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Umweltschützerin kritisiert Landwirt

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Meißen reagiert auf ein Interview mit dem Chef eines großen Agrarunternehmens.

Ein Interview mit Landwirt Wolfgang Grübler stieß auf Kritik.
Ein Interview mit Landwirt Wolfgang Grübler stieß auf Kritik. © Claudia Hübschmann

Lommatzsch/Meißen.  Mit einem offenen Brief hat sich Christiane Bense von der Regionalgruppe Meißen des Bundes für Naturschutz und Umwelt an Wolfgang Grübler, den Vorsitzenden der Agrargenossenschaft Lommatzscher Pflege, gewandt. Anlass sind seine Aussagen im Interview mit der SZ vom 28. Dezember 2019. Der Landwirt hatte darin unter anderem beklagt, dass sich fachunkundige Laien als Besserwisser in Landwirtschaftsdingen aufspielten und statt Sachverstand Populismus die Diskussion bestimme.

Bense kritisiert unter anderem den Einsatz von Glyphosat. „Sie setzen Glyphosat nur ein, um einen unkrautfreien Boden zur Verfügung zu stellen. Was bedeutet das aber für das Bodenleben, all die Klein- und Mikrolebewesen, die Biomasse in Humus umwandeln? Wie viele Regenwürmer überleben den regelmäßigen Glyphosateinsatz? Was bedeutet Glyphosat für die Bodenchemie? Was wird aus dem „Gold der Lommatzscher Pflege“- den tiefgründigen Lößböden, wenn der Humusgehalt abnimmt und die Bodenstruktur instabil wird: Sie werden von Wind und Wasser abgetragen und dagegen hilft auch die pfluglose Bodenbearbeitung nur bedingt“, heißt es in dem Schreiben.

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Die Umweltschützerin kritisiert auch die Massentierhaltung. Sie haben recht, dieser Begriff ist unscharf. Wo ist das Maß für eine artgerechte Haltung? ... Aber ist es noch artgerecht, wenn Kühe 10 000 Liter Milch im Jahr produzieren und nach spätestens fünf Jahren geschlachtet werden, obwohl sie eigentlich 20 Jahre alt werden könnten? Ist es artgerecht, wenn sie dafür mit Kraftfutter aus Übersee gefüttert werden und so gut wie nie eine grüne Wiese sehen?“

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Christiane Bense wehrt sich gegen den Populismusvorwurf: „Dass sich die Gesellschaft dagegen wehrt, hat nichts mit Unkenntnis oder Populismus zu tun, sondern wir sollten uns gemeinsam der Frage stellen, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussehen soll.“(SZ/jm)

Den vollständigen Brief finden Sie hier

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