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Statt Malta: Hochzeit mit dem Bürgermeister

Vieles wiederholt sich im Amt von Steffen Ernst. Einen Termin absolvierte er jetzt zum ersten Mal. Und der war aufregend.

Susann Risch und Ronny Plenikowski-Risch sind das erste Paar, das der Waldheimer Bürgermeister Steffen Ernst (links) getraut hat. Mit dabei war auch der Sohn des Paares, der sechsjährige Felix.
Susann Risch und Ronny Plenikowski-Risch sind das erste Paar, das der Waldheimer Bürgermeister Steffen Ernst (links) getraut hat. Mit dabei war auch der Sohn des Paares, der sechsjährige Felix. © Lars Halbauer

Waldheim. Als sich die Tür des Hochzeitszimmers im Waldheimer Rathaus öffnet, ist Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) die Erleichterung anzusehen. Gerade hat er zum ersten Mal ein Paar getraut.

Ein Jahr ist es her, dass er in Bad Salzschlirf während eines dreitägigen Lehrgangs die Grundlagen für diese Zeremonie der Trauung vermittelt bekommen hat. „Deshalb war ich froh, dass unsere Standesbeamtin Brigitte Voss bei meiner ersten Trauung noch dabei war“, gibt der Rathauschef zu.

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 Denn Begrüßung, Festrede, Trauformel, Ringübergabe, Unterschriften und nebenbei die Musik händeln, das sei schon eine ganz neue Herausforderung. „Aber es hat mir einen riesen Spaß gemacht“, so Ernst.

Er will aber keineswegs den Job von Brigitte Voss übernehmen. Und das könnte er auch gar nicht. Steffen Ernst besitzt nach dem Lehrgang das Eheschließungsrecht für Bürgermeister. Das beinhaltet nur die Trauzeremonie. Alle Beurkundungen im Zusammenhang mit der Hochzeit obliegen weiterhin der Standesbeamtin.

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Dass Steffen Ernst jetzt zum ersten Mal ein Brautpaar in den sprichwörtlichen Hafen der Ehe geführt hat, hat er der Corona-Krise zu verdanken. Denn eigentlich war die Hochzeit von Susann Risch und Ronny Plenikowski-Risch ganz anders geplant.

 „Wir wollten am 31. Mai von Mallorca mit dem Kreuzfahrtschiff starten. Am 6. Juni hätten wir in Malta angelegt und dort geheiratet“, erzählt die 35 Jahre alte Braut. 

Alles war gebucht, die Hochzeitsgarderobe gekauft und auch Sohn Felix sommerlich eingekleidet. Doch dann kam die Pandemie.

Ganz ausfallen lassen wollte das Paar die Hochzeit trotzdem nicht. Und der Termin sollte bald sein. „Ich wollte noch ins Brautkleid passen“, meint Susann Risch mit dem Hinweis, dass der sechsjährige Sohn im Oktober ein Geschwisterchen bekommt. 

Auch in Waldheim sollte die Hochzeit etwas Besonderes sein. Mein Mann hatte den großen Wunsch, vom Bürgermeister getraut zu werden“, erzählt die Gesundheits- und Krankenpflegerin.

Seit er aus Lauenhain nach Waldheim gezogen ist, hole er bei Eis-Ernst seine Brötchen. „Und wer so gute Brötchen backt, muss auch ein guter Standesbeamter sein“, meint der 37-jährige Bräutigam augenzwinkernd. Nach der Trauung schließt seine Frau den Kreis und überrascht ihren Mann mit einer kleinen Hochzeits-Torte – natürlich von Eis-Ernst.

Aber der selbstständige Handwerker hat noch ein Faible und deshalb an Steffen Ernst eine Bitte. Ronny Plenikowski-Risch möchte sich gern das Uhrwerk der Rathausuhr ansehen. Die fasziniert ihn so, „dass unsere Wohnung immer so gelegen sein musste, dass er die Uhr von dort aus sehen konnte“, sagt seine Frau.

 Inzwischen lebt die Familie in einem Einfamilienhaus. Aber auch dort will er auf die Rathausuhr nicht verzichten. Sie werde als Foto neben der Vitrine mit seiner Uhrensammlung aufgehangen, meint er und steigt mit der kleinen Hochzeitsgesellschaft in den Turm hinauf. Dort tickt das große Uhrwerk, die Glocken läuten und es gibt einen weiten Blick über Waldheim.

Die große Hochzeitsfeier soll im kommenden Jahr nachgeholt werden. Vielleicht auch mit einer Kreuzfahrt als Hochzeitsreise. Denn die hatte sich das Paar schon lange gewünscht.

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