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Staugeplagte Wilsdruffer wehren sich

Anwohner der Nossener Straße sammeln Unterschriften. Sie sind die Verkehrsbelastung leid und hoffen auf Lösungen an bestimmten Stellen.

Auf der A4 rollt es selten so entspannt. Wenn dort viel los ist, weichen viele auf die Landstraßen aus und fahren durch Wilsdruff.
Auf der A4 rollt es selten so entspannt. Wenn dort viel los ist, weichen viele auf die Landstraßen aus und fahren durch Wilsdruff. © Karl-Ludwig Oberthuer

In Wilsdruff haben Anwohner von der Nossener Straße eine Unterschriftensammlung gestartet. Es geht um den häufigen Ausweichverkehr aus Richtung Autobahn, der immer dann durch Wilsdruff rollt, wenn es sich auf der A4 staut. "Es geht nicht mehr, wir brauchen die Ortsumgehung so schnell wie möglich", sagt Oliver Köbe, einer der Initiatoren. Insgesamt stehen fünf Familien hinter der Unterschriftensammlung.

Die Listen liegen nun an zentralen Anlaufpunkten und in Geschäften in Wilsdruff und den Ortsteilen aus. Denn nicht nur die Anwohner der Nossener Straße sind betroffen. Auch durch Grumbach, Herzogswalde, Mohorn und Limbach-Birkenhain rollen immer dann mehr Autos, wenn es sich zwischen dem Dreieck Dresden-West und der Abfahrt Nossen auf der Autobahn staut. Laut Oliver Köbe kommt das mindestens im Wochentakt, mitunter mehrmals in der Woche vor.

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Denn die Landstraßen rund um Wilsdruff verlaufen parallel zur A4 - und sind damit eine beliebte Ausweichroute. Insbesondere betrifft dass die Verbindung Wilsdruff-Limbach-Tanneberg-Nossen. Aber auch die Bundesstraße B173 von Kesselsdorf über Grumbach und Mohorn in Richtung Freiberg ist stark belastet, wenn es auf der Autobahn nicht mehr rollt. 

Seit Jahren ist geplant, zumindest die Stadt Wilsdruff zu entlasten. Es geht um eine Ortsumgehung, die nahe den Autobahnabfahrten abzweigt, Wilsdruff westlich umgeht und dann hinter der Stadtgrenze auf die Landstraße Wilsdruff-Nossen trifft. Zuständig für die Planung ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Die Vorplanungen für das Bauprojekt sind längst abgeschlossen. Nun muss ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden. Die Unterlagen dazu liegen derzeit zur Prüfung in der Landesdirektion. Hat die Landesdirektion keine Beanstandungen, sollen sie öffentlich ausgelegt werden. Ein Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Oliver Köbe und seine Mitstreiter wollen mit ihrer Unterschriftenaktion nun die Behörden zusätzlich auf die Verkehrsmisere in Wilsdruff aufmerksam machen. "Wir wollen ein Zeichen setzen und erreichen, dass sich das Verfahren beschleunigt. Die Straße ist regelmäßig dicht, das kann so nicht weitergehen." Erst neulich wieder seien drei Uhr nachts viele Pkws und Lkws durch Wilsdruff gefahren. 

Deshalb fordern die Anwohner auch kurzfristige Lösungen, bis die Ortsumgehung fertiggestellt ist. Sie denken dabei beispielsweise an Abfahrverbote für Lkws von der Autobahn, um zumindest die großen Trucks aus den Ortschaften herauszuhalten. 

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