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Dresden: Hier entsteht ein Elbtunnel

Die Drewag baut neben der Marienbrücke eine begehbare Röhre für eine Fernwärmetrasse. Eine technische und planerische Herausforderung.

So sieht die gewaltige Baugrube am Volksfestgelände neben der Marienbrücke aus, in die der Tunnelbohrer eingehoben wird.
So sieht die gewaltige Baugrube am Volksfestgelände neben der Marienbrücke aus, in die der Tunnelbohrer eingehoben wird. © Foto: Drewag Netz

Dresden. Vor einem knappen Jahr waren die Bauleute neben dem Dresdner Volksfestgelände angerückt. Seitdem arbeiten sie dort und auf der anderen Elbseite daran, dass ein Stück elbabwärts der Marienbrücke Dresdens erster begehbarer Elbtunnel entsteht. Allerdings werden dort künftig nur Fachleute Zugang haben. Denn durch die Röhre soll die Fernwärmetrasse in Richtung Pieschen verlaufen.

Der Tunnelbau ist eine große technische Herausforderung. Errichtet werden soll eine 3,2 Meter hohe begehbare Röhre, die innen 2,6 Meter misst. Solche Leitungstunnel heißen in der Fachsprache Düker. Das kommt aus dem Holländischen und bedeutet Taucher.

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Auf dem Volksfestgelände wird mit der sogenannten Startgrube ein gewaltiges Stahlbetonbauwerk errichtet, das letztlich bis in eine Tiefe von 22 Metern reicht. In einem sogenannten Senkkastenverfahren wird auf der Oberfläche abschnittsweise ein 13 Meter langes und neun Meter breites Stahlbetonrechteck gebaut, dessen erstes Teil stahlverkleidete Spitzen hat. Hebt der Bagger die Baugrube aus, senkt sich der Kasten in den Untergrund.

„Auf der Altstädter Seite ist der Senkkasten fast auf der Endtiefe von 22 Metern“, erklärt Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann. „Es fehlen aktuell noch 20 Zentimeter.“ Letztlich wird unten eine dicke Sohle betoniert.

„Auf der Neustädter Seite ist das zweite Segment des Senkkastens betoniert worden und der nächste Absenkvorgang wird vorbereitet“, erläutert die Sprecherin die Arbeiten auf der anderen Elbseite.

So wird der Tunnelbau funktionieren. Hydraulikpressen drücken mit einer Kraft von 1.200 Tonnen den Bohrer voran und Betonfertigteile in die Röhre.
So wird der Tunnelbau funktionieren. Hydraulikpressen drücken mit einer Kraft von 1.200 Tonnen den Bohrer voran und Betonfertigteile in die Röhre. © Ansicht: Eiffage
Ein großer Kran ragt an der Altstädter Baustelle neben der Marienbrücke empor. Hier wird noch diesen Monat die Tunnelbohrmaschine eingehoben.
Ein großer Kran ragt an der Altstädter Baustelle neben der Marienbrücke empor. Hier wird noch diesen Monat die Tunnelbohrmaschine eingehoben. © René Meinig

Ende Mai sollen die sogenannten Senkkästen auf beiden Seiten des künftigen Tunnels fertig sein. Ein großer Kran wird dann am Volksfestgelände die gewaltige Tunnelbohrmaschine einheben, die Anfang Juni mit ihrer Arbeit beginnen soll. Deren Werkzeug ist eine 3,2 Meter große propellerartig rotierende Scheibe. Mit diesem sogenannten Hydroschild werden Erde und auch Gestein abgetragen, mit einem Ton-Wasser-Gemisch unter Druck ausgespült, das auch den Bohrer schmiert, und letztlich durch das Loch abtransportiert. Das geschieht knapp sieben Meter unter dem Elbgrund. Hydraulikpressen drücken den Bohrer voran und auch die Betonfertigteile in die Röhre. Auf diese Weise wächst der Elbtunnel um bis zu zehn Meter pro Tag. Geplant ist, dass der rund 240 Meter lange Tunnel Ende Januar kommenden Jahres fertig wird. Er soll 100 Jahre halten.

Seit über einem Jahr ist der Elberadweg hinter der Marienbrücke bis zum Theaterkahn gesperrt. Der Leitungsbau ist jetzt so weit, dass er im Mai wieder freigegeben werden kann.
Seit über einem Jahr ist der Elberadweg hinter der Marienbrücke bis zum Theaterkahn gesperrt. Der Leitungsbau ist jetzt so weit, dass er im Mai wieder freigegeben werden kann. © René Meinig

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