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So steht es um die drei größten Verkehrsprojekte

A 4-Ausbau, Bahn-Elektrifizierung, neue B 178 - viel wurde für die Oberlausitz versprochen. Die SZ sagt, wie es weitergeht.

Ein gewohntes Bild noch bis etwa 2034: Auf der Autobahn bei Ottendorf-Okrilla stauen sich die Fahrzeuge.
Ein gewohntes Bild noch bis etwa 2034: Auf der Autobahn bei Ottendorf-Okrilla stauen sich die Fahrzeuge. © Steffen Unger

Bautzen. Wenn an diesem Mittwoch in Berlin das Bundeskabinett zusammenkommt, liegt auf dem Tisch der Ministerrunde auch ein milliardenschwerer Gesetzentwurf. Laut dem „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ sollen die Bundesländer Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Nordrein-Westfalen bis 2038 insgesamt 40 Milliarden Euro vom Bund bekommen. In diesem Zeitkorridor will Deutschland aus der Verstromung von Braunkohle aussteigen, diese vier Länder sind davon am meisten betroffen. Das Geld soll in die Förderung von Industrie-Ansiedlungen ebenso fließen wie in Verkehrsprojekte. Also Straßen und Schienen, um die Regionen attraktiver für Einheimische, Besucher und Investoren zu gestalten. Einen Katalog an Wünschen und Ideen trug 2018 die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ zusammen. Darin tauchen auch die drei größten Verkehrsprojekte in der Oberlausitz auf: Autobahn-Ausbau, Bahnstrecken-Elektrifizierung, Fertigstellung und Weiterbau der Bundesstraße 178.

Und so steht es um die drei Projekte:

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Autobahn-Ausbau: Sechs Fahrspuren von Dresden bis Bautzen ab 2034

Das Bundesverkehrsministerium hat dem sechsspurigen Autobahn-Ausbau zwischen Dresden und Bautzen zugestimmt. Damit können die Planungen beginnen. Sachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) bezeichnet das als „großartige Nachricht“. Die Umsetzung will das Bundesverkehrsministerium in die Hände der Planungsgesellschaft Deges legen, unter deren Regie in den 90er Jahren bereits Abschnitte der Autobahn zwischen Dresden und Görlitz aus- oder neugebaut wurden. Die Kosten werden auf rund 1,2 Milliarden Euro geschätzt, in diese Summe fließt auch der achtspurige Ausbau zwischen Dresden und Nossen ein. Bis zur Fertigstellung rechnen Experten mit mindestens 15 Jahren – das wäre bis 2034. Noch kein Teil der jetzigen Planung ist der Ausbau der Autobahn zwischen Bautzen und Görlitz.

Bahn-Elektrifizierung: Unter Strom nach Dresden und Görlitz ab 2029

Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Elektrifizierung der Bahnstrecken Dresden–Görlitz und Cottbus–Görlitz in den Entwurf für das „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ geschrieben – auf Drängen des Freistaates Sachsen, der schon Vorplanungen für rund zehn Millionen Euro bezahlt hat. Nach jetzigem Stand wird mit einem Baustart ab 2026 gerechnet. Die Arbeiten dauern nach Angaben der Deutschen Bahn AG voraussichtlich drei Jahre.

Diesel noch bis etwa 2029: Ein Zug fährt in Bischofswerda ein. 
Diesel noch bis etwa 2029: Ein Zug fährt in Bischofswerda ein.  © SZ/Uwe Soeder

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Trostlos noch bis irgendwann: das Ende der B 178 bei Weißenberg.
Trostlos noch bis irgendwann: das Ende der B 178 bei Weißenberg. © Steffen Unger

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