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Viel los bei Dynamos Heimsieg

Die Dresdner gewinnen gegen Heidenheim verdient mit 2:1. Der neue Stürmer spielt auffällig, ist erst glücklos, trifft dann doch. Jetzt mit dem Fazit der Trainer.

Dynamo Dresdens Alexander Jeremejeff bedankt sich nach dem 2:1 Sieg bei den Fans im heimischen Stadion.
Dynamo Dresdens Alexander Jeremejeff bedankt sich nach dem 2:1 Sieg bei den Fans im heimischen Stadion. © Robert Michael/dpa

Es ist vollbracht! Dynamo hat den ersten Saisonsieg in der 2. Fußball-Bundesliga geschafft. Beim 1:0 vor 26.350 Zuschauern im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion gibt Stürmer-Neuzugang Alexander Jeremejeff einen auffälligen Einstand. Bevor er die Partie mit dem Tor zum 2:0 de facto bereits entscheidet, trifft Patrick Ebert mit einem Freistoß aus 18 Metern direkt über die Mauer.

Doch dann gibt es Elfmeter für die Gäste. Oder doch nicht? Schiedsrichter Patrick Alt schaut sich die Szene an, bleibt dabei - Denis Thomalla verkürzt. Dynamo muss noch mal zittern, zumal Dzenis Burnic verletzt draußen bleiben muss und Cristian Fiel bereits dreimal gewechselt hat. "Wahrscheinlich war ein Nerv getroffen, es scheint zum Glück nichts Schlimmeres zu sein", sagt der Trainer anschließend.

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Seine Mannschaft verteidigt den Vorsprung in Unterzahl auch über die vier Minuten Nachspielzeit. Torwart Kevin Broll pariert in der letzten Aktion gegen Thomalla und verhindert den Ausgleich.

Die erste Analyse mit fünf Antworten auf fünf Fragen:

Dynamos Patrick Ebert (l) jubelt nach seinem Tor zum 1:0 mit Baris Atik, Heidenheims Robert Leipertz (r) steht enttäuscht dahinter. 
Dynamos Patrick Ebert (l) jubelt nach seinem Tor zum 1:0 mit Baris Atik, Heidenheims Robert Leipertz (r) steht enttäuscht dahinter.  © Robert Michael/dpa

Wie kam der erste Saisonsieg zustande?

Dynamos optische Überlegenheit bringt bis zur Pause nichts Zählbares, danach wird Heidenheim offensiver und hat durch Oliver Hüsing die Chance zur Führung. Broll im Dresdner Tor hält stark (52.). Jetzt entwickelt sich das, was man einen offenen Schlagabtausch nennt.

Und Dynamos neuer Stürmer hat gleich zweimal das 1:0 auf dem Fuß, beide Male gut eingesetzt von Baris Atik. Beim ersten Zuspiel nimmt er den Ball gut mit, erwischt ihn dann aber nicht voll (59.). Beim zweiten steht er frei vor Heidenheims Torwart Kevin Müller – und scheitert (61.).

Ein Schuss ins Glück: Patrick Ebert zirkelt den Freistoß aus 18 Metern über die Heidenheimer Abwehrspieler, unhaltbar für den Torwart.
Ein Schuss ins Glück: Patrick Ebert zirkelt den Freistoß aus 18 Metern über die Heidenheimer Abwehrspieler, unhaltbar für den Torwart. © dpa-Zentralbild

Dynamo erhöht den Druck, wird zielstrebiger. Und Ebert haut einen raus – und noch besser: Er haut ihn rein. Der Treffer ist der verdiente Lohn für sehr viel Aufwand. Jetzt kocht das Stadion, von der Führung und der Atmosphäre angestachelt ziehen die Dresdner ihr offensives Spiel weiter durch.

Wie ist der Einstand von Neuzugang Jeremejeff zu bewerten?

Er spielt auffällig - und letztlich mit seinem ersten Treffer für die Schwarz-Gelben erfolgreich. Nachdem der Versuch von Atik in der 82. Minute geblockt wurde, kommt Jeremejeff an den Ball - Innenpfosten, Tor, Sieg, Auswechslung, Applaus.

Schon in der 44. Minute hätte es ein glänzender Einstand werden können. Jeremejeff stibitzt dem Torwart den Ball, schiebt ihn aber aus spitzem Winkel ans Außennetz. So geht es torlos in die Pause.

Fiel hatte vorher Geduld angemahnt. Ein Spieler, der aus dem Ausland kommt, brauche einige Zeit, um sich an das neue Umfeld zu gewöhnen. Jeremejeff war zu Wochenbeginn vom schwedischen Erstligisten BK Häcken nach Dresden gewechselt. „Er ist ein spielintelligenter Stürmer, der einen guten ersten Kontakt hat, gute Räume findet“, nennt der Trainer die Stärken des 1,92 Meter großen Angreifers.

Jeremejeff setzt seinen Körper gut ein, ist beteiligt an der ersten Dynamo-Chance, spielt Sascha Horvath mit einem Doppelpass frei. Doch der Österreicher verpasst den Torschuss, seine Eingabe ist leichte Beute für die Heidenheimer. Lauf- und Passwege passen noch nicht immer. Anders beim Eckball. Chris Löwe findet Jeremejeff, dessen Kopfball geht knapp vorbei (39.). „Alex gibt uns mit seiner Größe noch mal ein paar andere Möglichkeiten, was Flanken und Standards angeht“, hatte Löwe vorher gesagt. „Das macht uns variabler, ein Stück unberechenbarer.“

Dynamos Neuzugang Alexander Jeremejeff trifft in seinem ersten Spiel zum 2:0.
Dynamos Neuzugang Alexander Jeremejeff trifft in seinem ersten Spiel zum 2:0. © Robert Michael/dpa

Neuer Stürmer, neues Glück? Wie verändert sich Dynamos Spiel?

Die Anlage bleibt zunächst gleichdas Problem zunächst auch. Dynamo hat viel Ballbesitz, aber von allem zu wenig, was wirklich zählt: Tempo, Raumgewinn, Abschlüsse. Anstatt mit Risiko nach vorn zu spielen, wird der Sicherheitspass quer oder zurück bevorzugt. Das sieht vielleicht dominant aus, bleibt jedoch ertragslos. Da nutzt es auch nichts, dass sie den Gegner anfangs früh attackieren und einige Balleroberungen haben. Wenn sie sich an den Strafraum kombinieren, fehlen spätestens dort die zündende Idee und die Entschlossenheit.

Erst in der Schlussphase der ersten Hälfte wird es zwingender. Außer den beiden Chancen von Jeremejeff hat Patrick Ebert per Hechtkopfball einen guten Abschluss – gehalten (44.).

Dynamos Neuzugang Alexander Jeremejeff (r) jubelt nach seinem Tor zum 2:0 mit Baris Atik. 
Dynamos Neuzugang Alexander Jeremejeff (r) jubelt nach seinem Tor zum 2:0 mit Baris Atik.  © dpa/Robert Michael

Warum fehlt Moussa Koné?

Als verletzt war der Koné nicht gemeldet – und das ist der Stürmer auch nicht, wie es auf Nachfrage vom Verein hieß. Demnach handele es sich auch nicht um eine disziplinarische Maßnahme, sondern es habe sportliche Gründe. Oder verlässt der Senegalese etwa doch noch den Verein? Er war unter anderem mit dem französischen Traditionsklub Girondins Bordeaux in Verbindung gebracht worden, hatte aber während der Vorbereitung erklärt, in Dresden bleiben zu wollen.

Mit den beiden Neuzugängen könnte er seine Situation jedoch neu bewerten. Immerhin stehen bei Dynamo jetzt nominell sechs Angreifer im Aufgebot. So begründet auch Fiel auf Nachfrage in der Pressekonferenz seine Entscheidung. "Wir haben jetzt zwei Spieler mehr für die Offensive und den Konkurrenzkampf, den wir haben wollen", erklärt der Chefcoach. "Heute hat es Moussa und Ossi (Osman Atilgan/d. A.) getroffen, in der nächsten Woche kann es auch wieder anders aussehen."

Welche Rolle spielte Dynamo-Schreck Schnatterer?

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Kevin Broll muss von hinten mit ansehen, wie vorne Chancen vergeben werden. Er hält beim 2:1 gegen Heidenheim stark. Die Note 2  bekommen auch drei andere.

Vor ihm hatte Fiel besonders gewarnt, schließlich hatte ihm Marc Schnatterer vor einem Jahr sein Spiel als Interimscoach vermasselt. „Seine Standards sind außergewöhnlich“, sagte Dynamos Trainer in Erinnerung an diese schlechte Erfahrung. Damals traf er per Elfmeter und Freistoß, gefühlt knipst er in jedem Spiel gegen die Schwarz-Gelben. Diesen Eindruck bestätigt die Statistik jedoch nicht, vielmehr hatte er in den neun Duellen zuvor lediglich ein Tor erzielt, aber vier vorbereitet.

Seinen Schlenzer lenkt Broll mit den Fingerspitzen zur Ecke (20.). Kurz zuvor hatte er nach einem Konter gegen Jonas Föhrenbach bereits pariert. In der 64. Minute wird Schnatterer ausgewechselt, er ist diesmal kein Faktor.

Das sagen die Trainer zum Spiel

Cristian Fiel, Dynamo Dresden: "Man hat heute von der ersten Sekunde an gesehen, was wir wollten. Wir wussten, dass Heidenheim schnell umschaltet, gefährliche Leute nach vorne hat. Das wollten wir unbedingt unterbinden. Was mir nicht gefallen hat: Wir hätten das eine oder andere Mal abschließen können, wollten aber immer noch mal den kurzen Pass, den tiefen Pass spielen, der fast schon nicht mehr ging. Da hätte ich mir gewünscht, dass wir abschließen. In der zweiten Halbzeit hatte ich kurz den Eindruck, dass wir Probleme bekommen. Aber die Mannschaft hat sich wieder gefangen, hat das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, nämlich geduldig zu bleiben und auf unsere Möglichkeit zu warten. ein Tor wie von Ebi hat es heute gebraucht, um den Deckel zu öffnen, mal durchzuatmen und zu sehen, dass man mit der Art, Fußball zu spielen, auch erfolgreich sein und Tore erzielen kann. Es war bitter, noch den Elfmeter zu bekommen und die letzten Minuten in Unterzahl zu Ende bringen zu müssen. Letzten Endes ist es ein hochverdienter Sieg, ich freue mich sehr für die Jungs."

Frank Schmidt, 1. FC Heidenheim: "Wir hatten uns das ganz anders vorgestellt. Dynamo hat das Spiel von Beginn an in den Griff bekommen, hat uns weit in der Defensive gebunden. Wir haben uns im Spielaufbau immer wieder selbst in Probleme gebracht. Nach 18, 19 Minuten können wir uns das erste Mal richtig befreien, hatten eine richtig gute Chance durch Jonas Föhrenbach, der relativ viel Platz hatte, auch durch Marc Schnatterer beim zweiten Ball nach einer Ecke. Mit ein bisschen Glück hätten wir in Führung gehen können. Aber wir haben sehr, sehr viele Fehler gemacht. Das haben wir angesprochen in der Halbzeit. In den ersten 15 Minuten danach dachte ich: Okay, wir haben verstanden, wie man sich hier verhalten, wie man hier Fußball spielen muss. Beide Gegentore resultieren dann aus Ballverlusten. Mit dem Elfmeter kommen wir noch mal zurück, aber unter dem Strich muss man sagen: Für uns eine völlig verdiente Niederlage. Die klar bessere Mannschaft hat heute gewonnen."

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