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Stiftung sichert Zukunft der Jugend-Station

Nach dem Kauf kann in die Station Junger Naturforscher und Techniker in Weißwasser investiert werden. Dank privaten Engagements.

Randolf Rotta mit einem Modell der künftigen Station Junger Naturforscher und Techniker. Der gebürtige Weißwasseraner leitet selber Arbeitsgemeinschaften und Ferienprojekte. Als Stifter engagiert er sich jetzt dafür, dass sich in der Stadt auch künft
Randolf Rotta mit einem Modell der künftigen Station Junger Naturforscher und Techniker. Der gebürtige Weißwasseraner leitet selber Arbeitsgemeinschaften und Ferienprojekte. Als Stifter engagiert er sich jetzt dafür, dass sich in der Stadt auch künft © Constanze Knappe

Während eines Feriencamps haben Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 16 Jahren ein Modell gebaut, wie die Station Junger Naturforscher und Techniker am Prof.-Wagenfeld-Ring in Weißwasser einmal aussehen könnte. Noch ist gerade mal ein Drittel geschafft, sind die geplanten neuen Räume für Werkstätten und Maschinen in dem Modell noch gar nicht dabei. Randolf Rotta aber strahlt. Denn das, was da entstanden ist, ist weit mehr als nur kindliche Fantasie. Eine Stiftung wird es richten. Und der gebürtige Weißwasseraner Randolf Rotta ist einer der drei Stifter.

Mit Urkunde vom 22. Juni 2020 ist die Stiftung „Station Weißwasser“ rechtsfähig anerkannt. Daraufhin stellte der Stiftungsvorstand am 6. Juli bei der Stadt Weißwasser einen Kaufantrag für das Objekt der Station. Man hofft, bis Jahresende den Erwerb unter Dach und Fach zu haben. Denn der Kauf ist die Voraussetzung für diverse Investitionen auf dem Gelände, was auch einen Neubau einschließt. Damit soll die Immobilie zukunftsfähig gemacht werden – für all das, was dort inhaltlich passiert.

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Stiftungsmodell löst mehrere Probleme

An dem Standort wird seit 67 Jahren Jugendbildungsarbeit betrieben, davon 50 Jahre in dem Gebäude. Seit knapp 30 Jahren ist der Verein Station für Technik, Naturwissenschaft, Kunst - Weißwasser e. V. dort ansässig. Aber Gebäude und Gelände entsprechen längst nicht mehr dem, was für die vielfältigen Projekte der Jugendbildung und -begegnung nötig wäre. Der Verein als Mieter kann nicht modernisieren, weil das Objekt der Stadt gehört. Und diese kann – selbst wenn sie Geld hätte – nicht bauen, weil sie dafür ein Konzept bräuchte. Eine für alle Beteiligten ungünstige Situation, die selbst durch einen Erbbaurechtsvertrag nicht aufzulösen wäre. Dem Verein direkt Geld für Umbau und Modernisierung zu geben, sei auch nicht ohne. Sollte dieser aus welchen Gründen auch immer einmal in schwieriges Fahrwasser geraten, wäre die gesamte Baumaßnahme gefährdet.

Blieb das Konstrukt einer Stiftung – eine Einrichtung, die mit Hilfe eines Vermögens einen festgeschriebenen Zweck verfolgt. Die Stiftung „Station Weißwasser“ erwirbt die Immobilie und vermietet sie an den Verein der Station und weitere Nutzer wie den Hundeverein, den Verein Lausitzer Sternengucker und andere. Aus den Mieteinnahmen, aus akquirierten Fördergeldern sowie aus den in das Stiftungsvermögen eingeworbenen Zustiftungen wird dann investiert. Am 19. Mai hatten Randolf Rotta und zwei andere engagierte Bürger die Stiftung gegründet. Diese verfolgt zwei Ziele: Zum einen soll das Gelände langfristig erhalten, gepflegt und durch Neubauten modernen Erfordernissen angepasst werden. Zum anderen soll die Jugendhilfe in den Bereichen Technik, Naturwissenschaften und Kunst gefördert sowie in den Bereichen Landschaftspflege und Umweltschutz weiter ausgebaut werden.

Am Freitag hat sich der Stiftungsrat konstituiert. Er entscheidet über die Vergabe von jährlich 5.000 Euro Fördergeld und wirbt aber auch weitere Zustiftungen ein.
Am Freitag hat sich der Stiftungsrat konstituiert. Er entscheidet über die Vergabe von jährlich 5.000 Euro Fördergeld und wirbt aber auch weitere Zustiftungen ein. © Foto: Constanze Knappe

Stiftungsrat vergibt Förderung

Außerdem wird die Stiftung pro Jahr 5.000 Euro für gemeinnützige Zwecke an Dritte ausschütten. Über die Vergabe dieser Förderung entscheidet der Stiftungsrat. Dieser hat sich am Freitag konstituiert. An seiner Spitze stehen Vorsitzender Michael Hahn (Landesverein der Sächsischen Jugendbildungsvereine) sowie als Stellvertreterin Claudia Müller aus Weißwasser, die sich in der Station für internationale Projekte engagiert. Nach diesem Treffen am Freitag stellte der Stiftungsrat erste Gedanken vor.

Unter externer fachlicher Anleitung habe man sich in Planungswerkstätten damit beschäftigt, erzählt Claudia Müller. Vorgesehen ist eine Modulbauweise, die eine flexible Anpassung an den Bedarf ermöglicht. Auch sei durch den schrittweisen Rückbau während der Bauphase der laufende Betrieb der Station aufrechtzuerhalten. Claudia Müller verweist auf natürliche Baustoffe, die selbst recycelt oder recycelbar sind. Entstehen soll zudem ein Versuchsfeld zum Experimentieren. Wie das alles im Einzelnen aussehen wird, darüber sei das letzte Wort aber noch nicht gesprochen.

Bau soll 2023 beginnen

Eine Kostenschätzung von 2017 geht von einem Investitionsbedarf von 1,7 Millionen Euro aus. Durch die Verwendung nachhaltiger Rohstoffe erhoffe man sich zusätzliche Fördermittel. Der Grundstock der Stiftung wurde aus dem Privatvermögen der Stifter gebildet. Allerdings wird das Stiftungskapital im Wesentlichen für den Erwerb der Immobilie gebraucht, Aufgabe des Stiftungsrats wird es deshalb auch sein, Zustiftungen einzuwerben. Noch in diesem Jahr soll der Kauf abgeschlossen werden, um Förderanträge stellen zu können. Spätestens 2023 will man mit dem Bau beginnen. Zwar sei man schon eine ganze Weile mit der Materie befasst, dennoch sei das „ein sportliches Vorhaben“, hieß es.

Man habe ein Konzept aufgestellt, wie der Standort gesichert und ausgebaut werden kann. Wenn es nach Roland Gelbrich geht, „am liebsten für die nächsten 100 Jahre“. Ganz so weit schauen die Mitstreiter des seit 13 Jahren der Station verbundenen Ruheständlers nicht voraus. Einig ist man sich, dass sich Kinder und Jugendliche ausprobieren sollen. Auch in kleinen Gruppen, wie Astrid Mrosko betont. „Ein Manko unserer Zeit ist, dass Menschen vereinsamen. In der Station knüpfen Kinder und Jugendliche Kontakte, erlernen auch soziale Kompetenzen“, so die Stiftungsrätin.

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