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So startet Meißen in das neue Schuljahr

Die Schulen seien trotz Corona gut vorbereitet. Doch Schüler haben Bedenken.

Wenn Schüler die Pestalozzi-Oberschule in Meißen betreten, wird ihnen gleich am Eingang bewusst: Corona ist noch nicht vorbei. Doch nicht an jeder Schule gilt Maskenpflicht.
Wenn Schüler die Pestalozzi-Oberschule in Meißen betreten, wird ihnen gleich am Eingang bewusst: Corona ist noch nicht vorbei. Doch nicht an jeder Schule gilt Maskenpflicht. © Claudia Hübschmann

Meißen. Für die Schüler wird es bald ernst: Am 31. August beginnt das neue Schuljahr in Sachsen. Die Vorbereitungen laufen dieses Jahr auf Hochtouren. Denn das Coronavirus überschattet die Schulen. Die konsequente Einhaltung der Hygienevorschriften sei die größte Herausforderung, sagen zum Beispiel die Schulleiter der Pestalozzi-Oberschule sowie des Sächsischen Landesgymnasiums Sankt Afra zu Meißen. Darauf reagieren die Meißner Schulen mit unterschiedlichen Konzepten. Ephraim Berthold, Pressesprecher des Kreisschülerrats Meißen, reicht das nicht: „Die Schulen wurden so gut wie nicht ausgerüstet, neuen Ideen wurden nicht ausgetestet, Konzepte nur unzureichend ausgearbeitet.“

Jede Schule erstellt ihr eigenes Hygienekonzept

Ein Kritikpunkt ist dabei, dass das sächsische Hygienekonzept keine Übergangszeit von drei Wochen vorsieht, in denen Schüler zunächst in kleineren Lerngruppen starten. Der Schülersprecher verweist darauf, dass die Infektionszahlen wieder steigen: „So wird es auch in den Schulen Corona-Fälle geben, die durch die milden Regularien schlecht weiterverfolgt werden können.“ Besonders kritisch sei vor allem, dass es keine generelle Maskenpflicht außerhalb der Klassenräume gibt. Jede Schule kann selbst entscheiden.

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So sind Schüler im Franziskaneum-Gymnasium sowie in der Pestalozzi-Oberschule verpflichtet, eine Mund-und-Nasen-Bedeckung zu tragen. Im Unterricht ist dies jedoch landesweit nicht verpflichtend. Neben der Maskenpflicht müssen Schüler der Oberschule sich auf den Schulhöfen verteilen. „So verringern wir die Anzahl der Personen an einem Ort“, sagt André Pohlenz, Leiter der Pestalozzi-Oberschule. Heike Zimmer, Schulleiterin des Gymnasiums und CDU-Stadträtin, fasst ihr Motto für dieses Schuljahr so zusammen: „So viel Normalität wie möglich, so viel Vorsicht wie nötig und ganz viel Zuversicht.“ Erst die kommenden Wochen werden dann zeigen, ob ihr Konzept ausreichend war. Dieses ist auf der Internetseite des Franziskaneums veröffentlicht. 

Unterricht unter Pandemiebedingungen

„Grundsätzlich findet der Unterricht vorerst wie gewohnt statt – bis auf einige notwendige Einschränkungen, unter anderem im Musik- und Sportunterricht“, sagt André Pohlenz. Natürlich wisse er nicht, ob dies das gesamte Schuljahr gilt. Er hoffe aber, dass die Oberschule ohne Schließung auskomme. Aufgrund der derzeit niedrigen Infektionszahlen in Sachsen geht Bert Xylander ebenso davon aus, dass Normalbetrieb im Unterricht möglich sei. „Natürlich immer von Vorsicht und Achtsamkeit begleitet.“ Das Infektionsgeschehen bestimme den Normalbetrieb.

Neben den Hygienevorgaben sei laut André Pohlenz die zweite Herausforderung in diesem Jahr: den verpassten Schulstoff vor den Sommerferien nachzuholen und dabei den aktuellen nicht zu vernachlässigen. Das fordert auch der Kreisschülerrat Meißen. Denn der Onlineunterricht und die unterschiedlichen sozialen und digitalen Voraussetzungen der Schüler führten dazu, dass die Schüler einen unterschiedlichen Lernstand haben, erklärt Ephraim Berthold.

Die Digitalisierung ist für den Schülervertreter sowieso ein kritisches Thema. Sie sei nicht die Lösung aller Probleme. „Wir haben gelernt, dass der gute alte Klassenraum mit seinen analogen sozialen Interkationen nicht konservativ oder altmodisch ist, sondern ein gut durchdachtes Konzept.“ Das kann ein digitales Lernen per Videokonferenzen oder Onlineformulare nicht ersetzen. Ephraim Berthold fordert trotzdem, dass jeder Schüler ein digitales Endgerät wie Laptop oder Tablet erhält. Dafür müsse ein Leihgerätepool her. Aber auch die Lehrer dürfen nicht vergessen werden: „Digitalisierung fängt nicht nur bei Schülern an, sondern zuallererst bei der Ausstattung der Lehrer.“ 

Wenn die Schulschließung doch droht

Auf die Frage, was sie tun wollen, wenn Schulen geschlossen werden, antworten alle angefragten Schulleiter gleich: Sie verweisen auf das Gesundheitsamt Meißen, das etwaige Kontaktpersonen identifiziert, Quarantäne oder sogar Schulschließungen verordnet. Laut dem Vier-Stufen-Plan des sächsischen Kultusministeriums sollen aber Schließungen nur im äußersten Notfall beschlossen werden. Durch diese verstärken sich Bildungsdefizite, soziale Ungleichheiten und unentdeckte Kindeswohlgefährdungen, erklärte Kultusminister Christian Piwarz Anfang August.

Wenn es zu Schließungen kommt, sei das Franziskaneum gut vorbereitet. Das Gymnasium arbeitet schon seit dem Frühjahr mit Lernsax, der digitalen Lernplattform des Landesamtes für Schule und Bildung. „Die Rückmeldungen der Eltern, Schüler und Lehrer werten wir zurzeit gründlich aus“, so Schulleiterin Heike Zimmer. Falls erneut häuslicher Unterricht notwendig wird: Dann wisse sie, was sie konkret verbessern könne.  

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