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Therapie Punkt eröffnet im Oberland

Doreen Kuttenberger aus Eibau hat sich mit einer Physiotherapie in Neugersdorf selbstständig gemacht. Der Neubau hat einen besonderen Standort.

Doreen Kuttenberger vor ihrem neuen Therapie Punkt Oberland in Neugersdorf.
Doreen Kuttenberger vor ihrem neuen Therapie Punkt Oberland in Neugersdorf. © Matthias Weber/photoweber.de

Der Neubau mit der gelb-orangenen Fassade ist auf berühmtem Grund und Boden gebaut: An Stelle des Flachbaus an der Käthe-Kollwitz-Straße in der Nähe vom Neugersdorfer Bahnhof stand bis vor sechs Jahren noch ein Umgebindehaus. Das über 100 Jahre alte Haus ließ Eigentümer Thomas Mix ins brandenburgische Buckow umsetzen. 300 Kilometer entfernt wurde das historische Bauwerk komplett wieder aufgebaut. Das ungewöhnliche Projekt machte Schlagzeilen – das Grundstück stand seitdem jedoch leer. 

Das sollte nicht so bleiben. Dem besonderen Ort haucht nun Doreen Kuttenberger neues Leben ein. Die Eibauerin erwarb das Brachland von Thomas Mix, um an dieser Stelle ihren "Therapie Punkt Oberland" zu errichten. Nicht nur von außen macht das Haus etwas her: Im Innenbereich überwiegt ein moderner Landhausstil. Die junge Frau arbeitet seit 2007 als Physiotherapeutin. Den Sprung in die Selbstständigkeit wagt die 40-Jährige, um - wie sie sagt - "sich einen Lebenstraum zu erfüllen." 

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Doreen Kuttenberger hat für den Neubau viel Geld investiert und einen Kredit aufgenommen. Unterstützt habe dabei die Sparkasse Bautzen. Die Finanzierung stemmt die Physiotherapeutin in Eigenregie. Fördermittel flossen keine. Zwar versuchte sie, finanzielle Unterstützung über europäische Fördermittel zu bekommen. Die Zinsen seien da jedoch sehr hoch gewesen, sodass diese Möglichkeit nicht in Betracht kam. Mit der Kreditzusage der Sparkasse konnten die Bauarbeiten starten. Im September letzten Jahres rückten die Bautrupps an. "Alles Firmen aus der Region", erzählt die Unternehmerin. 

Ostheopatie als Schwerpunkt

In diesem Monat und damit nach einer Bauzeit von neun Monaten ist das Schmuckstück nun fertig: Der "Therapie Punkt Oberland" wird am 2. Juni eingeweiht. Im 240 Quadratmeter großen Flachbau mit fünf Behandlungsräumen und einem Turnraum ist eine Physiotherapie mit dem Angebot Osteopathie und manueller Therapie entstanden. Die Nachfrage nach ganzheitlichen Behandlungsmethoden sei gestiegen, hat die Jungunternehmerin zuvor ausgelotet. Die AOK beschreibt Osteopathie als ergänzendes Therapieverfahren zur Schulmedizin, mit dem Ziel, Bewegungseinschränkungen, Verhärtungen und Verspannungen zu lösen. Medikamente kommen nicht zum Einsatz. Vielmehr, so beschreibt das die Krankenkasse, wird "ausschließlich mit den Händen praktiziert." 

"Jede Krankenkasse regelt selber, ob die Leistung bezuschusst wird", sagt die Physiotherapeutin. Auf der Internetseite der AOK Plus beispielsweise heißt es dazu, dass für drei Behandlungen bis zu 180 Euro abgerechnet werden. Pro Behandlung würden 90 Prozent der Kosten, maximal 60 Euro, dann übernommen, wenn eine ärztliche Bescheinigung vorliegt und der behandelnde Therapeut aufgrund seiner Qualifikation Mitglied eines Verbandes der Osteopathen sein kann. Das ist bei Frau Kuttenberger der Fall. Mit ins Gebäude einziehen wird außerdem Heilpraktikerin Doris Kleinstäuber aus Ebersbach. "Ihre Schwerpunkte liegen auf der Schmerztherapie des Bewegungsapparates und Homöopathie", sagt Doreen Kuttenberger, die mit Sandro Peschmann einen weiteren Physiotherapeuten eingestellt hat. Sie will noch einige  Arbeitsplätze schaffen. Drei weitere Mitarbeiter werden gesucht. Interessenten können sich ab sofort bei Doreen Kuttenberger melden. 

So sieht's im neuen Therapie-Punkt aus

Neugierige können kommen - trotz Corona

Für die ersten Wochen sind die Auftragsbücher schon gut gefüllt. Das zeigt, dass der "Therapie Punkt Oberland" auf Resonanz stößt. Auch in der Nachbarschaft kommt die Wiederbelebung des Grundstücks gut an. Doreen Kuttenberger bekam von Anwohnern ein besonderes Geschenk zum Neustart überreicht: Einen Fotoband mit der Geschichte des ehemaligen Umgebindehauses, das jetzt bei Berlin steht. In der Chronik dürfen Patienten selbstverständlich blättern. Wegen der Corona-Auflagen findet am 2. Juni zwar keine richtig große Einweihungsfeier statt. Aber ab 9.30 Uhr können die Praxisräume von Besuchern unter die Lupe genommen werden – mit Abstandsregelung und allem Drum und Dran. 

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