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So entwickelt sich das Oberland

Die Wohungsbaugenossenschaft setzt auf Wohnraum in allen Preislagen. Ein besonderes Wohn-Projekt nimmt nun langsam Formen an. 

Baufortschritt mit Schwung: WBG-Vorstand Daniel Füssel schlug beim Richtfest den symbolischen letzten Nagel in den Balken.
Baufortschritt mit Schwung: WBG-Vorstand Daniel Füssel schlug beim Richtfest den symbolischen letzten Nagel in den Balken. © Rafael Sampedro

Genau dort, wo sich auch künftig die Oberland-Bewohner treffen können, stehen an diesem Nachmittag schon Tische und Bänke zum gemeinsamen Kaffeetrinken. Der rundliche Anbau dient beim Richtfest vor wenigen Tagen als Speiseraum.

Daniel Füssel wünscht sich, dass auch nach der Fertigstellung die Menschen aus dem Oberland hier zusammenkommen. Füssel ist Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) "Oberland". Der neue Gemeinschaftsraum soll nicht nur für die Hausbewohner da sein, sagt er. Hier wird künftig Mittagstisch und Kaffeetrinken angeboten, auf einer Leinwand können Filme oder Konzerte übertragen werden, beschreibt der WBG-Chef die Pläne.  

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Der Rohbau für den neuen Wohnpark "Spreequelle" steht. Entstanden ist er an der Oswald-Richter-Straße. Dort, wo mal ein Wohnblock stand. Die WBG hat ihn abreißen lassen und plant nun hier ihr Millionenprojekt vom neuen Wohnpark. Und das wächst stetig. Im Inneren des Zweigeschossers kann man inzwischen schon die Grundrisse der Wohnungen und Räume erahnen. 

Der neue Wohnpark nimmt Formen an. 
Der neue Wohnpark nimmt Formen an.  © Rafael Sampedro

In einem Teil des Gebäudes wird die Johanniter-Unfallhilfe mit ihrer Sozialstation einziehen. Von dort aus werden dann künftig die mobilen Pflegeschwestern zu ihren Hausbesuchen starten. Der bisherige Standort der Sozialstation in der Ebersbacher Altstadt an der Schulstraße bleibt aber parallel bestehen, sagt Johanniter-Vorsitzende Kerstin Rokitta. Sie ist froh, dass sie bald zwei Standorte im Oberland zur Verfügung hat. "An der Schulstraße kommen wir mit mittlerweile 56 Mitarbeitern im mobilen Pflegedienst langsam an die Kapazitätsgrenzen", so Frau Rokitta.

Außerdem werden die Johanniter im Erdgeschoss eine Tagespflege betreiben. Dort können Senioren tagsüber betreut werden, abends werden sie wieder nach Hause gebracht. Das ist Neuland für die Johanniter. Bisher haben sie in der Region noch keine Tagespflege, im Herbst wird in Zittau eine eröffnet. Die Nachfrage sei da, erzählt Kerstin Rokitta. Deshalb habe man sich entschieden, auch dieses Betreuungsmodell anzubieten.

Die Johanniter werden zusätzlich künftigen Bewohnern anbieten, sie zu pflegen oder den Hausnotruf für Notfälle zu nutzen. Ein hohes Maß an Sicherheit will Daniel Füssel von der WBG künftigen Mietern damit anbieten. "Dadurch, dass die Sozialstation im Haus ist, sind die Mitarbeiter im Notfall natürlich fix da, haben keinen Anfahrtsweg." Diese soziale Komponente sieht Daniel Füssel als äußerst wichtig an. Er will nicht nur ältere Menschen ansprechen, die vielleicht bislang ein Haus haben, das aber nicht mehr bewirtschaften können. Auch Mieter aus dem Oberland, die beispielsweise in Blocks ohne Fahrstuhl wohnen, könnten hierher umziehen und müssten ihr gewohntes Umfeld nicht verlassen. Einen weiteren Vorteil sieht Füssel darin, dass die Mieter sich entweder in ihre eigene Wohnung zurückziehen oder die Gemeinschaftsbereiche nutzen können, um nicht allein zu sein.

Wählen können zukünftige Mieter zwischen Anderthalb- und Zweiraum-Wohnungen im Neubau. Insgesamt 26 Wohneinheiten entstehen, alle haben einen Balkon oder eine Terrasse. Ab 350 Euro Monatsmiete soll man hier wohnen können. Die derzeitige Rentnergeneration sei bisher finanziell noch ganz gut gestellt. Aber es werden in den nächsten Jahren auch die Jahrgänge in die Rente kommen, die nach der Wende nicht mehr gut verdient haben und mit einer kleineren Rente auskommen müssen. Insgesamt, sagt Füssel, gibt es im Oberland in den Wohnblöcken der WBG Wohnraum in den unterschiedlichsten Preislagen. Das soll auch so bleiben, versichert der WBG-Chef.

Für Mieter, die sich etwas mehr Luxus leisten wollen, hat die WBG beispielsweise den Wohnblock direkt neben dem neuen Wohnpark saniert. Hier wurden die Wohnungen vergrößert und ein Fahrstuhl installiert. Außerdem wurden größere Balkons angebaut, damit man dort auch mit dem Rollator oder Rollstuhl Bewegungsfreiheit hat. Die Außenhülle und die Umbauten sind fertig, die ersten Mieter schon eingezogen. 15 Wohnungen stehen in dem Gebäude derzeit noch leer. Füssel hat aber schon viel mehr Anfragen von Interessenten vorliegen, erzählt er. Bevor die Wohnungen bezogen werden können, müssen sie nun noch innen umgebaut werden. 

Auch den Fertigstellungstermin für den neuen Wohnpark hat Daniel Füssel schon ins Auge gefasst. Juni 2020 ist anvisiert, so der Chef der Wohnungsbaugenossenschaft. Rund fünf Millionen Euro wird die WBG dann in das Gebäude gesteckt haben - ihre bisher größte Investition. 

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