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Strengere Regeln für Lagerfeuer

Der Brandschutz spielt nach den trockenen Jahren eine größere Rolle. Die Gemeinde Klingenberg beispielsweise verschärft ihre Polizeiverordnung.

Ein Feuer zum Volksfest wie hier in Falkenhain ist in der Regel noch erlaubt. Aber für private Lagerfeuer gilt immer mehr Vorsicht.
Ein Feuer zum Volksfest wie hier in Falkenhain ist in der Regel noch erlaubt. Aber für private Lagerfeuer gilt immer mehr Vorsicht. © Egbert Kamprath

Wir haben zwei trockene Jahre hinter uns, und die Grundwasserstände sind auch nach den Gewittern der letzten Tage bei Weitem noch nicht wieder auf Normalniveau. Darauf reagieren Gemeinden jetzt auch mit veränderten Gesetzen. So hat die Gemeinde Klingenberg auf der jüngsten Ratssitzung ihre Polizeiverordnung verschärft. Zukünftig werden im Gemeindegebiet alle größeren Lagerfeuer im privaten Rahmen verboten sein. Eine Ausnahme sollen die Feuer bei öffentlichen Veranstaltungen bilden wie beispielsweise Sonnwendfeuer oder Osterfeuer. Die müssen aber weiterhin angemeldet und genehmigt werden. 

Privat sind nur noch befestigte Feuerstellen erlaubt

Für diese verschärfte Vorschrift gibt es zwei Gründe. „Wir hatten jetzt schon mehrfach Lagerfeuer, die eigentlich gelöscht waren, aber unterirdisch weitergewandert und wieder aufgeflackert sind“, nennt Bürgermeister Torsten Schreckenbach (Bürger für Klingenberg) den ersten Grund. Zweitens haben sich Gesetze geändert. Die bisherige Pflanzenabfallverordnung ließ in manchen Fällen noch das Verbrennen pflanzlicher Abfälle zu. Die ist außer Kraft getreten. Damit sind auch diese Feuer generell verboten, mit einer Ausnahme, wenn es um das Verbrennen von Käferholz geht. Das soll an Ort und Stelle verbrannt werden, damit die Käfer sich nicht verbreiten. 

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Nur noch eine Art von Feuern bleibt im privaten Rahmen und ohne Anmeldung erlaubt. Das Verbrennen von unbehandeltem Holz in befestigten Stellen wie Gartenkaminen, Feuerschalen oder Feuerkörben. Dieser Punkt wurde nach der Diskussion im Gemeinderat noch erweitert. Helmar Grau beantragte, auch Feuer in befestigten Bodenmulden ohne Genehmigung zuzulassen. So wurde die neue Polizeiverordnung für Klingenberg dann bestätigt.

Damit reagiert die Gemeinde auf die neue Situation nach den letzten zwei Trockenjahren. „Das Argument, nur Feuerschalen oder befestigte Feuerstellen zu verwenden, ist der Brandschutz“, bekräftigte der Bürgermeister. Selbst wenn jetzt der Regen Feuchtigkeit gebracht hat, ist nur die oberste Bodenschicht durchnässt. Darunter ist es  weiterhin trocken. 

Es gibt keine allgemeingültigen Vorschriften, wie der Umgang mit Lagerfeuern sein muss. Jede Gemeinde kann dies in eigener Verantwortung regeln. Allgemein gilt aber, dass wegen der Trockenheit viel mehr Vorsicht erforderlich ist als früher. Eines müssen im Osterzgebirge alle berücksichtigen, selbst wenn ein Feuer schon genehmigt ist: die aktuelle Waldbrandstufe. „Ab der Waldbrandstufe drei sind bei uns prinzipiell keine Feuer mehr erlaubt, auch keine Feuerwerke, selbst wenn die vorher angemeldet und genehmigt worden sind“, sagt Veith Hanzsch, Stadtwehrleiter in Glashütte. Diese Einschränkung gilt nicht nur im Wald, sondern auch im Feld oder Garten weitab vom Wald.

Der Forst ist noch strenger

Selbst wenn alle Vorschriften eingehalten sind, reicht dies nicht aus. „Verantwortlich ist immer derjenige, der ein Feuer anzündet“, sagt Michael Ebert, Stadtwehrleiter in Dippoldiswalde. Er nennt das Beispiel, bei dem vor kurzem in Sadisdorf ein Holzstapel abgebrannt ist. Dort hatte jemand ein Feuer in einer Feuerschale angezündet, aber sich danach nicht ausreichend ums Löschen gekümmert. Der Wind frischte auf, und blies Funken in das benachbarte Holzlager, das Feuer fing. Ein großer Einsatz von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk war nötig, um die Gefahr zu bannen. „Wir haben in Dippoldiswalde ja schon relativ strenge Vorschriften, wann überhaupt nur Feuer zulässig sind“, sagt Ebert.

Der Forst ist dabei noch strenger. „Im Wald ist konsequent jedes offene Feuer verboten. Selbst eine Zigarette rauchen ist nicht erlaubt“, sagt Christina Funke, Sprecherin des Forstbezirks Bärenfels. Früher gab es im Wald noch Grillstellen, wo ein Feuer erlaubt war. Aber das wurde eingestellt. Die Letzte war noch im Grillenburger Wald an der Triebisch. Auch die hat der Forst vor einigen Jahren aufgegeben. Die Brandgefahr ist einfach zu groß. 

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