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Städtebahn Sachsen meldet Insolvenz an 

Seit Donnerstag fahren Ersatzbusse auf den vier Strecken in Ostsachsen. Eine Rückkehr aufs Gleis bis zum Schulanfang wäre laut VVO  "sportlich".  

In der Nacht zu Donnerstag hatte die Städtebahn ihren kompletten Zugbetrieb eingestellt.
In der Nacht zu Donnerstag hatte die Städtebahn ihren kompletten Zugbetrieb eingestellt. © René Plaul

Vier Tage nach dem Stopp ihrer Züge hat die Städtebahn Sachsen GmbH am Montag mitgeteilt, dass sie Insolvenzantrag gestellt hat. Geschäftsführer Torsten Sewerin schrieb, die jahrelangen Probleme mit Schäden wegen umgefallener Bäume hätten dem Unternehmen „in erheblichem Maße Liquidität entzogen“. 

Nachdem der Vermieter der 15 Züge, Alpha Trains, nach Streitigkeiten die Stilllegung angeordnet habe, sei kein Ersatz zu bekommen gewesen. Nach einem Treffen mit Betriebsrat, Gewerkschaft GDL und Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) teilte der sächsische Wirtschafts-Staatssekretär Stefan Brangs in Dresden mit, noch sei nicht klar, wie es in dem Unternehmen weitergehe. Die rund 85 Beschäftigten müssten eine Perspektive bekommen. 

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VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen sagte, ein schneller Neustart sei nur mit einer anderen Bahngesellschaft möglich. Sie brauche das gut ausgebildete Personal der Städtebahn. 

Inzwischen fahren auf den vier ostsächsischen Strecken Ersatzbusse nach einem Sonderfahrplan. Sewerin bedauerte, dass der Betrieb am Donnerstag ohne Ankündigung an die Fahrgäste eingestellt worden war. Ihm sei nichts anderes übrig geblieben, weil nach der Kündigung des Zug-Mietvertrags der Versicherungsschutz weggefallen sei.

Der Städtebahn-Chef warf dem VVO vor, hinter seinem Rücken bereits Weichen für ein anderes Bahn-Unternehmen gestellt zu haben. Der VVO wies die Vorwürfe zurück, rechnet aber nicht mit einer raschen Rückkehr vom Ersatzbus zum Zug. In drei Wochen ist Schulanfang. Ob bis dahin ein anderes Bahn-Unternehmen einspringen kann, wagt VVO-Sprecher Christian Schlemper nicht einzuschätzen  - es wäre "sportlich", sagte er. 

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Zum Insolvenzverwalter in Sachen Städtebahn Sachsen hat das Amtsgericht Aschaffenburg den Anwalt Stephan Laubereau bestellt. Städtebahn-Chef Sewerin hat sein Büro in Niedernberg bei Aschaffenburg, der Firmensitz ist damit in Bayern.

Hier finden Sie die Ersatzfahrpläne

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