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Rückkehrer übernimmt Neukircher Betrieb

Der Ex-Frankenthaler Robert Jung gründete in München eine Firma für Gebäudemanagement. Nun startet er in seiner Heimat nochmal neu.

Der neue und der alte Chef vor dem Betriebssitz in Neukirch: Robert Jung (links) übernimmt zum 1. Januar den Hausmeisterservice von Wolfgang Rätze.
Der neue und der alte Chef vor dem Betriebssitz in Neukirch: Robert Jung (links) übernimmt zum 1. Januar den Hausmeisterservice von Wolfgang Rätze. © Steffen Unger

Neukirch. Unternehmensnachfolge gesichert: Aus der Gebäudereinigung Wolfgang Rätze in Neukirch wird das Gebäudemanagement Jung. Dessen Inhaber Robert Jung übernimmt den Neukircher Betrieb mit Beginn des neuen Jahres . Die drei Mitarbeiter wechseln zum neuen Unternehmen. Darüber hinaus stellte Robert Jung bereits einen Vorarbeiter ein. Er selbst wird künftig an zwei Standorten präsent sein – in München, wo er fünf Mitarbeiter beschäftigt, und in Neukirch. Wolfgang Rätze geht nach 47 Arbeitsjahren in den Ruhestand.

Der jetzt 32-Jährige stammt aus der Region. Er verbrachte seine ersten Lebensjahre in Wilthen, dann zog die Familie nach Frankenthal um. Robert Jung erlernte den Beruf des Restaurantfachmannes. Er arbeitete anschließend in der Gastronomie, unter anderem ein Jahr auf Kreta, wo er seine Frau kennenlernte. Den Branchenwechsel zum Gebäudemanagement begründet er damit, dass er beruflich etwas Handwerkliches machen wollte. Angesichts der Situation auf dem Arbeitsmarkt vor einigen Jahren entschied er sich, nach München zu gehen. Jetzt, da die wirtschaftliche Lage in Ostsachsen besser ist, kehrt er zurück in die Region. Ein Trend, den Robert Jung auch bei Gleichaltrigen in Ostsachsen feststellt, die einst wegen der Ausbildung oder der Arbeit fortgegangen sind. Nun sind die beruflichen Aussichten hier wesentlich besser als noch vor einigen Jahren. Für viele ein Argument zurückzukehren. Höheren Löhnen im Westen, sagt er, stünden meist auch höhere Lebenshaltungskosten gegenüber. Vor allem in Großstädten wie München, Stuttgart, Berlin oder Hamburg.

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Er selbst habe immer das Ziel gehabt zurückzukehren. „Die Oberlausitz – das ist Heimat“, sagt Robert Jung. Das ist die Familie, das sind Freunde, das ist die Natur, das ist die ländlich geprägte Region, zählt er auf, was für ihn hier Lebensqualität ausmacht. Er und seine Frau kauften ein Haus in Neukirch, das sie sanieren möchten. Die Oberlandgemeinde soll künftig ihr Lebensmittelpunkt werden. Von hier aus will Robert Jung später auch seinen Münchener Betrieb führen. Fürs Erste wird er pendeln: Drei Tage in der Woche wird er in Neukirch, zwei in München arbeiten.

Neukirchs Bürgermeister Jens Zeiler (CDU) half, dass beide Unternehmer zusammengefunden haben. Er hatte gehört, dass Wolfgang Rätze einen Nachfolger für seine Firma sucht – und er gab Robert Jung den Tipp, bei ihm nachzufragen. Durch den Eigentümerwechsel werde sich für die Kunden nichts ändern, sagen der scheidende und der künftige Firmenchef. Auch der Betriebssitz bleibt unverändert an der Straße An der Feuerwache.

Früher Hausmeister an der Mittelschule

Der 1996 gegründete Betrieb, den Wolfgang Rätze in den ersten vier Jahren nebenberuflich, seit dem Jahr 2000 hauptberuflich führt, ist über Neukirchs Grenzen hinaus bekannt. Zum Beispiel auch in Bischofswerda und Stolpen sind die Mitarbeiter und ihr Chef tätig. Zu den üblichen Leistungen eines Hausmeisterdienstes, wie Arbeiten rund ums Haus, Grasmahd, Grünanlagenpflege und Winterdienst für Kommunen sowie für gewerbliche und private Kunden, kommt ein besonderes Betätigungsfeld: Seit rund 20 Jahren verpackt die Firma die im Neukircher Trumpf-Werk hergestellten Werkzeugmaschinen für den Versand. Da ist Akribie gefragt, sagt Wolfgang Rätze. Eine große Anzahl von Teilen bis zur kleinsten Schraube ist so zu sichern und in Kisten zu verpacken, dass sie – oft auch seetauglich – vollständig und ohne Schäden bei den Kunden ankommen. Das Unternehmen Gebäudemanagement Jung wird auch das fortsetzen.

Wolfgang Rätze, der früher Hausmeister an der Neukircher Mittelschule und somit bei der Gemeinde angestellt war, ist mit seinen langjährigen Erfahrungen nicht aus der Welt; er wohnt gleich neben dem Betriebssitz. Langweilig werde ihm im Ruhestand garantiert nicht, betont der 62-Jährige. Er hat ein Hobby, mit dem er schon viele Menschen begeisterte: Er baut Modelleisenbahnen und stellt die Anlagen aus. Kürzlich war er zum Beispiel in Putzkau mit dabei, als es eine große Ausstellung zum 140-jährigen Bestehen der Bahnlinie Bischofswerda – Niederneukirch gab.

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