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Bischofswerda

Sanierte Straße sucht Geschäftsleute mit Ideen

Am Tag der offenen Hinterhöfe in Bischofswerda feierten Händler das Bauende der Bahnhofstraße. Der Andrang war riesig – nicht nur dort.

Annemarie Gierth vom Haus der Dame (li.) mit Carola Schneider, einem ihrer Model. Die Geschäftsfrau gestaltete am Sonntag mehrere Modenschauen. Über neue Nachbarn an der Bahnhofstraße würde sie sich freuen.
Annemarie Gierth vom Haus der Dame (li.) mit Carola Schneider, einem ihrer Model. Die Geschäftsfrau gestaltete am Sonntag mehrere Modenschauen. Über neue Nachbarn an der Bahnhofstraße würde sie sich freuen. © Rocci Klein

Bischofswerda. Zoohandlung, Dessous oder ein Elektronikfachgeschäft – mancher Besucher des Tages der offenen Hinterhöfe in Bischofswerda staunte nicht schlecht, als er diese Geschäftsnamen am Sonntag am ehemaligen Buchladen an der Bahnhofstraße las. Der eine oder andere dachte tatsächlich zunächst, für das seit Jahren leerstehende Ladenlokal in bester Bischofswerdaer Einkaufslage sei ein neuer Nutzer gefunden. Doch so weit ist es noch nicht.

Trotzdem, Geschäftsleute in der Innenstadt wie Annemarie Gierth, die Inhaberin vom Haus der Dame, und Stadt-Apotheker Rainer Klotsche haben die Hoffnung, dass sich, nachdem die innere Bahnhofstraße nun saniert ist, auch an und in den Häusern etwas tun wird. Ein paar Ideen, was in Bischofswerda möglich ist und gebraucht wird, haben sie an einige Schaufenster leerstehender Geschäfte geschrieben – etwa Schuhladen, Spielwaren oder Kindermode.

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Ideengeber Rainer Klotsche realisierte diese Aktion gemeinsam mit der Steinigtwolmsdorfer Werbeagentur mpunkt und dem Bischofswerdaer Unternehmen Issitec. Finanziert wurden die großflächigen Werbeposter durch den Verfügungsfonds der Stadt Bischofswerda sowie privat. Anlass war ein Straßenfest, welches Geschäftsleute am Sonntag ausrichteten, um den Sanierungsabschluss der Bahnhofstraße zu feiern. Sie stellten eine lange Tafel, wo man rasten und miteinander reden konnte – auch über Zukunftschancen für die Schiebocker Innenstadt. Mit dabei insbesondere mit Kinderangeboten war auch der Verein Regenbogen.

Fast jedes zweite Geschäft an der Bahnhofstraße steht leer. Und nicht nur dort gibt es Leerstand. Die Schaufensteraktion sei „etwas provokativ“, sagte Rainer Klotsche der SZ. Doch er sieht Hoffnung für die Stadt, zumal zurzeit mehrere Häuser in der Innenstadt saniert werden. „Es passiert viel in Bischofswerda“, sagt der Apotheker. So etwas macht Mut – und es soll auch anderen Mut geben. Vielleicht auch, um in Bischofswerda ein Geschäft neu zu eröffnen oder einen bestehenden Laden weiterzuführen. Ob sich ein Geschäft trägt, liegt zum einen am Angebot und der Präsentation, zum anderen aber auch an den Bischofswerdaern selbst. „Die Leute müssen hingehen“, sagt Rainer Klotsche.

Das Fest auf der Bahnhofstraße fand im Rahmen des deutschlandweiten Tages des offenen Denkmales statt, der in Bischofswerda seit rund 20 Jahren als Tag der offenen Hinterhöfe begangen wird. Rund 30 Gastgeber luden in diesem Jahr ein. Parallel fand auf dem Altmarkt der Herbstmarkt statt, hatten Innenstadtgeschäfte geöffnet, wurde in der Carl-Lohse-Galerie die neue Dauerausstellung zur Junggesellenfraternität eröffnet, fand auf der Bautzener Straße ein Mittelalterfest statt, konnten Besucher einen Blick ins frühere Kino werfen, gab es den Startschuss für den Leihschiebock 2.0 – zwei Lastenfahrräder, die man ab diesem Montag kostenlos ausleihen kann.

Selten im Jahr ist Bischofswerdas Innenstadt so voll wie am zweiten Sonntag im September. Das war auch diesmal so. Die Besucher flanierten durch die Stadt, besuchten Höfe, die sonst meist verschlossen sind. Nicht nur an der Tafel auf der Bahnhofstraße war vor allem am Nachmittag ein ständiges Kommen und Gehen. Genau so hatten es sich die Organisatoren um Annemarie Gierth und Rainer Klotsche gewünscht. „Die Straße sieht sehr schön aus“, sagte Frau Gierth. „Es macht Spaß, mit so vielen Gästen zu feiern.“

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