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Sensor-Hersteller baut in Waldheim an

Endress und Hauser entwickelt sich rasant. Der Neubau ist schon wieder zu klein.

Produktionsleiter Bert Blankenburg (hinten links) erklärt Torsten Herbst (3. von links) die Herstellung eines Sensors zur Flüssigkeitsanalyse. Herbst besuchte auf Einladung von Bürgermeister Steffen Ernst (rechts) das Unternehmen Endress und Hauser.
Produktionsleiter Bert Blankenburg (hinten links) erklärt Torsten Herbst (3. von links) die Herstellung eines Sensors zur Flüssigkeitsanalyse. Herbst besuchte auf Einladung von Bürgermeister Steffen Ernst (rechts) das Unternehmen Endress und Hauser. © Lutz Weidler

Waldheim. Wie entsteht ein Sensor für Flüssigkeitsanalyse, der über Jahre – etwa in einer Kläranlage – zuverlässig seinen Dienst verrichtet? In Waldheim kümmern sich insgesamt 300 Mitarbeiter am Standort von Endress und Hauser Liquid Analysis an der Landsberger Straße darum.

Dort werden die Sensoren, vorrangig zur Messung des pH-Wertes, entwickelt und produziert. Wie das genau abläuft, darüber informierte sich Bundestagsabgeordneter Torsten Herbst (FDP) auf Einladung von Bürgermeister Steffen Ernst (FDP).

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57 Prozent der Mitarbeiter sind in Waldheim allein in der Abteilung Forschung und Entwicklung tätig. In den Testlabors werden die Sensoren extremen Belastungssituationen ausgesetzt.

Sensoren für die Pharmaindustrie

„Die Geräte müssen zuverlässig messen und das über Jahre“, erklärt Dr. Michael Hanko, Gruppenleiter Forschung und Entwicklung. Die Sensoren aus Waldheim werden nicht nur in Kläranlagen, sondern auch in der Pharma- oder Lebensmittelindustrie verwendet.

Die Produktion ist zum Großteil automatisiert. „Aber auch wir kommen auch an manueller Arbeit nicht vorbei“, erklärt Produktionsleiter Bert Blankenburg. „Es gibt sogenannte Renner-Sensoren, von denen jährlich große Stückzahlen geordert werden. Von anderen wiederum werden nur ganz wenige bestellt. Für diese lohnt sich eine automatisierte Fertigung nicht“, so Blankenburg. Ausgebildete Glasapparatebauer stellen wie Glasbläser die Röhrchen her und bearbeiten diese manuell.

Das Unternehmen Endress und Hauser Liquid Analysis hat in Waldheim eine rasante Entwicklung hingelegt. Los ging es im Jahr 1991 mit vier Mitarbeitern in einer ehemaligen kleinen Druckerei an der Bahnhofstraße.

Der Chef des Waldheimer Standortes von Endress und Hauser, Dr. Axel Fikus.
Der Chef des Waldheimer Standortes von Endress und Hauser, Dr. Axel Fikus. © Lutz Weidler

1997 folgte die Erweiterung in zwei Etagen eines gegenüberliegenden Wohnhauses. „Auch dort wurde es bald zu eng für die damals 39 Mitarbeiter. Die Produktion war auch dort schon teilweise automatisiert“, erklärt Dr. Axel Fikus, Standortleiter Waldheim und Produktionsverantwortlicher für alle Standorte.

 Ein moderner Erweiterungsbau im Gewerbegebiet entstand, in dem im Jahr 2003 die Produktion startete. Die Mitarbeiterzahl wuchs stetig und liegt inzwischen bei 300 Beschäftigten. Aber auch das neue Gebäude an der Landsberger Straße ist schon wieder zu klein. „Wir werden die Produktionsfläche von jetzt 10.000 auf 18.000 Quadratmeter erweitern“, so Fikus. Die Baugenehmigung liegt vor. Im Dezember sollen die Bagger anrollen.

AR-Technologie kommt zum Einsatz

Wie es einmal in den neuen Produktionsgebäuden aussieht, davon konnte sich Torsten Herbst mittels Augmented Reality (AR)-Technik und einer speziellen Brille ein Bild machen.

 Diese Technik kam und kommt dem Unternehmen während der Corona-Pandemie auch anderweitig zugute. „Wenn wir beispielsweise den Mitarbeitern in China die Funktionsweise einer neuen Maschine erklären, können wir mit ihnen in einem gemeinsamen virtuellen Raum arbeiten, ohne nach China zu müssen“, so Axel Fikus.

Die Firmengruppe Endress und Hauser zählt zu den führenden Anbietern von Messstellen und Komplettsystemen für die Flüssigkeitsanalyse. Am Hauptsitz in Gerlingen bei Stuttgart sowie an den Standorten Waldheim (Sachsen), Groß-Umstadt (Hessen), Anaheim (Kalifornien, USA) und Suzhou (China) sind mehr als 14.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Im Jahr 2019 wurden rund 2,6 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet und 230 Millionen Euro investiert.

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