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Kretschmers Spielplatz-Offensive

Erst Bautzen, jetzt Kreba: Sachsens Ministerpräsident ist Stammgast, wenn Spielplätze in der Oberlausitz eröffnen. Zu Kreba hat er eine besondere Bindung.

In den vergangenen Tagen durften sich die Kinder schon mal ausprobieren, am Montagnachmittag wurde der neue Krebaer Spielplatz dann offiziell von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer eröffnet.
In den vergangenen Tagen durften sich die Kinder schon mal ausprobieren, am Montagnachmittag wurde der neue Krebaer Spielplatz dann offiziell von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer eröffnet. © nikolaischmidt.de

Wenn Michael Kretschmer in die Oberlausitz kommt, huscht oft ein Lächeln über sein Gesicht. Wenn es um Kinder geht, kehrt Sachsens Ministerpräsident besonders gern in die Heimat zurück. Und oft. Denn Spielplatzeröffnungen stehen ziemlich regelmäßig in seinem Besuchsprogramm. Vor allem solche, zu denen er eine enge persönliche Bindung hat.

Wie im Fall Kreba-Neudorf. Hier war er schon, als er noch für die CDU im Bundestag saß. Zusammen mit seinem ältesten Sohn - jetzt zehn - wandelte er auf den Spuren des Naturerlebnispfades. "Da war der Große noch im Huckepack-Alter. Damals saß er im Rucksack auf meinem Rücken", erinnert sich Kretschmer. Die Umstände des Ausflugs müssen so einprägsam für den Görlitzer gewesen sein, dass er Kreba seitdem nicht aus den Augen verloren hat. 

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Michael Kretschmer fühlt sich offensichtlich wohl auf dem neuen Spielplatz.
Michael Kretschmer fühlt sich offensichtlich wohl auf dem neuen Spielplatz. © nikolaischmidt.de

Nun ist Kretschmer erneut am Ort seiner Erinnerungen. Der Anlass stimmt ihn froh - wie auch den Rest des Publikums. Denn von der benachbarten Kita sind Kinder und Erzieherinnen herübergekommen. Sie alle wollen den neuen Rast- und Spielplatz eröffnen, dessen Name "Gasthof zur Krone" eigentlich gar nicht zu der Kinderidylle passt - wohl aber an ein Gasthaus erinnern soll, das einst hier stand.

Bürgermeister Dirk Naumburger hat mit dem Regierungschef schon über so manche Idee diskutiert. Denn Kretschmer mag das Ländliche, das sich zur Heimat von Familien entwickeln lässt. Die Oberlausitz sei sehr kinderfreundlich, findet er. Die Gemeinde ist über den Wettbewerb "Ideen für den ländlichen Raum" in den Genuss der Förderung gekommen. Das Landeskuratorium Ländlicher Raum hatte die Idee eingereicht, in jedem Landkreis ein Kunstprojekt umzusetzen. Für Görlitz fiel die Wahl auf Kreba. 

Spielplatz ist Teil von etwas Großem in Kreba-Neudorf

"Wir haben hier ganz bewusst angerufen und gefragt, ob sie sich das vorstellen können", erinnert sich Kretschmer. Denn der Spielplatz ist nur ein Teil von etwas Großem, das hier entsteht. Der in die Jahre gekommene Naturerlebnispfad wurde inzwischen auf Vordermann gebracht, der Sportplatz wird modernisiert und eine neue Turnhalle wächst empor. "Solche Gemeinden wie Kreba-Neudorf verdienen es, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Natürlich insgesamt der ländliche Raum." Er hätte gern mehr solcher Aktivitäten, meint der Regierungschef. Den Einwohnern macht er Mut: "Setzt euch weiter ein für euren Ort, dann können wir zusammen noch viel mehr Dinge auf die Beine stellen."

In der vergangenen Woche hat Michael Kretschmer zusammen mit Monika Ehrhardt-Lakomy, Witwe des Traumzauberbaum-Erfinders Reinhard Lakomy, den Wetterhahn "Ritter Adalbert" installiert. In der Bautzener Kita Findikus ist der bundesweit erste Traumzaubergart
In der vergangenen Woche hat Michael Kretschmer zusammen mit Monika Ehrhardt-Lakomy, Witwe des Traumzauberbaum-Erfinders Reinhard Lakomy, den Wetterhahn "Ritter Adalbert" installiert. In der Bautzener Kita Findikus ist der bundesweit erste Traumzaubergart © dpa

Erst vor ein paar Tagen war der Ministerpräsident Gast in Bautzen. Auch dort wurde ein neuer Spielplatz eingeweiht. In der Kita Findikus gibt es ab sofort den bundesweit ersten Traumzaubergarten. Er geht auf eine Initiative von Monika Ehrhardt-Lakomy zurück, der Witwe des Traumzauberbaum-Erfinders Reinhard Lakomy. "Meine Kinder sind ja mit diesen Liedern und Geschichten aufgewachsen. Deshalb war es für mich keine Frage: Ich muss dahin", fällt Kretschmer auch die Begründung für diesen Besuch nicht schwer.

Holzgestalter schaffen individuelle Lösung für Kreba

Während in Bautzen solch bekannte Figuren wie Moosmutzel, Waldwuffel oder Aga Knack Pate für die Ideen der Spiellandschaft standen, geht die Gestaltung des Rast- und Spielplatzes in Kreba auf die Entwürfe der Zentendorfer Holzgestalter um Jürgen Bergmann zurück. Wobei der Firmenchef dankbar ist, dass der Freistaat mit seinem Ideenwettbewerb überhaupt erst die Grundlage für solch ein Projekt geschaffen hat. "Wenn du einen Spielplatz willst, bekommst du normalerweise drei Wippen, zwei Schaukeln - und das war's." Doch die Zeit der Null-Acht-Fünfzehn-Spielplätze sei vorbei. "Wir schaffen individuelle Lösungen und gehen auf die Bedürfnisse der Kinder ein."

Der Erbauer und sein Bewunderer: Jürgen Bergmann hat den Krebaer Spielplatz mit seiner Holzgestalter-Firma erschaffen. Michael Kretschmer ist begeistert, welche ungewöhnlichen Ideen dabei entstanden sind.
Der Erbauer und sein Bewunderer: Jürgen Bergmann hat den Krebaer Spielplatz mit seiner Holzgestalter-Firma erschaffen. Michael Kretschmer ist begeistert, welche ungewöhnlichen Ideen dabei entstanden sind. © nikolaischmidt.de

In Kreba hat die Firma zudem die Geschichte des Standortes aufgegriffen und aus all dem einen Treffpunkt der Generationen gemacht. "Spielen wird hier nie langweilig", ist Jürgen Bergmann überzeugt. "Und es schafft das Gefühl für Heimat." Michael Kretschmers Besuch in Kreba dürfte indes nicht der letzte gewesen sein. Denn bald schon stehen die Eröffnung der neuen Sporthalle und die Einweihung der runderneuerten Rasenfläche an. Vielleicht aber bekommt Dirk Naumburger ja zwischendurch wieder einen Anruf - als Hinweis für ein neues Projekt.

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