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Richtig schwimmen statt nur rumplanschen

Erika Blume ist sauer, dass es zwar Aquajogging- aber keine Schwimmkurse für Erwachsene gibt. Die frühere Sportlehrerin will das in Zittau nun ändern.

Erika Blume freut sich auf die wärmere Jahreszeit und das Schwimmen im Olbersdorfer See. Das will sie mit den Mitgliedern ihres ersten Schwimmkurses tun.
Erika Blume freut sich auf die wärmere Jahreszeit und das Schwimmen im Olbersdorfer See. Das will sie mit den Mitgliedern ihres ersten Schwimmkurses tun. © Matthias Weber/photoweber.de

Hier, am Olbersdorfer See, möchte Erika Blume in einigen Monaten baden gehen. Nicht allein, versteht sich. Sondern mit den Teilnehmern ihres ersten Erwachsenen-Schwimmkurses. "Ich bin im Sommer oft hier am See", sagt die 66-jährige Wahl-Zittauerin und frühere Lehrerin, die einst Sport studiert und sich dabei aufs Schwimmen spezialisiert hat. Ein solcher Besuch am See hat für sie auch buchstäblich den Startschuss für ihren Plan gegeben.

Sie habe gesehen, dass ältere Badegäste meist nur vorn im flachen Wasser stehen und sich nass spritzen. "Ich habe sie dann mal gefragt, warum sie nicht richtig reingehen", erzählt sie und sagt: "Da haben sie mir erklärt, dass sie doch nicht schwimmen können." Für Erika Blume ist dieser Zustand gleich aus mehreren Gründen empörend: "Schwimmen kann so viel für die Gesundheit von Körper und Seele tun, es trainiert so viele Muskelgruppen und entspannt", sagt sie.

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Dass man das als Erwachsener aber nirgendwo mehr lernen kann, will sie nicht einsehen. Schwimmkurse für Große sind mehr als rar, hat sie festgestellt: "Hier gibt es nur Aquajogging", sagt Erika Blume. Und bei Aquajogging hört für sie der Spaß auf.

Denn in ihren Augen schade dieses "Rumgehampel" mehr als es nützt. Als sie in Dresden bereits an der dortigen Volkshochschule Schwimmunterricht geben wollte, habe sie sich das einmal genauer angesehen und war entsetzt: "Für mich ist das Verdummung!", schimpft sie. Schwimmen sei für das ganzheitliche Muskeltraining viel besser. Und lebensrettend obendrein. Keine Frage, dass sie sich bei der aktuellen Diskussion über den Weiterbetrieb der Hirschfelder Schwimmhalle zu Wort meldet und beim Solidaritäts-Schwimmen für deren Erhalt dabei ist.

Mit Froschpaddeln fängt es an

Deshalb bietet sie ihren ersten Kurs an der Volkshochschule Dreiländereck an. Im Zittauer Stadtbad wird sie am 7. März mit einem Kurs beginnen, bei dem Erwachsene entspannt und ohne Druck Schwimmen lernen sollen. "Ich fange natürlich mit Wassergewöhnung an", schildert sie. Danach werde sie die Techniken fürs Rücken- und Brustschwimmen parallel lehren. "Ich nehme als Hilfsmittel nur die sogenannte Nudel und das Brett", sagt sie. Die Hüften ebenfalls zu stützen, lehnt sie ab, weil es auf diese Weise nicht wirklich möglich sei, die richtige Lage im Wasser - die "Gleitbootlage" - zu erlernen.

Rückenschwimmen ist für sie übrigens zunächst erst einmal die "Froschpaddel-Technik". Dabei werden die Arme nicht abwechselnd, sondern gleichzeitig nach oben beziehungsweise zur Seite geführt. Das sei für Anfänger einfacher und entspannter, sagt Erika Blume.

Entspannter beim Brustschwimmen bleiben ihre Schüler auch, wenn sie nicht den Kopf krampfhaft nach oben halten, sondern ins Wasser eintauchen, skizziert sie ihre Sicht. Schließlich soll Schwimmen ja eher die Gesundheit fördern als Schaden anrichten.

Streitbare Kursleiterin

Zehn Trainingsstunden sind in dem Kurs geplant. Dass sie bisher eigentlich nur Kinder und Jugendliche unterrichtet hat - wenngleich auch jeglichen Alters, jeglicher Schulform sowie mit und ohne Handicap - macht ihr keine Angst. "Ja, ich bin gespannt, wie das mit den Erwachsenen wird, aber ich bin sicher, dass das genauso gut funktioniert", sagt die frühere Sportlehrerin.

Da sie als Sport- und Schwimmlehrerin schon eine Weile "außer Dienst" ist und die entsprechenden Nachweise so rasch nicht einholen konnte, wird der Kurs zusätzlich von einem Schwimmmeister des Stadtbades abgesichert, bestätigt der Leiter der Volkshochschule, Matthias Weber, auf Nachfrage. Den Enthusiasmus der streitbaren Kursleiterin, die sich für die Natur einsetzt und an der VHS bereits Handarbeitskurse wie Spinnen mit der Handspindel anbietet, schätzt er in dieser Sache durchaus. Dass sie am Ende mit ihrem Kurs ein Bad im Olbersdorfer See nehmen wird - schwimmend - kann er sich durchaus vorstellen.

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