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Meißen

Spielmannszug mit neuen Tönen

Nossener Musiker haben neue Instrumente. Diese warten auf interessierten Nachwuchs. Am Sonnabend ist ein Schnuppertag.

Chefs des Spielmannszug Nossen, Blasmusik, Musik

Foto: Claudia Hübschmann

Honorarfrei für Produkte von sächsische.de und Sächsischer Zeitung
Chefs des Spielmannszug Nossen, Blasmusik, Musik Foto: Claudia Hübschmann Honorarfrei für Produkte von sächsische.de und Sächsischer Zeitung © Claudia Hübschmann

Nossen. Trompeter und Posaunenbläser – keine Selbstverständlichkeit in einem Spielmannszug. Gleich gar nicht in so einem kleinen mit etwa 30 aktiven Mitgliedern wie dem Nossener Spielmannszug. Dem Verein ist es im vorigen Jahr gelungen, Fördermittel in Höhe von etwa 20.000 Euro für 20 hochwertige Blasinstrumente und die Ausbildung daran zu bekommen.

Der musikalische Leiter Ronald Raußeck ist überglücklich. Zum einen, weil damit das Repertoire des Spielmannzuges erheblich erweitert werden kann. Zum anderen, weil damit vielleicht auch Nachwuchs angelockt wird. Denn Signalhörner, die nur Naturtöne erzeugen, Querflöten oder Trommel und Lyra – typische Instrumente eines Spielmannzuges - sind auf die Dauer für viele nicht interessant.

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Das sagt auch der 17-jährige Franz Sauer. Er ist seit 2014 dabei und laut Raußeck sehr begabt. „Er kann auch komponieren, Stücke für den Spielmannszug umarrangieren“, sagt der musikalische Leiter. Natürlich sei das mit der heutigen Software nicht mehr so schwer wie früher. Mit einer kleinen Trommel hatte Franz angefangen, sich vor etwa zwei Jahren das erste Mal auf dem Horn versucht. 

„Ohne die neuen Instrumente hätte ich definitiv aufgehört, da ich keinen Spaß mehr gehabt hätte“, sagt der Schüler ganz deutlich. Doch jetzt gebe es viel mehr Musikrichtungen wie beispielsweise Jazz, sagt er begeistert. Seine Wahl fiel auf die Posaune. Inspiriert habe ihn die Figur Commander Riker aus der Science-Fiction-Serie Star Trek. „Der spielt auch Posaune“, sagt Franz Sauer lachend.

Auch Leon, acht Jahre alt und seit etwa einem Jahr im Verein, lernt nun, wie man einer Trompete Töne entlockt. „Mir gefällt der Klang“, begründet er die Wahl des Instrumentes.

Besonders glücklich ist der Verein, dass er mithilfe der Fördergelder die Ausbildung durch professionelle Musikpädagogen für vergleichsweise wenig Geld anbieten kann. So kostet eine Stunde Einzelunterricht zehn Euro. Als Vergleich: An der Musikschule des Landkreises Meißen bezahlt man für einen wöchentlich 30-minütigen Einzelunterricht 462 Euro im Jahr. Hinzu können Leihgebühren für ein Instrument kommen.

Querflöte, Saxofon, Trompete, Euphonium/Tenorhorn, Posaune und Tuba stehen für die Ausbildung bereit. „Weiterhin bieten wir wie gewohnt die Ausbildung an Spielmannsquerflöte, Marschtrommel und Lyra an“, sagt Raußeck. Noch sind freie Blasinstrumente vorhanden. Deshalb sucht der Verein dringend Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die Lust auf das Erlernen eines Instrumentes haben. Die ersten drei Unterrichtsstunden sind kostenlos. Zusätzlich findet jeden Freitag die gemeinsame Übungsstunde des Spielmannzuges statt, „sodass sich niemand ganz allein immer wieder zum Üben motivieren muss“, meint Raußeck. Das Mindestalter beträgt acht Jahre. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

„Wir haben einige Mitglieder, die haben erst mit 45 Jahren angefangen, ein Instrument zu erlernen.“ Der häufigen Aussage, Noten seien das schwierigste, widerspricht Raußek sofort. „Das ist kein Hexenwerk.“ Natürlich würde sich der Spielmannszug auch über Interessenten freuen, die vielleicht schon früher einmal ein Instrument gespielt haben und ihre Kenntnisse jetzt auffrischen wollen.

Aktuell beherrschen die Mitglieder etwa 20 Stücke. Rund 20 bis 30 Auftritte im Jahr hat der Spielmannszug, beispielsweise zum Tag der Sachsen, bei Umzügen und natürlich auf dem Weihnachtsmarkt. Dafür üben die Bläser derzeit eifrig. Und einmal im Jahr nimmt der Nossener Spielmannszug auch an den Landesmeisterschaften teil.

„Das ist dann ein richtiger Wettkampf zwischen sechs bis zehn Vereinen.“ Allerdings, so Raußeck, machen die großen Vereine die vorderen Plätze unter sich aus. Doch mit den neuen Blasinstrumenten wollen sich die Nossener zukünftig auch ein wenig weiter vorn platzieren.

Für Interessierte bietet der Verein zwei Informationstage an der Dr.-Eberle-Schule in Nossen an. Am Sonnabend, 9. November, um 9.30 Uhr und am Donnerstag, 14. November, um 16 Uhr kann das gewünschte Instrument unter Anleitung ausprobiert werden. Zuvor werden alle organisatorischen Dinge und individuelle Fragen geklärt.