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Toter nach Brand in Mehrfamilienhaus

Am Dienstagabend brach das Feuer im dritten Stock des Hauses aus. Mindestens vier Anwohner mussten ins Krankenhaus, für einen Mann kam jede Hilfe zu spät.

In einem Gröditzer Wohnblock an der Mozartallee hat es am Dienstagabend in einer Wohnung gebrannt.
In einem Gröditzer Wohnblock an der Mozartallee hat es am Dienstagabend in einer Wohnung gebrannt. © Feuerwehren im Landkreis Meißen.

Gröditz. In einem Gröditzer Wohnblock im sogenannten Musikerviertel am Rand der Stadt hat am Dienstagabend eine Wohnung gebrannt. Einsatzkräfte entdeckten während der Löscharbeiten einen leblosen Körper im Schlafzimmer der Brandwohnung. 

Wie die Polizei mitteilte, handelt es sich bei dem Mann vermutlich um den 76 Jahre alten Wohnungsmieter. Abgeschlossen sei die Identifizierung aber noch nicht, hieß es am Mittwochvormittag.

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Der Brand war der Feuerwehr am Dienstagabend gegen drei viertel zehn gemeldet worden. Bei der Ankunft der Einsatzkräfte hätten die Flammen bereits aus dem Fenster geschlagen, sagt der Gröditzer Feuerwehrsprecher Oliver Linge. 

Die Hitze und Rauchentwicklung durch den Brand seien enorm gewesen. Bewohner von weiter im Haus gelegenen Wohnungen mussten bei dem Einsatz mit der Drehleiter über Balkon und Fenster gerettet werden, weil das Treppenhaus stark verqualmt war.

Mindestens vier Anwohner wurden mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. Verletzt wurde nach Angaben der Gröditzer Feuerwehr auch ein Feuerwehrmann. 13 Mieter konnten von den Einsatzkräften in Sicherheit gebracht werden.

Für die Gröditzer Feuerwehr war es der erste Einsatz in diesem Jahr, bei dem die Einsatzkräfte auf eine tote Person gestoßen waren. Voriges Jahr hatte es drei Einsätze mit Toten gegeben: Bei einem Containerbrand in einem Imbiss war im Januar ein 48-Jähriger gestorben.

Im April waren die Einsatzkräfte auf bei einem Laubenbrand in der Kleingartensparte am Nordrand auf die Leiche einer erwachsenen Frau getroffen. Im September 2018 hatte es einen tödlichen Unfall auf der B 169 nahe Tiefenau gegeben, bei dem ein 44-jähriger Autofahrer sein Leben verloren hatte.

Gerade bei Wohnungsbränden oder Verkehrsunfällen sei klar, dass Einsatzkräfte auf verletzte Personen oder auch Tote treffen können, so Wehrsprecher Oliver Linge. Über die Vorkommnisse werde im Kreis der Kameraden gesprochen, um diese zu verarbeiten.

Wohnungsbrände hatte es in der Region zuletzt unter anderem in Strehla und Riesa gegeben, Tote hat es aber in diesen Fällen aber nicht gegeben. So war im März eine Wohnung im sogenannten Stendaler U in Weida ausgebrannt. Ein 22-jähriger Eritreer war als mutmaßlicher Brandstifter festgenommen worden.

Im Mai hatte eine Wohnung an der Oststraße in Gröba gebrannt; vermutlich war ein technischer Defekt die Ursache. Im Juni hatte eine Wohnung an der Goethestraße gebrannt, dort waren eine Mutter und ihr Kind durch eingeatmetes Rauchgas verletzt worden.

Wie es zu dem Brand in Gröditz gekommen ist, wird nun untersucht. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Todesursache und Entstehung des Brandes aufgenommen.

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Bei dem bis zum Mittwochmorgen andauernden Rettungseinsatz im Musikerviertel waren laut Gröditzer Feuerwehr insgesamt etwa 80 Einsatzkräfte vor Ort, unter anderem auch die Wehren aus den Gemeinden Wülknitz und Röderaue; daneben der Rettungsdienst und die Polizei sowie der Kreisbrandmeister des Landkreises Meißen. Seitens des Landkreises war von rund 70 Einsatzkräften bei dem Einsatz die Rede. (mit dpa)

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