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Riskante Fahrmanöver auf der Staatsstraße

Raus aus der Heidenauer Tankstelle an der S172 und quer über alle Fahrbahnen: Verboten, aber oft praktiziert. Zum Glück passieren kaum Unfälle - oder leider.

Auf dieses Foto musste der Fotograf gar nicht lange warten. An der Heidenauer Star-Tankstelle wird sehr oft verbotenerweise nach links abgebogen.
Auf dieses Foto musste der Fotograf gar nicht lange warten. An der Heidenauer Star-Tankstelle wird sehr oft verbotenerweise nach links abgebogen. © Daniel Schäfer

Es passiert immer wieder und immer öfter. An der Star-Tankstelle in Heidenau fahren Kraftfahrer nach dem Tanken links über den Mittelstreifen in Richtung Dresden. Verboten, aber offenbar ist ihnen der kleine Umweg über die nächste Kreuzung zu weit. Das es bei den gefährlichen Manövern bisher kaum zu Unfällen kommt, ist zwar gut, für eine Lösung aber schlecht. Denn für das Landratsamt steht fest: Der Abschnitt ist, was Unfälle betrifft, nicht auffällig, es gibt nicht mal eine Häufung von Unfällen. Denn letzten schweren Unfall gab es vor fünf  Jahren.

Weil Schutzmaßnahmen nur angeordnet werden dürfen, wo sie erforderlich sind, ist die S172 an dieser Stelle in Heidenau raus. Zudem ist die Rechtslage eindeutig und für alle Verkehrsteilnehmer erkennbar, sagt Heiko Weigel, zuständiger Beigeordneter und Geschäftsbereichsleiter für Bau und Umwelt. "Die doppelte Sperrlinie darf nicht überfahren werden." Dass sich eben viele daran nicht halten, ist aber eben keine statistische Größe wie Unfälle.

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Fragliche Notwendigkeit

Das Verrückte an der Sache ist im konkreten Fall nur, den Überfahrschutz in der Mitte gab es vor vielen Jahren schon einmal. Warum er entfernt wurde, ist nicht mehr genau zu klären.  Warum er nicht wieder draufkommt aus Sicht des Landratsamtes schon. Die Verkehrsbehörden haben für derartige Fälle klare Kriterien, heißt es. "Die Maßnahme muss erforderlich sein und zu einer Verbesserung der Sicherheit führen", liest sich das in Amtsdeutsch. Übersetzt: Gibt es nicht genug Unfälle, fehlt das Indiz für die Notwendigkeit.

Am Ende bleibt wie so oft die Frage: Warum muss immer erst was Schlimmes passieren. Der Überfahrschutz wäre ein kleiner Aufwand mit einer großen Wirkung. So wartet man auf die große Wirkung, um dann den kleinen Aufwand zu betreiben. Der Überfahrschutz schadet auf keinen Fall, auch wenn er nicht dazu beiträgt, die Unfallstatistik zu senken. 

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