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TU Dresden will unbedingt exzellent bleiben

Heute Nachmittag fällt eine Entscheidung, die Sachsens künftigen Platz in Wissenschaft und Wirtschaft mitbestimmt: Es geht um viel Geld, Forscher und Jobs.

Auch dieses Forschungs-Cluster ist Teil der Elite-Bewerbung. Die ist  mehr als 200 Seiten stark.
Auch dieses Forschungs-Cluster ist Teil der Elite-Bewerbung. Die ist mehr als 200 Seiten stark. © Jürgen Lösel

Dresden. In wenigen Stunden fällt die Entscheidung zu deutschen Elite-Unis. Dann gibt ein internationales Gremium bekannt, wer dort dazugehört. Es ist die auf absehbare Zeit letzte derartige Entscheidung. Es ist zugleich die Entscheidung über eines der stärksten und kostspieligsten Forschungsprogramme Deutschlands. 

Für die TU Dresden geht es dabei um 105 Millionen Euro allein bis 2026. Und darum, sich auf bisher unbegrenzte Zeit Exzellenz-Universität nennen zu können – also Elite-Uni. Nur elf von mehr als 100 deutschen Universitäten und insgesamt 400 Hochschulen werden in den Genuss dieser zusätzlichen Millionen kommen. 208 Seiten ist der Dresdner Elite-Antrag stark. An die 1.000 Forscher und Mitarbeiter haben den aufgeschrieben.

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19 Universitäten haben es bis in die jetzige Endrunde geschafft. Die TU Dresden ist als einzige aus einem ostdeutschen Bundesland noch dabei. 2012 war es der Dresdner Uni bereits gelungen, in diesen Kreis der deutschen Elite-Unis aufzusteigen. Ob sie dabei bleibt, ist keineswegs sicher. „Nie war die Konkurrenz härter“, sagte TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen im Interview mit der SZ. Das war damals, im Frühjahr nach der entscheidenden Begutachtung der Experten. Zu den Chancen nun gibt er aber so kurz vorab keinen Kommentar. Erst heute am späten Nachmittag dann, wenn der Ausgang dieser bisher so nie dagewesenen Konkurrenz zwischen den deutschen Unis entschieden sein wird, gibt es wieder Kommentare dazu.  

Es ist wohl für TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen die grausamste Zeit: Am heutigen Freitag fällt die Elite-Entscheidung - für oder gegen die Uni. 
Es ist wohl für TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen die grausamste Zeit: Am heutigen Freitag fällt die Elite-Entscheidung - für oder gegen die Uni.  © Ronald Bonß

Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) hält sich zwar auch mit Spekulationen zurück, sieht Dresden jedoch überdurchschnittlich gut aufgestellt. Aber nicht, weil die TU die einzige im Elite-Wettbewerb verbliebene Ost-Uni ist. Allein wissenschaftliche Qualität zähle hier, sagt Stange im SZ-Interview. „Nur das darf in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren ohne Einmischung der Politik gelten. Einen Ost-Bonus benötigen wir nicht und den gibt es auch nicht.“

Mindestens zwei große Forschungs-Cluster waren Voraussetzung. Die TU hatte drei bekommen. Dort geht es um die Physik des Lebens (PoL), um bisher noch nie da gewesene neuartige Materialien (ct.qmat) und um die Mensch-Maschine-Zusammenarbeit in Zeiten von 5G (CeTI). 

Dresden kann mehr als Chips. Was mit der Mikroelektronik als Spitzenforschung einst begonnen hat, ist längst bei Genetik, Informatik bis hin zur Medizin angekommen.  
Dresden kann mehr als Chips. Was mit der Mikroelektronik als Spitzenforschung einst begonnen hat, ist längst bei Genetik, Informatik bis hin zur Medizin angekommen.   © Jürgen Lösel

In den internationalen Rankings ist die TU inzwischen aus dem Mittelfeld heraus. Auch das hilft. Im World University Ranking von 2017 erreichte sie Platz 155. Fünf Jahre davor war sie noch etwa auf Rang 300. Der Forschungsstatistik von 2017 zufolge hat die Universität in dem Jahr 269 Millionen Euro zusätzlich für Projekte eingeworben. Das ist das Dreifache verglichen mit 2001. „Ich sehe keinen Grund, warum die TU Dresden nicht erneut den Exzellenzstatus erhalten sollte“, sagt Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange.

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Was neben den vielen zusätzlichen Millionen Euro noch zählt: Solch ein Elite-Status bringt Top-Forscher und die besten Studenten in die Stadt. Entschieden ist aber noch gar nichts. Und daher mischt sich an der TU zum Hoffen auch ein Bangen – heute, 16.20 Uhr.

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