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Rothenburger Klinik eröffnet Praxen in Görlitz und Niesky

Zwei Orthopäden gehen in Ruhestand. Nachfolger wird das Martin-Ulbrich-Haus. Für die Patienten wird manches neu.

Jaroslaw Zalewski, am Orthopädischen Zentrum in Rothenburg Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, hat die medizinische Leitung des neuen Medizinischen Versorgungszentrums übernommen.
Jaroslaw Zalewski, am Orthopädischen Zentrum in Rothenburg Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, hat die medizinische Leitung des neuen Medizinischen Versorgungszentrums übernommen. © André Schulze

Die ambulante Orthopädie-Landschaft an der Neiße wandelt sich. So hat das Rothenburger Martin-Ulbrich-Haus (MUH) jetzt ein eigenes Medizinisches Versorgungszentrum unter dem Namen „Orthopädische Zentrum MVZ Martin-Ulbrich-Haus GmbH“ gegründet. Es steht unter der medizinischen Leitung von Jaroslaw Zalewski und wird kaufmännisch von MUH-Chef Jörg Ruppert geführt. Das Zentrum wird aber nicht nur in Rothenburg wirken, in Niesky hat es bereits eine Außenstelle eröffnet. Und zum 1. April kommt eine weitere in Görlitz hinzu.

Das MUH übernimmt dabei die Kassensitze von zwei privat niedergelassenen Orthopäden, die in Ruhestand gehen. „Dr. Wolfgang Kögler in Niesky und Dr. Rainer Jonas in Görlitz, die beide über 60 Jahre alt sind, wollen beruflich kürzer treten“, sagt Jörg Ruppert. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) schrieb beide Sitze aus. „Da es keine anderen Bewerber gab, hat das Martin-Ulbrich-Haus den Zuschlag bekommen. Daraufhin haben wir bereits zum 1. Juli 2018 das MVZ gegründet.“ Warum es keine Interessenten für die Übernahme der Zulassungen gab, liegt für Jörg Ruppert klar auf der Hand: „Niedergelassene Ärzte können sich heute nicht mehr nur auf die medizinische Versorgung ihrer Patienten konzentrieren, sondern müssen auch einen Berg an Vorschriften beachten und Abrechnungen erledigen. Das fällt dem Einzelnen viel schwerer als einem MVZ, in dem es Fachleute dafür gibt.“ Im Orthopädischen Zentrum sei man auf jeden Fall zufrieden, nun die gesamte Palette von ambulanter, stationärer und rehabilitativer Behandlung anbieten zu können.

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Zum Beginn des zweiten Quartals, wenn nach der Hauptbetriebsstätte in Rothenburg und der ersten Nebenbetriebsstätte in Niesky auch die zweite in Görlitz zu arbeiten beginnt, kümmern sich im Rahmen der 2,5 von der KVS zugelassenen Sitze vier Ärzte und eine Psychotherapeutin um die Patienten. In Niesky geschieht dies in der Praxisgemeinschaft Muskauer Straße 21, in Görlitz im Ärztehaus Octamed in unmittelbarer Nähe des St. Carolus Krankenhauses. Dort will man je nach Notwendigkeit auch mit anderen Ärzten kooperieren. Zum Beispiel mit der radiologischen Praxis von Dr. Matthias With, um auf kurzem Weg MRT-Untersuchungen durchführen zu können. Für die Patienten von Dr. Jonas sind damit neue Wege verbunden, denn bislang war die Praxis am Städtischen Klinikum zu finden.

Jörg Ruppert sieht Medizinische Versorgungszentren generell im Kommen, allerdings gebe es zwei unterschiedliche Trends: „In Ballungsräumen versuchen Investmentgesellschaften damit ordentlich Geld zu verdienen. In ländlichen Gebieten wie bei uns geht es in erster Linie darum, die medizinische Versorgung abzudecken. In beiden Fällen natürlich vorausgesetzt, die Kassenärztliche Vereinigung sieht den Bedarf dazu.“ Sicherlich seien solche Zentren keine Allheilmittel, als ambulante Gesundheitsdienstleister aber wichtig für die Behandlung der Patienten, wenn keine stationäre Einweisung nötig sei. Die müsse übrigens nicht immer an die Stammhäuser erfolgen. Denn: „Die Leute holen sich meist noch eine zweite Meinung und entscheiden dann, wohin sie gehen.“

Anderen Medizinischen Versorgungszentren oder Krankenhäusern Konkurrenz machen wolle man mit der Expansion nach Niesky und Görlitz nicht, erklärt Jörg Ruppert. Man sei auf die Behandlung orthopädischer Erkrankungen spezialisiert und möchte die ambulante Versorgung in den beiden Gebieten mitgestalten, so der Geschäftsführer des Orthopädischen Zentrums Rothenburg.

Eine Ausdehnung des Orthopädie-MVZ in andere Teile des Landkreises sieht der Geschäftsführer derzeit nicht. Denn einerseits müsse die KVS auch dort den Bedarf dazu sehen, auf der anderen Seite seien Fachärzte aus der jeweiligen Gegend und geeignete Räumlichkeiten notwendig. „Falls es tatsächlich Bedarf geben sollte, müssten wir uns die Frage stellen, ob es auch Sinn macht und wirtschaftlich darstellbar ist.“ Zum Beispiel würden dann leistungsfähige Datenleitungen gebraucht, um die einzelnen Standorte miteinander zu vernetzen.

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Inhaltlich, so Ruppert, sei eine Erweiterung des MVZ allerdings durchaus möglich. „Wir wollen all das einbringen, was unmittelbaren Bezug zur Orthopädie hat.“ So sei die Rheumatologie eine Disziplin, die zur Abrundung des Angebots denkbar wäre.

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