen Kindertagesstätte - in der Martin-Ulbrich-Straße Favorit. Der marode Altbau wurde sogar schon abgerissen, die Fläche eingeebnet. Sie wartet geradezu auf den Beginn der Bauarbeiten.

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Bürgermeisterin und CDU unterschiedlicher Meinung

Doch ob sie dort tatsächlich stattfinden werden, ist noch nicht sicher. In der letzten Stadtratssitzung brachte Robert Eichler für die CDU den Vorschlag ein, sich noch nicht auf diesen Standort festzulegen. Besser sei es, auch anderswo in Rothenburg nach einer Möglichkeit zu suchen, ein Bürgerzentrum zu installieren. Laut seinem Fraktionskollegen Tino Kittner könne es durchaus sinnvoll sein, andere Objekte in die Diskussion mit einzubeziehen.

Ein paar Tage später antwortete Bürgermeisterin Heike Böhm auf SZ-Nachfrage: "Der Stadtrat habe sich dazu entschieden, das Bürgerzentrum ,analog unseren Stadtratsbeschlüssen der letzten beiden Jahre in der Martin-Ulbrich-Straße zu belassen'." Planerische und finanzielle Veränderungen würden sich damit erübrigen. Die Rathauschefin hatte bei der Stadtratssitzung nämlich zu bedenken gegeben, dass die Suche nach der passenden Finanzierung bei einem anderen Standort wieder völlig neu beginnen müsse.

Bestandsgebäude sollen auf Eignung geprüft werden

Doch so leicht lässt sich die CDU offenbar nicht von ihrem Anliegen abbringen, andere Flächen in die Überlegungen mit einzubeziehen. Fraktionschef Steffen Schlafke, selbst bei der August-Sitzung im Urlaub: "Die Sache ist noch nicht entschieden. Ich denke, das wird noch eine längere Diskussion ergeben." Man wolle niemanden in der Stadtverwaltung ärgern, auch die Bürgermeisterin nicht. Aber: "Es muss doch erlaubt sein zu prüfen, ob es andere - vielleicht schon bestehende - Objekte für ein solches Bürgerzentrum gibt." Diese Untersuchung wolle man bei der Verwaltung in Auftrag geben. Denn: "Es kann doch nur gut sein, Leerstand zu beseitigen, statt neue Nutzfläche zu schaffen. Dazu brauchen wir eine grundsätzliche Entscheidung."

Fest steht unterdessen, dass das Bürgerzentrum - egal an welchem Ort - ohne Luftgewehrschießstand auskommen muss. Die Einordnung dieses vom Schützenverein gestellten Wunsches wäre räumlich wie finanziell nicht darstellbar gewesen. Der Stadtrat hat deshalb entschieden, das Projekt herauszulösen und bei der Entwicklung eines separaten Vereinsdomizils behilflich zu sein. Untersucht werden soll zum Beispiel, ob sich der Luftgewehrschießstand mit zehn Bahnen, Schiedsrichterraum und Waffenkammer mit in die neue Sporthalle an der Uhsmannsdorfer Straße integrieren lassen.

Bürger können bisherige Planungen einsehen

Ein separater Anbau an das Bürgerzentrum scheidet aus. Laut Heike Böhm würden sich daraus - je nach Baustoffwahl und Ausstattung - Kosten von 300.000 Euro oder mehr ergeben. Dies sei "unverhältnismäßig kostenintensiv".

Unabhängig davon, ob das Bürgerzentrum in der Martin-Ulbrich-Straße entsteht oder an einem anderen Ort, können sich die Rothenburger vom 9. September bis 2. Oktober selbst ein Bild von den bisherigen Planungen machen. In diesem Zeitraum wird der Vorentwurf des Bauplanes im Rathaus ausgelegt. Zugleich werden die Träger öffentlicher Belange beteiligt und um Stellungnahmen gebeten.

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