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Kühe müssen noch auf neue Ställe warten

Nach dem Großfeuer in der Agrargenossenschaft Skäßchen im Juni 2019 zeichnet sich eine Lösung ab. Allerdings ist nun viel Geduld gefragt.

Manfred Engelmann, Chef der Agrargenossenschaft Skäßchen, steht dort, wo im Juni 2019 zwei Ställe abgebrannt sind. Am Ende blieb nur der totale Abriss.
Manfred Engelmann, Chef der Agrargenossenschaft Skäßchen, steht dort, wo im Juni 2019 zwei Ställe abgebrannt sind. Am Ende blieb nur der totale Abriss. © Foto: Kristin Richter

Großenhain. Es gibt mehrere gute Nachrichten und eine schlechte. Aber die will Manfred Engelmann gar nicht so in den Vordergrund rücken. Kein Wunder auch. Wer das Glück hatte, ihm schon einmal persönlich zu begegnen, weiß, der Chef der Skäßchener Agrargenossenschaft ist nicht der Typ, welcher lamentiert. Keiner, der jammert und beklagt, was eh nicht zu ändern ist.

Charaktereigenschaften - nach eigenem Bekunden den guten Genen und der liebevoll-konsequenten Erziehung seiner Mutter zu verdanken - die dem passionierten Landwirt gerade jetzt helfen werden. Denn auch, wenn Manfred Engelmann mit optimistischer Lebenseinstellung klar nach vorn blickt - etwas anders hatte es sich der 68-Jährige schon vorgestellt: Schneller sollten die am 30. Juni vergangenen Jahres abgebrannten zwei Ställe wieder aufgebaut werden. Viel schneller!

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Aber abgesehen davon, dass sich zunächst Kriminaltechniker, Gutachter der zuständigen Versicherung und Bausachverständige über Monate hinweg im Großenhainer Ortsteil die Klinke in die Hand gegeben hätten. 

Nachdem festgestanden habe, dass es sich angesichts der verursachten Schäden nicht mehr lohne, die massiv zerstörte Bausubstanz wieder zu errichten, das Areal deshalb vollständig beräumt worden ist, sei auch an seinem Betrieb nicht vorübergegangen, was immer noch die ganze Welt beschäftigt. Die Corona-Pandemie wurde zum unerwarteten zeitlichen und teilweise auch bürokratischen Hemmschuh. 

Fazit gut ein Jahr nach dem Brand: Am 20. Mai habe man sich mit der Versicherung geeinigt. Wie viel gezahlt worden ist, darüber möchte Manfred Engelmann selbstverständlich nicht sprechen. Aber dass von einer siebenstelligen Summe auszugehen sei, daraus hatte der erfahrene Unternehmer von Anfang an kein Geheimnis gemacht. "Wir können mit dem tatsächlichen Ergebnis wirklich zufrieden sein! Damit ist schließlich schon einmal die erste Hürde der Finanzierung genommen", bekennt Manfred Engelmann.

 Er, der sich bereits zwei Tage nach dem Großfeuer - Auslöser dafür war ein technischer Defekt - für den Wiederaufbau der Ställe ausgesprochen hatte, macht keinen Hehl daraus, dass er zudem erleichtert gewesen ist, dass auch seine Vorstandsmitglieder den Plänen für die künftigen Anlagen ihre klare Unterstützung gegeben haben. 

Im Oktober 2019 konnte die Radeburger Firma BSM Bauservice GmbH mit der Beräumung des Grundstücks beginnen. Damals ein erstes Hoffnungszeichen für den Fortgang der Dinge.
Im Oktober 2019 konnte die Radeburger Firma BSM Bauservice GmbH mit der Beräumung des Grundstücks beginnen. Damals ein erstes Hoffnungszeichen für den Fortgang der Dinge. © Archivfoto: Kristin Richter

Dass der Neubau im besten Fall der Fälle nicht auf der bisherigen Fläche inmitten von Skäßchen erfolgen soll, möchte Manfred Engelmann indes momentan nicht weiter kommentieren. Denn natürlich gebe es in dieser Hinsicht große Anstrengungen. Aber wie das eben manchmal so sei - gegenwärtig wäre längst noch nicht alles in trockenen Tüchern und spruchreif. 

Ein Umstand, der ebenso Geduld erfordere, wie die Tatsache, dass es selbst bei der Planung -  vorgesehen sind Ställe für die Aufzucht von Kälbern bis zur Unterbringung von hochtragenden Färsen - eine ganze Weile dauern werde, bis sich in Skäßchen die Kräne drehen. 

Denn die Errichtung der Betriebsstätten sei im Sinne des bundesdeutschen Gesetzgebers nun mal an eine immisionsschutzrechtliche Genehmigung gebunden. 13 Behörden und Institutionen müssen zum Vorhaben der Agrargenossenschaft ihre Stellungnahme abgeben. Eine Prozedur im Rahmen des sogenannten Bimsch-Verfahrens, das schätzungsweise 18 Monate dauern könne.  

"Man muss kein mathematisches Genie sein, um sich ausrechnen zu können, wie lange es noch dauern wird! Wir gehen nach jetzigem Stand der Dinge davon aus, dass im ersten Halbjahr 2022 mit dem Bau der neuen Ställe begonnen werden kann", erklärt Manfred Engelmann und atmet tief durch. 

Er wäre nicht jener positiv denkende Mensch, wenn er dieser an sich schlechten Nachricht nicht doch etwas Gutes abgewinnen könnte. Immerhin bekämen die Tiere moderne und großzügig ausgestattete Behausungen - dann, wenn es soweit ist.   

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