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Was die Kita für den Umweltschutz macht

In Ebersbach entsteht ein „Himmelsweiher“. Der evangelische Kindergarten baut Vogelhäuser - aber nicht nur das.

Kita-Leiterin Kerstin Titzler hat zusammen mit ihren Kolleginnen und den Kindern Nistkästen gebaut. Die werden am „Himmelsweiher“ in den Bäumen aufgehängt.
Kita-Leiterin Kerstin Titzler hat zusammen mit ihren Kolleginnen und den Kindern Nistkästen gebaut. Die werden am „Himmelsweiher“ in den Bäumen aufgehängt. © Constanze Junghanß

Kerstin Titzler freut sich über die Nistkästen. Zusammen mit den Mädchen und Jungen haben die Erzieherinnen die Vogelhäuser gebaut: Für den Naturschutz und für die Umwelt. Eine Nistmöglichkeit für die gefiederten Gäste hängt nun in der Tanne des Nachbarn, der neben der evangelischen Kita in Ebersbach wohnt. Im Nistkasten angebracht ist eine Kamera. Titzler, Leiterin der Kita, holt die Fernbedienung: Der Bildschirm befindet sich in der Kita-Garderobe.

„Noch ist niemand eingezogen“, stellt Titzler fest. Das Innere des Kastens ist leer. Stare und Meisen haben auch noch ein bisschen Zeit. Das Vogelhaus-Projekt gehört mit zu den vielen Aktionen, die in der Kita aktuell zum Thema Natur- und Umweltschutz durchgeführt werden. „Man kann nur das schützen, was man kennt“, erklärt die Kita-Leiterin den Ansatz.

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Holz und Stein statt Plastik

Naturnahe Erziehung werde in der Einrichtung groß geschrieben. Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine Rolle. Die Vermeidung von Plastikverpackungen in der Brotbüchse und plastikfreie Spielgeräte in der Außenanlage gehören dazu. Da gibt es ausschließlich Spielmöglichkeiten aus Holz und Stein.

Größtes Projekt aber ist der „Himmelsweiher“. So haben die Kinder den kleinen Tümpel auf dem Gelände genannt. „Himmelsweiher“ deshalb, weil an dieser Stelle vor etwa zehn Jahren Massen von Himmelschlüsseln – auch Schlüsselblume genannt - ihre gelben Blüten aus der Erde streckten. Zuletzt waren das nur noch zwei Pflanzen gewesen. Die Wildpopulation ist streng geschützt, gilt in Sachen als stark gefährdet. Die Kita will es schaffen, dass sich der Bestand wieder erholt.

Der Teich lag völlig versteckt zwischen undurchdringlichem Wildwuchs. „Die Natur hatte sich dort gekümmert und ein eigenes kleines Ökosystem geschaffen“, sagt Kerstin Titzler. Das ist geschätzte 400 Quadratmeter groß und soll auch erhalten bleiben. Der Wildwuchs wurde entfernt, eine Schmetterlingswiese angelegt und Nistkästen aufgehängt. In diesem Jahr ist unter anderem geplant, eine Beobachtungsplattform am Wasser zu bauen. Ausgestattet mit Lupen, Eimern und Teichguckern können die Kinder von da aus dann die Flora und Fauna am Wasser untersuchen.

Areal soll öffentlich zugänglich sein

Ein Insektenhotel entsteht, ein Brombeerspalier und eine Hecke aus Weidentrieben und Totholz für kleine Tiere und Insekten. Der Ablauf des Weihers wird sich in einen bespielbaren Bach verwandeln. Nicht nur die Kita will das grüne Areal künftig nutzen. „Das Gelände wird öffentlich zugänglich sein und Freude und Erholung schenken“, sagt Kerstin Titzler. Mit dem Naturschutz-Projekt hat die Kita am fünften sächsischen Kindergartenwettbewerb teilgenommen.

Bei der ersten Runde kamen die Ebersbacher unter die besten 30 Ideen und erhielten ein Preisgeld in Höhe von 400 Euro. Der Wettbewerb geht weiter, für die zweite Runde hat sich die Kita ebenfalls qualifiziert. Einen Zuschuss in Höhe von 4.000 Euro gab es vom Kirchenkollektefonds und Geld kam auch für den dritten Platz bei der Spendenabstimmung der Volks- und Raiffeisenbank sowie von einer Fastfood-Kette. 2023 sollen die letzten Bauarbeiten abgeschlossen sein. Neben den Eltern helfen Feuerwehr, Alkanti-Verein und einheimische Firmen bei der Verwirklichung des Ebersbacher „Himmelsweihers“ mit. 

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