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Was der neue Tierpark-Direktor vorhat

Andreas Stegemann leitet jetzt den Zittauer Tierpark. Viel verändern will er nicht - aber einige Projekte vorantreiben.

Eine der ersten Amtshandlungen als neuer Tierpark-Direktor: Andreas Stegemann (links) eröffnet gemeinsam mit Dennis und Cengiz Demirel und dem früheren Tierparkchef Bernd Großer das umgebaute Nerzgehege.
Eine der ersten Amtshandlungen als neuer Tierpark-Direktor: Andreas Stegemann (links) eröffnet gemeinsam mit Dennis und Cengiz Demirel und dem früheren Tierparkchef Bernd Großer das umgebaute Nerzgehege. © Matthias Weber/photoweber.de

Nach 34 Jahren gab es jetzt einen Leitungswechsel im Zittauer Tierpark: Andreas Stegemann beerbt Bernd Großer als Direktor. Stegemann ist seit über 30 Jahren im Tierpark tätig und mit den dortigen Abläufen vertraut. Die SZ befragte ihn zu seinen Plänen, dringenden Aufgaben und künftigen Baumaßnahmen.

Herr Stegemann, wird es mit dem neuen Direktor Veränderungen geben?

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Im Wesentlichen wird sich nichts verändern. In den vergangenen Monaten war ich ja schon stärker in die Leitung eingebunden, diese Arbeit setze ich jetzt fort - nur mit mehr Verantwortung. Bei der Weiterentwicklung des Tierpark hat mir Bernd Großer immer freie Hand gelassen. Die heutige Konzeption habe ich mit meinen Vorstellungen entscheidend vorangetrieben, immer in enger Absprache mit Bernd Großer. Wenn ich diese Konzeption jetzt umstoße, würde ich auch meine eigenen Ideen umstoßen.

Auch wenn es keine großen Veränderungen geben wird, so wollen Sie doch sicher eigene Akzente als Direktor setzen?

Eigene Akzente habe ich schon mit der Konzeption und deren Umsetzung gesetzt. Bernd Großer war ein harter Verhandler, was in bestimmten Situationen notwendig war. Ich hoffe, dass ich das nicht unbedingt brauche. Der Vertrag mit der Stadt Zittau ist ja erst mal um mehrere Jahre verlängert worden. Ich sehe es als eine meiner Hauptaufgaben an, dass sowohl Besucher als auch Mitarbeiter gerne in den Tierpark kommen. Denn ohne motivierte Kollegen kann man Pläne schmieden und versuchen umzusetzen wie man will. Es wird sich nicht so entwickeln, wie man sich das vorstellt. Und das werden auch die Besucher merken. Aber da bin ich guten Mutes, wir haben sehr engagierte Mitarbeiter, die unser Konzept mittragen und umsetzen. Und der Zuspruch durch unsere Besucher bestätigt das.

Beim Kulturraum muss aber jedes Jahr auf Neue um Gelder gekämpft werden.

Bei der Frage der Finanzen wird Bernd Großer weiter im Einsatz sein. Er hat das jahrelang gemacht. Ich werde gerne zu einer Sitzung mitgehen, verlasse mich dort aber voll und ganz auf Bernd Großers Erfahrung und sein Verhandlungsgeschick.

Welche dringenden Aufgaben gilt es als neuer Direktor zu klären?

Über den Tag sind viele kleine Sachen zu entscheiden, die vor allem mit der Realisierung des Arbeitsablaufes zu tun haben. Größere Entscheidungen wie neues Personal einstellen oder neue Tierarten anzuschaffen, sind noch nicht erforderlich gewesen.

Ein gutes Stichwort: Plant der Tierpark neue Tierarten aufzunehmen?

Wir müssen uns Gedanken machen, wie es mit anderen Tierarten weitergeht. Das sind aber keine einfachen Entscheidungen, denn in diesem Zusammenhang müssen wir auch genau überlegen, ob die vorhandenen Gehege den Mindestanforderungen an die Haltung bestimmter Arten gerecht werden. Sie umzubauen, wäre noch mal ein Kraftakt. Deshalb sehe ich darin eher einen langfristigen Plan.

Zuletzt haben zwei Kamele den Tierpark verlassen, außerdem ist mit Bimbo der letzte Rhesusaffe gestorben. Wird es für diese Tiere Ersatz geben?

Eine Affenhaltung ist in dem bisherigen Gehege nicht mehr zeitgemäß. Über ein neues Affengehege denken wir derzeit nicht nach. Aber es kann natürlich sein, dass später mal wieder Affen im Tierpark einziehen. Bei den Kamelen bleiben wir dran, ohne uns selbst unter Druck zu setzen. Mit der zweijährigen Shaya und der dreijährigen Stute Kara gibt es noch zwei Kamele. Vielleicht gelingt uns ja, dass sie eigene Junge bekommen.

Auf das neue Nerzgehege wird mit Sekt angestoßen.
Auf das neue Nerzgehege wird mit Sekt angestoßen. © Matthias Weber/photoweber.de

Kommen wir auf aktuelle und künftige Baumaßnahmen zu sprechen. Als neuer Direktor könnten Sie ja bereits ein umgebautes Gehege eröffnen.

Ja, das Nerzgehege. Es verfügt über alle möglichen Läufe und einen kleinen Teich, denn Nerze lieben Wasser. Das Gehege ist an die Natur angelehnt, aber trotzdem bleiben die Nerze für die Besucher sichtbar. Familie Demirel ermöglichte mit ihrer Spende den Umbau. Sie übernehmen gleichzeitig eine Patenschaft für die Nerze. Übrigens gibt es bei den Nerzen auch Nachwuchs, der vor zwei Wochen geboren wurde.

Im Zittauer Tierpark gibt es jetzt Nachwuchs bei den Nerzen.
Im Zittauer Tierpark gibt es jetzt Nachwuchs bei den Nerzen. © dpa

Zuletzt lief eine Spendenaktion für einen Wasserspielplatz. Wie viel Geld ist zusammengekommen?

Auf der Spendenplattform wurden insgesamt mehr 10.100 Euro gespendet. Hinzu kommen noch Direktspenden an den Tierpark für den Wasserspielplatz, so dass wir zusammen auf rund 12.000 Euro kommen. Das ist eine Summe, über die wir sehr glücklich sind, und mit der sich was anfangen lässt.

Setzt die große Spendenbereitschaft den Tierpark nicht unter Druck, das Projekt schnell anzugehen und zu realisieren?

Mit der Idee eines Wasserspielplatzes tragen wir uns schon lange, aber es waren bisher nur grobe Vorstellungen. Wir müssen uns jetzt intensiver Gedanken machen, wie er genau aussehen soll und werden ihn dann bauen. Einige Vorarbeiten sind ja schon erfolgt, vielleicht wird es noch weitere Arbeiten in diesem Jahr geben. Schön wäre es, wenn wir nächstes Jahr den Wasserspielplatz eröffnen können. Ob wir das Projekt tatsächlich so schnell umgesetzt bekommen, wird sich zeigen.

Auch das Uhu-Gehege soll erneuert werden. Dafür hat der Förderverein Geld gesammelt.

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